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Milchpur Magazin

Antibiotikaeinsatz in der Tiermedizin

Für die erstmals im Jahr 2011 erhobenen Daten der an Tierärzte in Deutschland abgegebenen Mengen an Antibiotika liegt nun die abschließende Auswertung vor. Sie erlaubt auch eine regionale Zuordnung der vertriebenen Mengen nach den ersten beiden Postleitzahlen. Die Grafik hierzu finden Sie hier.  

Durch die Meldung der ersten zwei Ziffern der Postleitzahl, unter der die belieferten Tierärzte ansässig sind, ist eine Zuordnung der abgegebenen Mengen zu Postleitzonen (erste Ziffer, 0-9) und Postleitzahlenbereichen (ersten beiden Ziffern, 01-99) möglich. Ein Vergleich mit den bekannten Nutzungsintensitäten in den einzelnen Regionen lässt den Schluss zu, dass in Postleitzahlgebieten mit höherer Nutzungsintensität auch größere Mengen antimikrobiell wirksamer Grundsubstanz abgegeben wurden. Darüber hinausgehend Wechselbeziehungen zu analysieren ist nicht möglich, da diese Daten über den Ort der Anwendung des Tierarzneimittels keine Auswertung ermöglichen.

Eine Zuordnung zu Tierarten bzw. Nutzungsrichtungen ist nicht möglich. Insgesamt wurden im Jahr 2011 rund 1.706 Tonnen (t) Antibiotika für den Veterinärbereich abgegeben – davon großteils ältere Wirkstoffe. Die vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vorgenommene Auswertung ergab, dass die als „kritisch“ eingestuften Antibiotika wie Fluorchinolone und Cephalosporine der 3. und 4. Generation in der Tiermedizin eher selten eingesetzt werden. Damit sind die für die Humanmedizin wichtigen Antibiotika im Veterinärbereich nur von untergeordneter Bedeutung.

Den mengenmäßig größten Anteil der von pharmazeutischen Unternehmen und Großhändlern an Tierärzte abgegebenen Antibiotika machten Tetracycline (564 t) und Aminopenicilline aus.

Seit dem Jahr 2011 muss die Industrie erfassen, welche Mengen an Tierarzneimitteln sie jährlich abgibt, die Antibiotika und bestimmte hormonelle Stoffe enthalten, und diese Daten an ein zentrales Register melden. Grundlage dafür ist die DIMDI-Arzneimittelverordnung (DIMDI-AMV) vom 24. Februar 2010. Das Register wird beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) in Köln geführt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin nimmt die jährliche Auswertung der Daten vor.

Dass Deutschland bei der mengenmäßigen Antibiotikaanwendung in der Tiermedizin im europäischen Mittelfeld liegt, das hat eine Auswertung von Experten der Europäischen Arzneimittelagentur (EMEA) in London 2010  ergeben. Für die wissenschaftliche Auswertung wurden die verkauften Mengen Antibiotika erfasst und in Relation zur produzierten Menge an Schweine-, Rind- und Geflügelfleisch und dem geschätzten Lebendgewicht der Tiere gesetzt. Die Niederlande und Frankreich liegen beim Einsatz von Antibiotika hier an der Spitze, Deutschland liegt sogar noch hinter der Schweiz im Mittelfeld.

 

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

 

Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

animal health online – Tiergesundheit im Internet

   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
Quellen: 
Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Hintergrundinformation:Zahlen über die Antibiotikaabgabe 2011 in der Tiermedizin nach Regionen undWirkstoffklassen, Erscheinungsdatum 30.07.2013
Faktencheck: Ist Deutschland wirklich Spitzenreiter beimAntibiotikaverbrauch?; animal health online
<span style="mso-ansi-language: EN-US;">Kari Grave, Jordi Torren-Edo and David Mackay
 Comparison of the sales of veterinary antibacterial agents between 10 European countries
J Antimicrob Chemother 2010</span>
<span style="mso-ansi-language: EN-US;"> </span>
<span style="mso-ansi-language: EN-US;">Bild: </span>
<span class="caption">Abb. 2: Abgegebene Menge antimikrobiell wirksamer Grundsubstanz/Postleitbereich [in Tonnen] in Deutschland, 2011</span><span class="source">© BVL</span>
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