Mittelwertberechnung – Keim- und Zellzahl

Warum der geometrische Mittelwert?

Der geometrische Mittelwert hat den Vorteil, dass ein einzelner Ausreißerwert nicht so stark gewichtet wird. Diese Methode der Mittelwertsberechnung ist nach den EU-Vorgaben bei der Mittelwertberechnung für Zell- und Keimzahl der Milch zu verwenden.

Wie wird der geometrische Mittelwert berechnet?

Die einzelnen Ergebnisse werden multipliziert und dann die Wurzel (n) aus dem Ergebnis gezogen. Das „n“ steht in diesem Fall für die Anzahl der vorliegenden Ergebnisse.

Berechnungsbeispiel geometrischer Mittelwert:

Es liegen folgende Keimzahlergebnisse aus den letzten beiden Monaten vor:

Monat 1: 10.000 Keime/ml und 28.000 Keime/ml

Monat 2: 120.000 Keime/ml und 35.000 Keime/ml

Um einfacher rechnen zu können, wird mit den Zahlen 10, 28, 120 und 35 gerechnet. Das Ergebnis wird im letzten Rechenschritt wieder mit 1.000 multipliziert.
 

1. Schritt:

Die vier Zahlen werden nacheinander miteinander multipliziert - also „mal genommen“:

Rechnung: 10 x 28 x 120 x 35 = 1.176.000

2. Schritt:

Nun wird von diesem Ergebnis (1.176.000) die 4. Wurzel gezogen. Dazu verwendet man einen Taschenrechner oder ein Programm, das diese Funktion beherrscht.

Man kann die 4-te Wurzel aber auch in mehreren Schritten ziehen.

Rechnung: 4 √1.176.000

ist berechenbar durch: 1.176.000 ¼     = 1.176.000 0,25

= 32,931  

Es befanden sich also 33.000 Keime/ml im Durchschnitt der letzten zwei Monate in der Anlieferungsmilch.
Liegen in den zwei Monaten fünf Ergebnisse vor, so multipliziert man diese fünf Zahlen miteinander – und zieht die 5. Wurzel.

 

Bei der Berechnung der Zellzahl ist ebenso vorzugehen, nur müssen hier die Werte aus drei Monaten in Betracht gezogen werden.

Berechnungs-Hilfe:

Um die Berechnung zu vereinfachen, hat der Milchprüfring Bayern e.V. eine MS-Excel-Datei zur Berechnung des geometrischen Mittelwerts bereitgestellt. Dabei wird mit der Funktion „Geo Mittel“ der geometrische Mittelwert berechnet.

Diese Datei finden Sie im „Downloadcenter“.

Bitte beachten Sie: Zur Ermittlung des Mittelwertes bei Keimzahl werden zwei Monate herangezogen, beim Zellgehalt drei Monate. Sie müssen in der Excel-Tabelle bei der Keimzahlberechnung Ihre Werte aus zwei Monaten eingeben, bei der Zellzahlberechnung die Werte aus drei Monaten. Der geometrische Mittelwert wird dann automatisch berechnet.

 

Einstufung des Ergebnisses:

„S“-Klasse
< 50 000 im Durchschnitt aus 2 Monaten oder im laufenden Monat

„Güte“-Klasse

<100.000 im Durchschnitt aus 2 Monaten oder im laufenden Monat

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