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Milchpur 1.2022 erschienen

Wir freuen uns, Ihnen wieder eine interessante Zusammenstellung von Themen rund um die Milcherzeugung bieten zu können. Du hast Spaß am Malen? Dann mach mit bei unserem großen Malwettbewerb für Kinder, den wir anlässlich unserer 75. Milchpur-Jubiläums-Ausgabe veranstalten.

Die Verteilung über unsere mpr-Logistik hat bereits begonnen, sodass Sie in Kürze auch Ihr persönliches Exemplar in den Händen halten können. Wir bedanken uns bei den Milchsammelwagenfahrern, die für uns immer zuverlässig die Verteilung übernehmen.

Vorab können Sie die neue Ausgabe bereits online lesen.

 

Folgende Themen erwarten Sie:

  • Alfred Enderle übernimmt Leitung
  • Melken: Wir bauen um!
  • Für jede Anforderung die passende Lösung
  • Sagen Sie Bakterien und Umweltkeimen den Kampf an
  • Gesund durch den Winter
  • Unterschätzte Quälgeister
  • Stoffwechselerkrankungen früher erkennen
  • Neues Tierarzneimittelrecht
  • Nachgeburtsverhalten ? Nein, danke!
  • Attraktive Alternativen
  • Nur die halbe Wahrheit
  • DCAB-Konzept als Lösung?
  • Mais in Not

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen! Gerne können Sie auch in den letzten Ausgaben schmökern. Unter Milchpur - Archiv sind alle Ausgabe bis ins Jahr 2002 zu finden.

Premiere beim LKV

Das LKV Bayern hat den ersten Tierhaltungsbericht Milch herausgegeben und zeigt damit auf, welche umfassenden Dienstleistungen den bayerischen Milchviehhaltern zur Verfügung stehen, um ihre Betriebe nachhaltig, wirtschaftlich, umweltbewusst und gesellschaftlich anerkannt zu führen. Bei der LKV Mitgliederversammlung in Weichering wurde der Bericht unter Einhaltung der 2G+ Regeln offiziell an Hrn. MDg Friedrich Mayer (StMELF) und an Hrn. MdL Martin Schöffel (stellv. Vorsitzender Agrarausschuss Bay. Landtag) überreicht.

Mit dem Tierhaltungsbericht Milch wollen wir ein Zeichen setzen
Am 16. November 2021 wurde der erste LKV Tierhaltungsbericht Milch herausgegeben und bei der LKV Mitgliederversammlung in Weichering offiziell vorgestellt. In diesem Sinne danken wir auch herzlich der bayerischen Staatsregierung und unseren Agrarpolitikern im Bayerischen Landtag für ihre Unterstützung beim Weiterentwickeln der Nutztierhaltung. „Mit dem „LKV Tierhaltungsbericht Milch“ möchten wir ein Zeichen für alle bayerischen Milchviehhalter setzen“, erklärt LKV Geschäftsführer Ernest Schäffer. Die Tierhaltung und insbesondere das Wohlergehen unserer Nutztiere stehen im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Wahrnehmung und sind eine Herzensangelegenheit unserer Bauern.

Erzeugungs- und Qualitätsmonitoring
Mit dem Tierhaltungsbericht Milch möchten wir aufzeigen, welche umfänglichen Dienstleistungen wir unseren Milchviehhaltern bieten, damit sie ihre Milchkühe optimal betreuen kümmern. Wir unternehmen große Anstrengungen, damit die bayerischen Bauern gesunde, robuste und langlebige Milchkühe für eine nachhaltige Lebensmittelerzeugung halten können. Das Erzeugungs- und Qualitätsmonitoring in Form der Milch- und Fleischleistungsprüfung bildet die Datengrundlage und Erfolgskontrolle für Beratung, Herdenmanagement, Fütterung, Tiergesundheit, Tierzucht, Viehvermarktung und die Wirtschaftlichkeit unserer Betriebe.

Das einzelne Tier steht im Fokus
Jede Leistungsprüfung ist eine Einzeltierbewertung. Dabei werden die messbaren Tierund Leistungsdaten (Milchleistung, Lebensdauer, Gewichtszunahme, Gesundheit, Robustheit usw.) analysiert und ermöglichen folglich einzeltierbezogene Managemententscheidungen. Elf Mal pro Jahr erhalten unsere Milchviehhalter den MLPZwischenbericht. Anhand des jährlichen Betriebsvergleiches können sie sich horizontal, vertikal, regional sowie überregional mit anderen Betrieben vergleichen. Dabei werden auch auffällige Tiere anhand von Ziel- und Alarmwerten ausgewiesen. Das Benchmark stellt für die Betriebe ein optimales Hilfsmittel für das Herdenmanagement und die Einzeltierbetreuung dar. Der LKV-Herdenmanager und die LKV-Rind App bündeln die

aufgewerteten Einzeltierdaten und helfen den Betriebsleitern nachhaltige Entscheidungen zu treffen.

Beratung vor Ort
Mit unseren Beratungsangeboten unterstützen wir Haupt- wie Nebenerwerbsbetriebe und konventionell wie ökologisch wirtschaftende Betriebe bei den täglichen Fragen rund um Haltung, Stallklima, Fütterung, Zuchtauswahl, Wirtschaftlichkeit sowie Nährstoffbilanzierung und Düngeverordnung. Eine professionelle wie neutrale Beratung helfen den Landwirten Schwachstellen zu erkennen und diese durch einfache Maßnahmen abzustellen. Ca. 70 Milchviehberater bieten Beratungsleistungen zur Optimierung und Verbesserung der Milchviehproduktion inklusive der Automatischen Melksysteme und zur Steigerung des Kuhkomforts an. Auch zu den Themen Kälberhaltung, Jungviehaufzucht, Anpaarung und Eutergesundheit stehen unsere Berater den Landwirten mit ihrer Expertise zur Verfügung. Mit der Etablierung von neuen wie alternativen Haltungssystemen, der Erzeugung besten Grundfutters, einer Erhöhung der Grundfutterleistung, einer individuell angepassten Fütterung als auch einer gesunden und langlebigen Zuchtauswahl leisten wir einen wertvollen Beitrag zur Steigerung des Tierwohls und zum Schutz der bayerischen Umwelt.

 

Quelle: LKV Bayern

milchZert GmbH: Marie Janson übernimmt Geschäftsführung

Im Oktober wurde der anstehende Wechsel in der Geschäftsführung der milchZert GmbH vollzogen. Die Nachfolgerin des langjährigen Geschäftsführers Dr. Christian Baumgartner kommt aus den eigenen Reihen.

