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Milchpur Magazin

Mähunfälle vermeiden

Egal ob Rehwild oder Bodenbrüter wie Fasan und Rebhuhn, im hoch gewachsenen Gras verstecken sie ihren Nachwuchs sicher vor Fressfeinden. Gerade beim Rehwild ist in den ersten Wochen der natürliche Instinkt, einfach reglos liegen zu bleiben, stärker ausgeprägt als der Fluchtinstinkt. Dieser angeborene „Drückinstinkt“ – die Tiere vertrauen dabei auf die Tarnung – schützt zwar hervorragend vor Fressfeinden, nicht aber bei der Frühjahrsmahd vor Landmaschinen. Gerade Landwirte haben jedoch ein großes Eigeninteresse, dass keine Wildtiere zu Schaden kommen. Neben Gründen des Tierschutzes ist es vor allem eine starke psychische Belastung für den Landwirt. Zudem geht es um die Futterqualität und die Gesundheit der Kühe.

Frühe und gute Kommunikation ist der effektivste Jungwildschutz
In allen Fällen ist die Absprache zwischen den Beteiligten vor Ort Voraussetzung, um einen möglichst hohen Erfolg der Maßnahmen zu erzielen. Denn effektive Wildtierrettung beginne bereits vor der Mahd. Entscheidend sei dabei, die anstehenden Grünschnitt-Termine – für Silage oder Biomasseproduktion – rechtzeitig mit dem Jagdpächter abzustimmen und die Mähtechnik dem Tierverhalten anzupassen.

Um Wildunfälle zu vermeiden gibt es eine Reihe von wirksamen Wildvergrämungs- und Verscheuchungsmaßnahmen, welche das Risiko von Tierverlusten bei den anstehenden Erntemaßnahmen reduzieren:

  • Wildtierschonende Erntemethode
    Mit der herkömmlichen Erntemethode, bei der ein Landwirt sein Feld „von außen nach innen“ befährt und erntet, werden die Fluchtmöglichkeiten für Wildtiere und Vögel verringert. Wird die Fläche hingegen von „innen nach außen“ gemäht, werden die Bodenbrüter frühzeitig von der sich nähernden Gefahr gewarnt und haben gute Fluchtmöglichkeiten. Diese tierschonenden Befahrmuster tragen zum Schutz junger Wildtiere und Vögel während der Ernte bei. Auch die Begrenzung der Schnitthöhe auf 10 bis 15 Zentimeter ist eine weitere Möglichkeit, während der kritischen Aufzuchtzeit Tierverluste zu reduzieren.
  • Technische Hilfsmittel
    Mittels Infrarot-gestützter Sensorik ist es möglich, die Körperwärme von Wildtieren zuverlässig aufzuspüren. Dieses Verfahren machen sich beispielsweise tragbare Wildretter zu nutze. Mit der an einem Teleskoptragestell befestigten Technik werden Wiesen vor der Mahd abgegangen. Auch an dem Einsatz von Flugdrohnen wird aktuell geforscht. Ausgerüstet mit einer Wärmebildkamera überfliegen diese „fliegenden Wildretter“ Felder und Wiesen und spüren mit einer hohen Flächenleistung junge Wildtiere zuverlässig auf.
    Weitere Inforationen zu dem vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung geförderten Projekt finden Sie unter www.wildretter.de
  • Abgehen der Felder
    Das Ablaufen der Felder mit Jagdhunden ist mitunter sehr zeitaufwendig, jedoch nach wie vor ein probates Mittel, um Kitze aufzuspüren. Bei größeren Wiesenflächen sollte sich die Suche besonders auf die Randbereiche zu Wäldern oder Hecken konzentrieren, denn ein Großteil des Wildes bevorzugt erfahrungsgemäß diese Orte.
  • Optische und akustische Scheuchen
    Verschiedene Anbieter haben akustische Vergrämungs-Geräte in ihrem Sortiment, welche einen Tag oder mehrere Tage vor der Mahd auf der entsprechenden Wiese aufgestellt werden. In gewissen Zeitabständen ertönt ein schriller Warnton. Wie auch bei optischen Scheuchen, welche vor der Mahd aufgestellt werden, haben akustische Scheuchen den Effekt, dass die Rehgeiß auf die Veränderung der Umgebung reagiert und das zuvor „abgelegte“ Kitz aus der Wiese holt.
  • Aktion „kids for kitz“
    Bei dieser Aktion, welche sowohl vom Bayerischen Bauernverband (BBV) als auch von den Bayerischen Staatsforsten und dem Bayerischen Jagdverband (BJV) mitgetragen wird, werden von Kindern selbstgebastelte Scheuchen dem Landwirt oder dem Jäger zur Verfügung gestellt.
    Weitere Informationen über das von Elena Völker initiierte Projekt finden Sie unter http://action-for-kitz.de/.

Aufruf an die Landwirte: Machen Sie mit!
Auch bei intensiver Vorbereitung sind Unfälle bei der Frühjahrsmahd mit Wildtieren nicht vollständig zu vermeiden. Die eine, optimale, Wildvergrämungsmaßnahme gibt es nicht, Landwirte und Jäger stehen jedoch verschiedene Methoden zur Verfügung, aus denen sie die für sie geeignetste auswählen können. Liebe Landwirte, machen Sie mit! Mit einfachen Maßnahmen kann jedoch das Risiko bei frühzeitiger Absprache zwischen Landwirt, Jagdgenossenschaft und Jagdpächter vor Ort deutlich reduziert werden.

Eine Grafik zum wildtierschonenden Mähen finden Sie unter: http://www.bayerischerbauernverband.de/pm22-maehunfaelle

Bild- und Textquelle: BBV

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