Organisation und Untersuchungen im Rahmen der MilchGüV

Diese „Verordnung über die Güteprüfung und Bezahlung der Anlieferungsmilch“ regelt die Untersuchungshäufigkeit für den Fett- und Eiweißgehalt, den Gehalt an somatischen Zellen und die bakteriologische Beschaffenheit, den Nachweis von Hemmstofffreiheit und die Ermittlung des Gefrierpunkts. Darüber hinaus legt die Verordnung bezahlungsrelevante Grenzwerte für die bakteriologische Beschaffenheit und den Gehalt an somatischen Zellen fest.

 

Für die Untersuchungshäufigkeit gilt zur Zeit in Bayern:

Prüfkriterien   Untersuchungen je
Landwirt/Monat                                                                         
Mittelwertbildung und Abrechnungszeitraum                                         
Fettgehalt/Eiweißgehalt 6 x arithmetisches Mittel des aktuellen Monats
Gehalt an somatischen Zellen 4 x geometrisches Mittel über 3 Monate
Bakteriologische Beschaffenheit (Keimzahl) 2 x geometrisches Mittel über 2 Monate
Ermittlung des Gefrierpunkts 4 x arithmetisches Mittel des aktuellen Monats
Nachweis der Hemmstofffreiheit 4 x nur Einzelwerte des aktuellen Monats relevant

 

Zu den Aufgaben des mpr gehören ebenfalls die Einstufung der Ergebnisse hinsichtlich der Bezahlung der Anlieferungsmilch und die Übermittlung der Daten für die Milchgeldabrechnung an die Molkereien oder deren beauftragte Rechenzentren. Die Milchinhaltstoffe Fett und Eiweiß bilden die Grundlage für den Milchauszahlungspreis der Molkereien. Der Standardauszahlungspreis ist seit 01.01.2006 bei 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß festgelegt. Für höhere bzw. niedrigere Milchinhaltsstoffe werden dementsprechend Zu- oder Abschläge von den Molkereien angewendet. Ebenso gelten Regelungen für den Qualitätsstatus der Milch. Die Ergebnisse der Arbeit des Milchprüfrings sind somit wichtige Grundlage für die Milchgeldzahlung der Molkereien an die Milcherzeuger.

Zur Erfüllung dieser Aufgabe werden in der Regel sechs bzw. acht zufällig über das Monat verteilte Proben von jedem Milcherzeugerbetrieb genutzt. Viele Molkereien nutzen die Möglichkeit mehr Proben auf bezahlungsrelevante Werte Fett/Eiweiß untersuchen zu lassen. Diese Proben werden durch automatische Probenahmegeräte in den Milchsammelwagen ohne Vorankündigung an den Erzeuger unter einem strengen Qualitätssicherungsregime gezogen und analysiert. Sie bilden die Grundlage für die Laboruntersuchungen auf Fett, Eiweiß, Zellgehalt, Keimgehalt, Gefrierpunkt und Hemmstoffe.

 

Die für die Gütebezahlung geltenden Grenzwerte sind durch die MilchGüV geregelt:

S-Klasse

≤ 50.000 Keime/ml

≤ 300.000 Zellen/ml

Güteklasse 1 ≤ 100.000 Keime/ml
Güteklasse 2 > 100 000 Keime/ml
Zellzahlgrenze < 400.000 Zellen/ml
Gefrierpunkt -0,515
Hemmstoffe keine Hemmstoffe nachweisbar

 

Zur Ermittlung des Keimgehaltes werden die Werte der letzten beiden Monate herangezogen, aus diesen Werten wird der geometrische Mittelwert berechnet. Die Ermittlung des Zellgehaltes erfolgt ebenso, hier werden die Werte der letzten 3 Monate in Betracht gezogen.

Weitere Informationen zur Berechnung des Mittelwertes beim Keim- und Zellgehalt finden Sie unter Berechnung Mittelwert. Eine Excel-Tabelle zur einfachen Berechnung der Mittelwerte für Zell- und Keimzahl wird im Downloadcenter bereitgestellt.

Bitte beachten Sie: Zur Ermittlung des Mittelwertes bei Keimzahl werden zwei Monate herangezogen, beim Zellgehalt drei Monate. Sie müssen in der Excel-Tabelle bei der Keimzahlberechnung Ihre Werte aus zwei Monaten eingeben, bei der Zellzahlberechnung die Werte aus drei Monaten. Der geometrische Mittelwert wird dann automatisch berechnet.

Die Entwicklung der Anzahl der Untersuchungen (ohne LKV) in den vergangenen Jahren

Jahr       Fettgehalt/Eiweißgehalt
(in Tausend)
Gehalt an somatischen Zellen (in Tausend)                  Bakteriologische Beschaffenheit
(in Tausend)                               
Hemmstoff
(in Tausend)                          
Gefrierpunkt
 (in Tausend)                                    
2015 4.391 1.789   862 1.868 3.530
2014 4.037 1.779   885 1.934 3.268
2013 4.070 1.980   907 1.992 3.270
2012 3.497 1.886   936 2.085 2.574
2011 2.956 1.967   971 2.144 2.089
2010 2.956 2.041 1.012 2.254 1.801
2009 3.097 2.149 1.057 2.362 1.611
2008 3.158 2.198 1.095 2.450 1.674
2007 3.219 2.248 1.111 2.507 1.786
2006 3.297 2.266 1.140 2.612 1.875
2005 3.386 2.328 1.181 2.681 2.064
2004 3.538 2.392* 1.240 2.730 2.228
2003  3.660** 1.288 1.257 2.741 2.264*
2002 2.681 1.367 1.291 2.645 1.064
2001 2.645 1.357 1.352 2.659 1.353
2000 2.749 1.407 1.404 2.845 1.398
1999 2.993 1.531 1.530 3.096 1.530

*    Erhöhung der Untersuchungshäufigkeit von 2 auf 4 pro Monat.
**  Erhöhung der monatlichen Stichproben von 6 auf 8 seit 1. Januar 2003 
Die Zahlen beinhalten auch Proben von Landwirten außerhalb Bayerns, die an bayerische Molkereien liefern.

Informationen zur Milchgüteverordnung können Sie in unserem Downloadcenter herunterladen. 

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