 

Marie Janson, bisherige Leiterin der Zertifizierungsstelle, wurde am 29.10.2021 als neue Geschäftsführerin ins Handelsregister eingetragen; gleichzeitig schied Baumgartner als Geschäftsführer aus. Baumgartner, seit Gründung der milchZert GmbH im Jahr 2015 alleiniger Geschäftsführer, beendet seine Tätigkeit beim Milchprüfring zum 31.12., was der Vorstand des mpr, als Gesellschafter der milchZert GmbH, bereits im Sommer zum Anlass nahm, die Nachfolge der Tochter neu zu regeln. Neben der neuen Aufgabe wird Janson auch weiterhin die Leitung der Zertifizierungsstelle innehaben.

 

Marie Janson kam 2017 als Mitarbeiterin im Bereich Koordination der Audits auf den landwirtschaftlichen Betrieben zum Milchprüfring Bayern e.V. Zum 1. August 2019 wechselte sie zur milchZert GmbH, um die Leitung der Zertifizierungsstelle von Stephan Czech zu übernehmen.

Genossenschaftsverband Bayern: ein Besuch in Wolnzach

Mitte Oktober kündigte sich der Genossenschaftsverband Bayern (GVB) an, um eine Reportage über die Arbeit des mpr zu schreiben und zu drehen.

Der Artikel inklusive Video erscheint in der nächsten Online-Ausgabe (11/2021) von "Profil - das bayerische Genossenschaftsblatt". Das digitale Mitgliedermagazin des GVB berichtet über die bayerischen Genossenschaften und ihre Anliegen, darunter auch über die genossenschaftlichen Molkereien und Sennereien.

Warme Milch macht schläfrig

Einem alten Ratschlag zufolge fördert ein Glas warme Milch vor dem Schlafengehen eine gute Nachtruhe. Die schlaffördernden Eigenschaften der Milch werden gemeinhin dem Tryptophan zugeschrieben, aber Wissenschaftler haben auch eine Mischung aus Milchpeptiden entdeckt, das so genannte tryptische Kaseinhydrolysat (CTH), das Stress abbaut und den Schlaf fördert. Jetzt haben Forscher, die im ACS Journal of Agricultural and Food Chemistry berichten, spezifische Peptide in CTH identifiziert, die eines Tages in neuen, natürlichen Schlafmitteln verwendet werden könnten.

Laut den U.S. Centers for Disease Control and Prevention bekommt ein Drittel der Erwachsenen in den USA nicht genug Schlaf. Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine und Zolpidem werden häufig zur Behandlung von Schlaflosigkeit verschrieben, können aber Nebenwirkungen haben und Menschen können davon abhängig werden. Viele Beruhigungsmittel wirken, indem sie den GABA-Rezeptor aktivieren, ein Protein im Gehirn, das Nervensignale unterdrückt. Wissenschaftler haben auch mehrere natürliche Peptide oder kleine Teile von Proteinen entdeckt, die den GABA-Rezeptor binden und angstlösende und schlaffördernde Wirkungen haben. Wenn beispielsweise ein Protein in Kuhmilch, das Kasein, mit dem Verdauungsenzym Trypsin behandelt wird, entsteht eine Mischung aus schlaffördernden Peptiden, die als CTH bekannt ist. Innerhalb dieser Mischung wurde ein spezifisches Peptid namens α-Casozepin (α-CZP) identifiziert, das für einige dieser Wirkungen verantwortlich sein könnte. Lin Zheng, Mouming Zhao und Kollegen fragten sich, ob sie in CTH noch andere, vielleicht noch stärkere, schlaffördernde Peptide finden könnten.

Die Forscher verglichen zunächst die Wirkungen von CTH und α-CZP in Schlaftests mit Mäusen und stellten fest, dass CTH bessere schlaffördernde Eigenschaften zeigte als α-CZP allein. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass neben α-CZP noch andere schlaffördernde Peptide in CTH enthalten sind. Das Team nutzte dann die Massenspektrometrie, um bioaktive Peptide zu identifizieren, die während einer simulierten Magenverdauung aus dem CTH freigesetzt werden, und überprüfte diese Peptide virtuell auf ihre Bindung an den GABA-Rezeptor und auf ihre Fähigkeit, die Blut-Hirn-Schranke zu passieren. Als die stärksten Kandidaten an Mäusen getestet wurden, erhöhte das beste Peptid (YPVEPF) die Zahl der Mäuse, die schnell einschliefen, um etwa 25 % und die Schlafdauer um mehr als 400 % im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Neben diesem vielversprechenden Peptid sollten weitere CTH-Peptide erforscht werden, die den Schlaf über andere Wege verbessern könnten, so die Forscher.

Die Autoren bedanken sich für die Finanzierung durch die National Natural Science Foundation of China, das Guangdong Provincial Key R&D Program, das Shandong Provincial Key R&D Program und das Specific Fund Program for Basic and Applied Basic Research of Guangdong Province.

Die American Chemical Society (ACS) ist eine gemeinnützige Organisation, die vom US-Kongress gegründet wurde. Die Aufgabe der ACS besteht darin, die Chemie im weiteren Sinne und ihre Fachleute zum Nutzen der Erde und aller Menschen zu fördern. Die Gesellschaft ist weltweit führend bei der Förderung von Spitzenleistungen in der wissenschaftlichen Ausbildung und bietet Zugang zu chemierelevanten Informationen und Forschungsergebnissen durch ihre zahlreichen Forschungslösungen, begutachteten Fachzeitschriften, wissenschaftlichen Konferenzen, eBooks und die wöchentliche Nachrichtenzeitschrift Chemical & Engineering News. Die ACS-Zeitschriften gehören zu den meistzitierten, vertrauenswürdigsten und meistgelesenen der wissenschaftlichen Literatur; ACS selbst betreibt jedoch keine chemische Forschung. Als führendes Unternehmen im Bereich wissenschaftlicher Informationslösungen arbeitet die CAS-Abteilung mit globalen Innovatoren zusammen, um Durchbrüche zu beschleunigen, indem sie das wissenschaftliche Wissen der Welt kuratiert, verbindet und analysiert. Die Hauptbüros von ACS befinden sich in Washington, D.C., und Columbus, Ohio.

 

Originalveröffentlichung: Identification and Screening of Potential Bioactive Peptides with Sleep-Enhancing Effects in Bovine Milk Casein Hydrolysate

Tierhaltung weiterhin Unfallschwerpunkt

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) konnte für das Jahr 2020 einen Rückgang der Arbeitsunfälle verzeichnen. Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle sank auf den tiefsten Wert seit Jahren.

Das geht aus der Unfallstatistik der SVLFG hervor. So ereigneten sich in 2020 mit insgesamt 64.060 meldepflichtigen Unfällen sechs Prozent weniger als im Jahr davor (2019: 68.064). Mit 113 Unfalltoten verzeichnete die SVLFG den niedrigsten Stand der letzten fünf Jahre (2019: 132).

