Hundeparasit führt zu Aborten bei Kühen

Neospora caninum ist ein einzelliger Parasit in Hunden, welcher vor etwa 30 Jahren entdeckt worden ist. Nimmt die Kuh diesen Parasiten über das Gras auf, kann es zu Kälberaborten führen.

Entwicklungszyklus

Betrachtet man den Entwicklungszyklus des Parasiten erkennt man, dass der Hund gegenwärtig der einzig bekannte Endwirt ist, d. h. der Hund trägt den Erreger in sich und scheidet ihn mit dem Kot aus. Das Parasiten-Ei bleibt nach der Ausscheidung bis zu drei Wochen gefährlich und kann in dieser Zeit andere Tiere, wie Rinder, Büffel, Schafe, Ziegen, Pferde, Füchse oder aber auch andere Hunde anstecken. Aufgenommen werden die Eier durch Futter oder Wasser, somit können sich auch Tiere anstecken, welche im Stall stehen, den Erreger aber durch verschmutztes Gras aufnehmen. Neospora caninum befällt verschiedene Organe der Tieres, unter anderem auch den Fetus und die Plazenta, was als Folgewirkung zwischen dem 3. und 7. Trächtigkeitsmonat zum Abgang des Kalbes führen kann. Am häufigsten werden aber gesunde Kälber geboren, welche dann jedoch zu 90 Prozent mit dem Erreger im Fruchtleib infiziert worden sind. Die infizierten Kälber sind dann wiederum Träger und Ausscheider, was bei zukünftigen Zuchttieren zu einer latenten Weitergabe der Parasiten in die nächsten Generationen führt.

Da die Zelle Gewebezysten mit vielen neuen Parasiten entwickelt, kann dieser auch über das Fleisch der betroffenen Tiere aufgenommen werden. Frisst der Hund nun beispielsweise die Nachgeburt einer infizierten Kuh, ist dieser wiederum infiziert. Dadurch entsteht ein geschlossener Entwicklungskreis.

Wie kann ich feststellen, ob mein Betrieb infiziert ist?

Treten innerhalb weniger Wochen gehäuft Aborte in einem Betrieb auf, z. B. fünf bis acht bei einer Betriebsgröße von rund 100 Rindern, können Rückschlüsse auf eine Übertragung mit Hundekot gezogen werden. Treten immer wieder einzelne Fälle von Aborten auf, dann kann eine Infizierung im Mutterleib stattgefunden haben. In beiden Fällen sollte ein Labortest zur Feststellung von Neospora caninum durchgeführt werden.

Beim toten Kalb (Abort) kann ein sogenannter PCR-Test durchgeführt werden. Bei dieser Untersuchung wird dem fetalen Hirn Gewebe entnommen und auf Parasiten untersucht. Ein Bluttest auf Antikörper kann beim noch lebenden Muttertier oder Kalb Hinweise auf den Infektionsmodus geben.

Wie kommt Neospora in meinen Betrieb?

Der hauptsächliche und der damit häufigste Übertragungsweg ist der Übergang über das infizierte Muttertier auf das Kalb durch Neospora-positive Zuchtlinien. Auch der Zukauf von einem infizierten Tier führt zu einem Eintrag in dem Betrieb. Werden diese Tiere zur weiteren Zucht eingesetzt, kann dies im Betrieb zu einer erhöhten Abortrate führen.

Lediglich in weniger als 10 Prozent der Fälle erfolgt die Übertragung direkt über Parasiten-Eier im Hundekot.

Empfehlungen

Da es zurzeit noch kein wirksames Medikament oder einen Impfstoff gegen Neospora caninum auf dem Markt gibt, ist es wichtig einige Vorsorgeregelungen zu treffen.

Das Hauptproblem sind die Neospora-positiven Zuchtlinien, da sich hier das Abortrisiko vervierfacht. Eine Möglichkeit hier wäre neu zugekaufte Tiere serologisch testen zu lassen. Die Verwendung der Nachkommen positiver Muttertiere für die Mast ist unbedenklich.

Hofhunden sollten keine Nachgeburten sowie abortierte Feten verfüttert werden, auch kein rohes Fleisch oder Innereien. Auch Futterlager sowie Rinderweiden und Mähwiesen sollten für Hunde gesperrt sein.

Dennoch haben neue Studien bewiesen, dass der Hund lediglich eine geringe Rolle bei der Abortproblematik spielt. So wurden in der Schweiz 200 Hofhunde untersucht, bei keinem dieser Hunde konnten im Kot Parasiten-Eier nachgewiesen werden.

Quellen: Prof. Dr. Gottstein, Institut für Parasitologie der Vetsuisse Fakultät, Uni Bern, Quelle Abbildung: Löschenberger, 2000

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