Tierhalter sehr gefährdet
Auch wenn die Zahl der Unfallopfer im Bereich der Tierhaltung sogar um 8,3 Prozent zurückgegangen ist, bleibt der Umgang mit Großvieh die größte Gefahrenquelle in der Landwirtschaft. 14.781 Unfälle mit einer Arbeitsunfähigkeit von
mehr als drei Tagen im Bereich der Tierhaltung (2019: 16.127), 15 davon tödlich (2019: 21), wurden der SVLFG im Jahr 2020 gemeldet. Aufgrund dieser hohen Unfallzahlen trat zum 1. April 2021 eine novellierte Fassung der Vorschriften für Sicherheit und Gesundheitsschutz (VSG) 4.1 „Tierhaltung“ in Kraft, die Tierhalter noch besser schützen soll.

Entspannung im Forst
Erstmals seit Bestehen der SVLFG ist die Zahl der meldepflichtigen Forstunfälle mit 4.834 auf unter 5.000 gesunken (2019: 5.257). 26 Versicherte verstarben verletzungsbedingt bei der Waldarbeit (2019: 36). Mögliche Gründe für die positive Entwicklung sehen die SVLFG-Präventionsfachleute im gestiegenen Technikeinsatz auf den großen Schadholzflächen sowie in den allerorts sensibilisierenden Präventionsaktivitäten innerhalb der Branche.

Mehr Unfälle im Gartenbau und bei Landschaftspflegearbeiten
Gegen den allgemeinen Trend verzeichnete der Bereich Gartenbau- und Landschaftspflegearbeiten mehr Arbeits- und Wegeunfälle als im Vorjahr. 13.404 Personen verunglückten bei diesen Arbeiten oder auf dem Weg dorthin (2019: 12.740), acht davon tödlich (2019: sechs). Das gestiegene Unfallgeschehen auf Garten- und Landschaftsbaustellen korrespondiert mit dem Auftragshoch im Garten- und Landschaftsbau während der Corona-Pandemie.

Berufskrankheiten: Hauterkrankungen nach wie vor auf Platz eins
Für 2020 weist die SVLFG-Statistik 4.666 Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit aus (2019: 4.942). 2.552 davon betreffen Hautkrankheiten (2019: 2.806). Sie sind die mit Abstand am häufigsten gemeldeten Erkrankungen.

Rückgang der neuen Unfallrenten
Eine positive Entwicklung ist der Rückgang der neu bewilligten Unfallrenten auf 1.384 (2019: 1.517). Das sind neun Prozent weniger als im Vorjahr. Daran lässt sich ablesen, dass die Unfälle seltener einen schweren Verlauf mit bleibenden Unfallfolgen genommen haben als im Vorjahr – ein Trend, der sich seit 2016 zurückverfolgen lässt.

 

 

Quelle: SVLFG

Alfred Enderle übernimmt Leitung

Der mpr wird künftig von einem geschäftsführenden Vorstand geleitet.

 

Wolnzach, 28. September 2021 – Der Milchprüfring Bayern e.V. hat in der heutigen Sitzung des Vorstandes gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden einmütig beschlossen, die operative Geschäftsführung des Vereines in die Zuständigkeit des Vorstands zu verlagern.

Der Vorstand wurde von den Vertretern der Mitgliedsverbände beauftragt, die entsprechenden notwendigen Schritte dafür einzuleiten. Gleichzeitig soll die Führungsstruktur durch ein Aufsichtsratsgremium ergänzt werden. Ziel ist die Verankerung der entsprechenden Regelungen in der Satzung bis zum Ende des Jahres 2021.

Hintergrund der Entscheidung sind neben personellen Änderungen die sich gravierend verändernden Rahmenbedingungen für die bayerische Milchwirtschaft. Durch die eingeleiteten Schritte sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um Synergien innerhalb des Milchprüfrings und dessen Tochterunternehmen zu nutzen und gleichzeitig die Vernetzung mit Einrichtungen der süddeutschen Milchwirtschaft auszubauen.

Erster geschäftsführender Vorstand wird ab Januar 2022 der bisherige Vorstandsvorsitzende Alfred Enderle, der den Milchprüfring Bayern e.V. in enger Zusammenarbeit mit den leitenden Mitarbeitern und den beiden ehrenamtlichen Vorstandskollegen führen wird.

 

Dr. Christian Baumgartner - Geschäftsführer Milchprüfring Bayern e.V.
 

StiKo-Vet-App - Angekommen im digitalen Zeitalter

Die StIKo Vet wird digital! Seit dem 1. Juli 2021 gibt es die StIKo-Vet-App für mobile Endgeräte. Die App soll den Zugang zu den Impfempfehlungen und Stellungnahmen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) erleichtern. Die Anwendung wurde so intuitiv wie möglich gestaltet. Unterteilen lässt sich die App in drei wesentliche Bereiche:

  • In der „Impftabelle“ finden Sie die Impfampeln, so wie sie in den jüngeren Leitlinien abgebildet sind, samt den dazugehörigen Impfempfehlungen. Für den schnellen Blick auf dem Handy bietet sich die Impftabelle an. Der Text ist im HTML-Format geschrieben und passt sich automatisch an die Bildschirmgröße an. Die PDF-Dokumente sind eher für größere Bildschirme, d.h. für ein iPad oder Tablet, geeignet.
  • Im Bereich „Stellungnahmen“ finden Sie die aktuellen StIKo Vet Stellungnahmen als PDF jeweils mit einem kurzen, zusammenfassenden Text. Die Stellungnahmen sind als Ausarbeitungen zu speziellen Themen eher für das Selbststudium gedacht.
  • Im Bereich „Leitlinien“ sind alle Leitlinien als PDF-Dokumente enthalten. Die Leitlinien vermitteln vor allem allgemeines Basiswissen und können ggf. auch im Gespräch mit dem Patientenbesitzer oder Betriebsleiter eine Argumentationshilfe darstellen.

Die Anwendung verfügt über einige Zusatzfunktionen: Zum Beispiel kann über die Suchfunktion nach entsprechenden Schlagworten gesucht und dann das angezeigte Dokument geöffnet werden. Die Inhalte werden automatisch auf dem Endgerät aktualisiert. Außerdem können Sie wählen, ob Sie Push-Nachrichten über aktuelle Informationen erhalten möchten. Mit Hilfe eines Kontaktformulars können Anfragen direkt an die Geschäftsstelle gerichtet werden. Die PDF-Dokumente werden auf dem Endgerät gespeichert, sodass die Anwendung auch unter „Feldbedingungen“, d.h. in Gegenden mit schlechter Netzabdeckung funktionieren kann.

Neugierig geworden? Sie finden die Anwendung kostenlos im Apple Store oder im Google Playstore unter „StIKo Vet“. Feedback wird sehr gewünscht, denn so können kleinere Probleme schnell behoben werden. Allgemeine Anregungen sollen dazu genutzt werden, die Anwendung in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln.

 

Quelle: StiKo Vet

Milchpur 4.2021 erschienen

Wir freuen uns, Ihnen wieder eine interessante Zusammenstellung von Themen rund um die Milcherzeugung in unserem Magazin bieten zu können. Die Verteilung über unsere mpr-Logistik hat bereits begonnen, sodass Sie in Kürze auch Ihr persönliches Exemplar in den Händen halten können.

Wir bedanken uns bei den Milchsammelwagenfahrern, die für uns immer zuverlässig die Verteilung an alle Milchbauern in Bayern übernehmen.

Vorab können Sie die neue Ausgabe bereits online lesen.

Aus dem Inhalt:

  • Neues Vorstandsmitglied                  
  • StIKo-Veterinärmedizin-App
  • DLG-Programm Milchviehhaltung    
  • Zielgerichtet vorgehen 
  • Was bringen Dippmittel? 
  • Neue Melkroboter-Generation
  • Gesunde Klauen: Das A und O  
  • Stressfrei Klauen pflegen 
  • Für einen guten Start  
  • Mehr Tierwohl im Kälberstall
  • Die perfekte Ration                          
  • Trogration als Erfolgsfaktor? 
  • Sauber wie von selbst
  • Herbizide: Neue Wirkstoffe

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen! Gerne können Sie auch in den letzten Ausgaben schmökern. Unter Milchpur - Archiv sind alle Ausgabe bis ins Jahr 2002 zu finden.

Landwirtschaftszählung 2020

Bayern

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik mitteilt, wurden im Rahmen der Landwirtschaftszählung 2020 in Bayern insgesamt 84.756 landwirtschaftliche Betriebe ermittelt, davon hielten 56.143 Betriebe Vieh (66,2 %). In den vergangenen 10 Jahren ist die Zahl der viehhaltenden Betriebe in Bayern um 26,1 % zurückgegangen. Die größte Einzelposition bildeten hier die Rinderhalter mit 38.808 Betrieben.
Die Zahl der rinderhaltenden Betriebe ist in den vergangenen zehn Jahren um 29,1 %, die Zahl der milchkuhhaltenden Betriebe sogar um 36,7 % auf nunmehr 26.609 Betriebe mit 1.118.491 Milchkühen zurückgegangen. Insbesondere bei der Milchkuhhaltung bestätigte sich der allgemein zu beobachte
nde Trend zu weniger, gleichzeitig aber größeren Betrieben: Wurden im Jahr 2010 noch durchschnittlich 30 Milchkühe je Betrieb gehalten, stieg dieser Wert im Jahr 2020 auf 42. Bundesweit wurden sogar durchschnittlich 72 Milchkühe je Betrieb gehalten.

 

Deutschland

Am 1. März 2020 gab es in Deutschland 99.300 Betriebe, die ihre Rinder in Stallungen hielten, mit insgesamt rund 11,5 Mio. Stallhaltungsplätzen. Mit einem Anteil von 83 % aller Haltungsplätze war die Laufstallhaltung die vorherrschende Haltungsform. Lediglich bei 10 % der Haltungsplätze waren die Rinder in Anbindehaltung untergebracht und 7 % entfielen auf weitere Haltungsverfahren, wie z. B. Kälberiglus. Insgesamt verringerte sich die Anzahl der Haltungsplätze für Rinder seit dem Jahr 2010 um 2,6 Mio. (-18 %). Den deutlichsten Rückgang von Haltungsplätzen verzeichnete die Anbindehaltung: Deren Zahl sank von 3,0 Mio. (2010) auf 1,1 Mio. (2020) und damit um rund 62 %. 7 % aller Haltungsplätze hatten 2020 einen Zugang zu einem Laufhof. Im Laufe des Jahres 2019 konnten 3,6 Mio. Rinder und damit rund 31 % aller Rinder in Deutschland auf Weiden grasen. Im Zehnjahresvergleich zeigt sich ein Rückgang der Weidehaltung, da 2010 noch 37 % der Rinder die Möglichkeit zum Weidegang hatten. Regional gibt es große Unterschiede in der Weidehaltung: In Bayern, dem Bundesland, in dem die meisten Rinder gehalten werden, lag der Anteil der Weidenutzung mit 17 % deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. In Niedersachsen, dem Land mit dem zweitgrößten Rinderbestand hatten 34 % der Rinder eine Möglichkeit zur Weidenutzung.

 

Landwirtschaftszählung

Die Landwirtschaftszählung ist die größte landwirtschaftliche Erhebung und erfasst im Abstand von zehn Jahren wichtige Daten der landwirtschaftlichen Betriebe in Bayern und den anderen Ländern. Weiterführende Informationen zum Thema „Tierhaltung im Wandel“ in Form einer StoryMap finden Sie im gemeinsamen Statistikportal des Bundes und der Länder. Insgesamt werden im gemeinsamen Statistikportal des Bundes und der Länder bis in den Herbst 2021 hinein zehn interaktive StoryMaps zu den Themen Ackerbau, Viehbestand, Ökolandbau, Pachten, Arbeitskräfte und Beruf, Betriebsformen und Hofnachfolge, Weinbau, Dünger, Boden und Bewässerung sowie Viehhaltung veröffentlicht.

 

Wer ist auskunftspflichtig? Welche Fragen werden gestellt?

Alle Betriebe, die bestimmte Flächengrößen oder Tierzahlen überschreiten, sind bei der Landwirtschaftszählung 2020 auskunftspflichtig. Die Grenzen – Erfassungsgrenzen genannt – liegen bei fünf Hektar landwirtschaftlicher Fläche oder bei z. B. zehn Rindern oder 50 Schweinen. Betriebe mit Dauerkulturen, wie z. B. der Obsthof oder die Baumschule, sind bereits ab einem halben Hektar auskunftspflichtig. Dabei ist der Fragenumfang unterschiedlich: Alle auskunftspflichtigen Betriebe müssen zu dem allgemeinen Teil der Landwirtschaftszählung Auskunft geben. Nur ein Teil aller Betriebe, die sogenannten Stichproben-Betriebe, muss zusätzliche Fragen beantworten. Diese Stichprobe wird nach einem mathematischen Verfahren ermittelt und stellt ein verkleinertes Abbild aller Betriebe dar. Durch die Befragung dieses Teils der Betriebe – stellvertretend für alle – werden die anderen Landwirtinnen und Landwirte entlastet.

 

Quellen: Bayerisches Landesamt für Statistik u. agrar Presseportal

Änderungen in der Tierschutztransportverordnung

Weitgehend unbemerkt von den Medien hat der Bundesrat eine tierschutzrelevante Änderung der Tierschutztransportverordnung beschlossen. Kälber dürfen nun erst ab der 5. Lebenswoche transportiert werden, statt wie bisher ab der 3. Woche.

Bisher mussten Kälber, die auf einen Transport gehen sollen, über 14 Tage alt sein. Nun soll für sie nach dem Beschluss des Bundesrates zur Änderung der Tierschutztransportverordnung ein Transportverbot bis zum 28. Lebenstag gelten. Damit folgt die Länderkammer den Forderungen eines Positionspapiers zum Thema Kälbertransporte, das die Bundestierärztekammer (BTK) und die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) im Februar dieses Jahres veröffentlicht hatten. Die Fachleute betonten, dass Kälber bis zur Entwicklung eines stabilen Immunsystems bis zum Abschluss der 4. Lebenswoche als „Tiere mit physiologischen Schwächen“ gelten und deshalb bis zu diesem Zeitpunkt nicht transportfähig sind.

Brüssel prüft die Verordnung derzeit

Zurzeit liegt die Verordnung im Zuge des üblichen Notifizierungsverfahrens bei der Europäischen Kommission. Damit ist eine dreimonatige Stillhaltefrist verbunden. Wie eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums gegenüber agrarheute erklärte, soll die Verordnung möglichst im Oktober 2021 verkündet werden. Nach Ablauf der vorgesehenen Übergangsfrist könnte das Transportverbot für Kälber im Alter bis 28 Tagen folglich ab dem 1. November 2022 gelten.

Auswirkungen für die Betriebe

Der Bundesrat weist in den Ausführungen zu seinen Beschlüssen darauf hin, dass die vorgesehene Änderung erhebliche Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Betriebe und Strukturen haben werden. Dies gilt ins­be­son­dere für die Re­ge­lung, dass Kälber erst ab der 5. Le­bens­wo­che trans­por­tiert wer­den dürfen. Da die Kälber nun länger in den Betrieben bleiben, müssen ausreichend räumliche sowie personelle Kapazitäten für ihre Unterbringung und Betreuung geschaffen werden. Darüber hinaus wird bei den Transporten der Platzbedarf pro Tier größer. Vor diesem Hintergrund räumt die Verordnung eine Übergangszeit von einem Jahr ein.

Deutlich längere Übergangsfrist gefordert

Der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) fordert eine deutlich längere Übergangsfrist für die längere Haltedauer. „Dieses Verbot verschärft die ohnehin schlechte Wirtschaftlichkeit von Bullenkälbern auf den Erzeugerbetrieben“, stellte BRS-Geschäftsführerin Dr. Nora Hammer fest. Zusätzliche Stallkapazitäten müssten auf den Erzeugerbetrieben geschaffen werden. Folglich würden Investitionen in einem Bereich notwendig, in dem bisher schon keine Gewinne erzielt würden. Nach Auffassung des Verbandes hätten im Vorfeld der Entscheidung im Bundesrat die Förderung der Umstrukturierung oder Erweiterung von Erzeugerbetrieben, alternative Absatzmärkte sowie weitere innovative Lösungsansätze angeboten werden müssen.

Auch die Landwirtschaftsverbände protestieren gehen die neue Verordnung und gehen von nicht-kompensierbaren Mehrkosten insbesondere für Milchviehhalter aus, die ihre Bullenkälber später verkaufen müssen.

 

 

Was droht bei einer Missachtung?

Verstöße ge­gen die durch das eu­ropäische Recht vor­ge­ge­be­nen Tem­pe­ra­tur­an­for­de­run­gen und Trans­port­ver­bote wer­den als Ord­nungs­wid­rig­kei­ten ge­ahn­det und mit Bußgel­dern be­wehrt.

 

Quelle: Vetimpulse und agrarheute

Weidehaltung: Fliegenbekämpfung mit System

Nur 20 % der Population sind als erwachsene Fliegen sichtbar. Als Hauptbrutstätte gelten zumeist Güllelager. Wiederkehrende und regelmäßige Maßnahmen wie eine gründliche Reinigung und Desinfektion sind im Kampf gegen Fliegen unerlässlich

Fliegen können auf der Weide aber auch in den warmen Stallbereichen ein ganzjähriges Problem sein. Zu einem echten Problem werden die kleinen schwarzen Quälgeister aber nicht nur, wenn die Tiere durch die große Anzahl durch die Fliegen belästigt werden, sondern Fliegen sind auch hervorragende Überträger von Bakterien und sogar Viren.

Das größte Problem ist häufig, dass die meiste Population der vorkommenden Fliegen nicht sichtbar ist. Bis zu 80 % der gesamten Population befindet sich nämlich im Eier-, Larven- oder Puppenstadium. Nur die 20 %, die wir sehen, sind die adulten Fliegen. Diese haben eine Lebensdauer je nach Art der Fliege von bis zu fünf Wochen. Also ist es wichtig, dass wir bei der Bekämpfung der Fliegen nicht nur die für uns und unsere Tiere lästigen Fliegen bekämpfen, sondern auch vorbeugend auf die verschiedenen Entwicklungsstadien der Fliege eingehen. Wie wir alle wissen, liegt das größte Problem häufig im Güllekeller und hier vor allem in den Schwimmschichten. Hier ist die Hauptbrutstätte der Fliegenpopulation zu finden. Der Einsatz von verschiedenem Raufutter fördert die beliebten Eierablageorte unterhalb der Spalten sogar. Des Weiteren werden Futterreste, die sich evtl. sogar im Güllekanal angesammelt haben, perfekte Ablageorte für die Fliegen.

Gründliche Desinfektion unabdingbar

Hier wäre das beste Mittel der Wahl das regelmäßige Ablassen der Gülle in kurzen Intervallen. Dadurch wird erreicht, dass sich die Fliegeneier sowie die Fliegenlarven nicht mehr im Stall verpuppen können und auch die adulte Fliege keine Eierablage mehr vornehmen kann. Das oberste Gebot ist natürlich die konsequente und gründliche Reinigung und Desinfektion des gesamten Abteils nach jedem Durchgang. Hier sind vor allem die Hotspots wie Futterautomaten oder Beschäftigungsmaterial gründlich zu reinigen. Natürlich ist es in der Praxis nicht immer einfach alle Bereiche perfekt zu reinigen. Dafür können wir aber weitere Hilfsmittel zur Fliegenbekämpfung in Anspruch nehmen.

Ein häufig eingesetztes Hilfsmittel sind Klebestreifen an den Fenstern oder Duftfallen, die im Stallabteil für wenige Euro aufgehängt werden können. Hier ist aber das regelmäßige Erneuern besonders wichtig. Das altbekannte UV-Licht ist für den Stallbereich häufig aufgrund nicht vorhandener Ammoniakbeständigkeit ungeeignet. Aber zum Teil hält der Markt ab 100 EUR auch hier Geräte vor, die im Stall eingesetzt werden können.

Vorsicht bei Chemie

Neben den biologischen Produkten, die auf pflanzlicher Basis arbeiten und somit ungiftig für Mensch und Tier sind, werden auch häufig chemische Präparate eingesetzt. Hier muss natürlich darauf geachtet werden, wann diese eingesetzt werden dürfen. Ein Einsatz im belegten Stall sollte am besten unterbleiben. Es werden hier Insektizide für die Bekämpfung der adulten Fliegen und Larvizide zur Bekämpfung der Eier- und Larvenpopulation unterschieden. Wichtig ist, dass man sich vorher am besten vom Fachmann beraten lässt. Schädlingsbekämpfer sind hier sehr gute Ansprechpartner.

Die letzten Jahre hört man immer häufiger vom Einsatz von Schlupfwespen und Güllefliegen als natürliche Fraßfeinde. Hier ist der Vorteil, dass die Güllefliege wenig fliegerische Aktivität zeigt und somit keine Belastung für die Tiere darstellt. Das Problem ist häufig aber die Ansiedlung der Güllefliege. Optimal ist eine Ansiedlung der Güllefliege im Frühjahr. Da bestehen die besten Chancen, dass sich die Güllefliege im Stall etabliert. Wichtig ist natürlich, wenn die Schlupfwespe oder die Güllefliege im Abteil ist, dass dann nicht die chemische Keule eingesetzt wird. Auch das kann die Güllefliege nicht überleben.

Für eine erfolgreiche und dauerhafte Fliegenbekämpfung ist wichtig, dass alle Bereiche gereinigt und sauber gehalten werden. Auch die Futterlagerung stellt häufig ein Problem dar. Wichtig ist, dass alle Maßnahmen regelmäßig und wiederkehrend durchgeführt werden.

Quelle: Sebastian Bönsch (LWK Niedersachsen)

DLG-Merkblatt „Hitzestress bei Milchkühen“

Der DLG-Ausschuss Technik in der Tierhaltung hat das Merkblatt 450 „Hitzestress bei Milchkühen“ komplett überarbeitet und die darin enthaltenen fachlichen Empfehlungen auf den neuesten technischen Stand gebracht. Die Autoren haben Erfahrungen aus der Praxis der vergangenen heißen Jahre darin einfließen lassen.

Milchkühe haben in den Sommermonaten oft das Problem, dass sie aufgrund ihrer hohen Milchleistung die damit verbundene Körperwärme nicht ausreichend an ihre Umgebung abführen können. Damit es nicht zu Stresssituationen bei hohen Umgebungstemperaturen kommt, sollten alle vorbeugenden baulichen und technischen Möglichkeiten genutzt werden, die im Stall mit vertretbarem Umbauaufwand möglich sind. Hierzu zählen alle Maßnahmen, die den natürlichen Luftwechsel steigern, die Luftgeschwindigkeit am Tier auf ein erträgliches Maß erhöhen und für einen verminderten Wärmeeintrag in den Stall sorgen.

Wenn alle baulichen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, können zusätzliche Ventilatoren, Luftverteilungssysteme oder Befeuchtungsanlagen installiert werden. Die Frage, wie wirtschaftlich der Einsatz von Unterstützungslüftung ist, kann jedoch nur auf einzelbetrieblicher Ebene beantwortet werden. Verbesserungen der Tiergesundheit und positive Einflüsse auf das Reproduktionsgeschehen sind hierbei ebenfalls zu berücksichtigen.

Die Neuauflage des DLG-Merkblatts 450 mit dem Titel „Vermeidung von Hitzestress bei Milchkühen“ beschreibt vorbeugende Maßnahmen sowie weitergehende Techniken zur Vermeidung von Hitzestress in bestehenden Stallsystemen und gibt Entscheidungshilfen für die Praxis. Es ist zusammen mit anderen aktuellen DLG-Publikationen unter online zu finden und kann auch als PDF heruntergeladen werden.

 

Quelle: DLG

VSG 4.1: Tierhalter gezielt unterstützen

Zu einem Meinungsaustausch anlässlich der zum 1. April 2021 novellierten „Vorschrift für Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Tierhaltung“ (VSG 4.1) lud Rudolf Heins, Mitglied des Vorstandes und Vorsitzender des Präventionsausschusses der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), am 12. Juli 2021 auf seinen Betrieb in Niedersachsen ein. Ziel war es, Herausforderungen sowie die Unterstützungsmöglichkeiten durch die SVLFG zu diskutieren. Viele Unternehmer sind verunsichert, wie sie die Anforderungen umsetzen können. Besonders im Fokus der Aufmerksamkeit stand der § 10 Absatz 10 der VSG 4.1. Rudolf Heins zeigte bei einem Rundgang auf seinem Betrieb daher Umsetzungsbeispiele auf. Wichtig sei, einfache technische und möglichst kostengünstige Lösungen für den Betrieb zu finden. „Es ist notwendig, die individuellen Umstände im Betrieb miteinzubeziehen“, erklärt Frank Gutheil, Arbeitsbereichsleiter der Prävention. Um dem Unternehmer eine Planungsmöglichkeit zu geben, hat die SVLFG eine Übergangsfrist von drei Jahren eingeräumt.

 

Fachexperten diskutierten Unterstützungsmöglichkeiten

An dem Meinungsaustausch nahmen SVLFG-Vorstandsmitglied Thomas Schröder, Karin Cordes, Präventionsausschuss, sowie Geschäftsführerin Claudia Lex teil. Bettina Hanfstingl und Wolfgang Scholz vertraten den Bayerischen Bauernverband. Manfred Tannen, Vizepräsident des Landvolks Niedersachsen, begrüßte diese Möglichkeit des persönlichen Gesprächs: „Informationen vor Ort anzubieten, ist elementar, um die Unternehmer bei der Umsetzung der Neuerungen zu unterstützen.“

 

Die SVLFG berät vor Ort

Die Präventionsfachkräfte der SVLFG unterstützen die Mitgliedsbetriebe auf Wunsch vor Ort. Zudem bieten sie auch die Möglichkeit einer Bauberatung an. Um die Betriebe gezielt zu erreichen und praxisnah zu vermitteln, warum die Anpassung der VSG 4.1 notwendig war, schlugen die Anwesenden bei dem Meinungsaustausch vor, Informationsveranstaltungen in den Bundesländern zu organisieren. „Tierbetreuer werden mit der novellierten Fassung der VSG 4.1 noch besser geschützt. Hier waren vor allem die nach wie vor hohen Unfallzahlen in der Rinder- und Pferdehaltung, aber auch Schilderungen von Beinaheunfällen Anlass für die Änderungen“, betont Rudolf Heins. Die SVLFG bietet Seminare zum sicheren Umgang mit Rindern an. Auch dort gehen die Kursleitenden auf die Umsetzung der neuen Bestimmung ein: https://www.svlfg.de/seminar-sicherer-umgang-mit-rindern

Auf der Webseite der SVLFG finden sich zudem Informationen zu den Neuerungen der VSG 4.1 sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen.

 

Vorgaben wurden dem Stand der Technik angepasst

Mit den Änderungen in der VSG 4.1 wurden unter anderem die Vorgaben für den Bau und Betrieb von Einrichtungen in der Nutztierhaltung sowie für den Umgang mit Tieren dem Stand der Technik angepasst. Dazu gehört, dass Rinderhalter die Deckbullen in Milchviehställen mit einer dreijährigen Übergangsfrist in separaten Deckbullenbuchten halten müssen. Sie dürfen im Stall nicht mehr in der Herde mitlaufen. Zudem müssen ausreichend Fixier-und Separiereinrichtungen vorhanden sein. Beim Besamen/Behandeln dürfen sich keine freilaufenden Tiere in dem Bereich aufhalten.

 

Quelle u. Bild (links) auf Slider Startseite: SVLFG

26.07.2021

München TV zu Gast beim mpr

Als waschechtes Münchner Kindl wird Sophia Dreyer von München TV vorgestellt, die mit viel Herzblut und Leidenschaft die Serie „Heimatgschichtn“ (TV München) moderiert. Nachdem ihr die Stadt vertraut ist, zieht es sie ins wunderschöne Umland. Dort trifft sie auf Trachtenvereine und Künstler, Historiker und Musiker, gstandene Oberbayern und charmante Zuagroaste. Und jeder hat seine Geschichte zu erzählen. Drei Wochen lang steht der Markt Wolnzach im Fokus. Dabei darf der mpr als Gegengewicht zum Hopfen natürlich nicht fehlen.

Am 12. Juli fanden daher die Dreharbeiten beim mpr in Wolnzach statt. Herausgekommen ist ein kurzer Beitrag, der vor allem spannende Einblicke in das Labor zeigt.

 

Beitrag in der Mediathek

Sie haben den Beitrag verpasst? Kein Problem, Sie finden den Beitrag in den Mediatheken von München TV und TV Ingolstadt.

19.07.2021

Fleischersatzprodukte und Fleisch ernährungsphysiologisch nicht gleichwertig

Weder das eine noch das andere ist gut oder schlecht, sie sind nur nicht dasselbe, sagen die Autoren. Pflanzliche Fleischersatzprodukte schmecken und kauen bemerkenswert ähnlich wie echtes Rindfleisch und die 13 Punkte, die auf ihren Nährwertangaben aufgeführt sind - Vitamine, Fette und Proteine - lassen sie im Wesentlichen gleichwertig erscheinen. Doch die genauere Untersuchung des Nährstoffgehalts von pflanzlichen Fleischalternativen durch ein Forschungsteam der Duke University mit Hilfe eines ausgefeilten wissenschaftlichen Werkzeugs, das als "Metabolomics" bekannt ist, zeigt, dass sie genauso unterschiedlich sind wie Pflanzen und Tiere.

 

Mit kleinen Tricks zum "perfekten" Fleischersatzprodukt

Die Hersteller von Fleischersatzprodukten haben große Anstrengungen unternommen, um das pflanzliche Produkt so fleischähnlich wie möglich zu machen, einschließlich der Zugabe von Leghämoglobin, einem eisenhaltigen Molekül aus Soja, und Extrakten aus roten Rüben, Beeren und Karotten, um Blutigkeit zu simulieren. Die Textur des Beinahe-Fleischs wird durch die Zugabe von unverdaulichen Fasern wie Methylcellulose verdickt. Und um die pflanzlichen Fleischalternativen auf den Proteingehalt von Fleisch zu bringen, verwenden sie isolierte Pflanzenproteine aus Soja, Erbsen und anderen pflanzlichen Quellen. Einige Fleischersatzprodukte fügen auch Vitamin B12 und Zink hinzu, um den Nährwert von Fleisch weiter zu replizieren.

Viele andere Nahrungsbestandteile sind jedoch nicht auf den Etiketten angegeben und genau darin unterscheiden sich die Produkte stark von Fleisch, so die Studie, die diese Woche in Scientific Reports erscheint. Die von den Wissenschaftlern gemessenen Metaboliten sind Bausteine der körpereigenen Biochemie, die für die Umwandlung von Energie, die Signalübertragung zwischen Zellen, den Auf- und Abbau von Strukturen und eine Vielzahl anderer Funktionen entscheidend sind. Man geht davon aus, dass es in der Biologie mehr als 100.000 dieser Moleküle gibt, und man schätzt, dass etwa die Hälfte der im menschlichen Blut zirkulierenden Metaboliten aus unserer Ernährung stammt.

"Für Verbraucher, die Nährwertkennzeichnungen lesen, mögen sie ernährungsphysiologisch austauschbar erscheinen", sagte Stephan van Vliet, ein Postdoktorand am Duke Molecular Physiology Institute, der die Forschung leitete. "Aber wenn man mit Metabolomics hinter den Vorhang schaut und sich erweiterte Nährwertprofile ansieht, haben wir festgestellt, dass es große Unterschiede zwischen Fleisch und einer pflanzlichen Fleischalternative gibt."

 

Studie zeigt Unterschiede

Das Metabolomics-Kernlabor des Duke Molecular Physiology Institute verglich 18 Proben einer beliebten pflanzlichen Fleischalternative mit 18 grasgefütterten Rinderhackfleischproben von einer Ranch in Idaho. Die Analyse von 36 sorgfältig zubereiteten Pastetchen ergab, dass 171 der 190 gemessenen Metaboliten zwischen Rindfleisch und dem pflanzlichen Fleischersatz variierten. Das Rindfleisch enthielt 22 Metaboliten, die der pflanzliche Ersatzstoff nicht enthielt. Der pflanzliche Ersatzstoff enthielt 31 Metaboliten, die das Fleisch nicht enthielt. Die größten Unterschiede traten bei Aminosäuren, Dipeptiden, Vitaminen, Phenolen und Arten von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren auf, die in diesen Produkten gefunden wurden. Mehrere Metaboliten, von denen bekannt ist, dass sie für die menschliche Gesundheit wichtig sind, wurden entweder ausschließlich oder in größeren Mengen in Rindfleisch gefunden, darunter Kreatin, Spermin, Anserin, Cysteamin, Glucosamin, Squalen und die Omega-3-Fettsäure DHA." Diese Nährstoffe haben potenziell wichtige physiologische, entzündungshemmende und oder immunmodulatorische Funktionen", so die Autoren in der Studie." Diese Nährstoffe sind wichtig für unser Gehirn und andere Organe, einschließlich unserer Muskeln", sagte van Vliet. "Aber einige Menschen, die sich vegan (ohne tierische Produkte) ernähren, können ein gesundes Leben führen - das ist ganz klar." Außerdem enthielt die pflanzliche Fleischalternative mehrere nützliche Stoffwechselprodukte, die in Rindfleisch nicht vorkommen, wie Phytosterine und Phenole.

"Es ist wichtig für die Verbraucher zu verstehen, dass diese Produkte nicht als ernährungsphysiologisch austauschbar angesehen werden sollten, aber das heißt nicht, dass das eine besser ist als das andere", sagte van Vliet, ein selbst beschriebener Allesfresser, der eine pflanzenlastige Ernährung genießt, aber auch Fleisch isst. "Pflanzliche und tierische Lebensmittel können sich ergänzen, weil sie unterschiedliche Nährstoffe liefern." Er sagte, dass mehr Forschung nötig ist, um festzustellen, ob es kurzfristige oder langfristige Auswirkungen der Anwesenheit oder Abwesenheit bestimmter Metaboliten in Fleisch und pflanzlichen Fleischalternativen gibt.

 

Quelle: LUMITOS AG

Neue Rohmilchgüteverordnung

Wahrscheinlich wird es Ihnen bereits aufgefallen sein? Auf der Homepage des mpr haben sich einige Änderungen ergeben. Grund dafür ist die neue Rohmilchgüteverordnung, die am 1. Juli 2021 bundesweit in Kraft getreten ist.

 

Um was geht es?

Die Milch-Güteverordnung (MilchGüV) aus dem Jahr 1980 wird zum 1. Juli 2021 durch die neue Verordnung zur Förderung der Güte von Rohmilch, kurz Rohmilchgüteverordnung oder RohmilchGütV, ersetzt. Fast acht Jahre hat die Milchwirtschaft über der neuen Verordnung gebrütet, die der Bundesrat am 18. Dezember 2020 verabschiedet hat. Die neue Verordnung wird um einiges umfangreicher: Aus 8 Paragraphen werden 39 inklusive drei Anlagen. Am Zweck der Verordnung ändert sich nichts: Es soll die Güte der Rohmilch gefördert werden sowie die Bezahlung der Milch auf den Ergebnissen der Güteuntersuchungen basieren.

 

Was bedeutet das für Milcherzeuger?

Laut Verordnung sind sechs Gütemerkmale der Mich zwingend zu prüfen: Fett- und Eiweißgehalt, die Gesamtkeimzahl, das Vorhandensein von Hemmstoffen, die somatischen Zellen sowie der Gefrierpunkt. Die Untersuchung auf weitere Gütemerkmale kann zwischen Abnehmer und Erzeuger vereinbart werden.

Folgende Änderungen ergeben sich:

  • Der Umrechnungsfaktor von Liter in Kilogramm steigt von 1,02 auf 1,03
  • Die S-Klasse fällt weg
  • Der Abschlag für einen Hemmstoffnachweis sinkt von 5 auf 3 Cent/kg Anlieferungsmilch im betreffenden Monat. Für jeden weiteren Nachweis im selben Monat sind mindestens 3 Cent abzuziehen
  • Es wird ein sensiblerer Hemmstofftest bundesweit vorgeschrieben. Bayern stellte bereits im Juli 2020 auf diesen Test um

Die Verordnung findet keine Anwendung für Abnehmer, die innerhalb eines Jahres täglich im Schnitt weniger als 500 l Rohmilch erfassen.

 

Und für Molkereien und MiIchprüfringe?

Hier bringt die neue Verordnung nicht weniger als einen Systemwechsel mit sich. War bisher der Milchprüfring Bayern e.V. (mpr) mit einer eigenen Ausführungsverordnung vom Freistaat Bayern beauftragt die Milchgüteverordnung umzusetzen, stehen künftig die einzelnen Molkereien in der Pflicht. In Bayern bestand allerdings weitgehend Einigkeit zwischen Verbänden und Verwaltung, dass auch künftig der mpr die entsprechenden Dienstleistungen übernehmen soll. Dies wird mit einer privatrechtlichen Vereinbarung zwischen Molkerei und mpr umgesetzt. Im Rahmen eines Dienstleistungsvertrages haben die Molkereien – wo gesetzlich möglich – alle Aufgaben auf den mpr übertragen. Somit ist auch weiterhin die einheitliche Umsetzung der RohmilchGütV in Bayern sichergestellt. Insofern sollte es trotz des Systemwechsels bezügliche der Verantwortlichkeit zu keinen merklichen Änderungen in der täglichen Arbeit von Landwirten, Molkereien und mpr kommen.

Pressemeldung: Milchprüfring im Umbruch

„Der Milchprüfring steht vor einem großen Umbruch!“ Mit diesen Worten eröffnete Alfred Enderle als Vorsitzender die 51. Mitgliederversammlung des mpr am 17. Juni. Neben den üblichen Regularien, wie der Erstattung des Geschäftsberichtes und dem Bericht über die Prüfung des Jahresabschlusses 2020, standen vor allem die kommenden Entwicklungen im Fokus der Sitzung. So wird der mpr mit dem Inkrafttreten der neuen Rohmilchgüteverordnung seine Stellung als staatlich beauftragtes Unternehmen verlieren und künftig als Dienstleister für die Molkereien tätig werden, mit denen nach intensiver Kommunikation bereits im Vorfeld entsprechende Verträge abgeschlossen wurden. Grundsätzlich liegt aber die primäre Verantwortung für die Umsetzung der Rohmilchgüteverordnung ab dem 1. Juli 2021 bei den Molkereien.


Gleichzeitig versucht der mpr mit neuen Ideen und innovativen Ansätzen neue Geschäftsfelder, zum Beispiel für das Rückstandsmonitoring der bayerischen Molkereien, aufzubauen. So soll die einzigartige Logistik des mpr zusammen mit weiteren Partnern genutzt werden, um die Palette an Dienstleistungsangeboten für die Molkereien noch breiter und „smarter“ aufzustellen.


Neben diesen fachlichen Veränderungen stehen auch personelle Wechsel ins Haus: so scheidet bereits am 30. Juni Dr. Johann Meier aus dem Vorstand des mpr aus, da ein beruflicher Wechsel seine Benennung künftig nach den Statuten nicht mehr ermöglicht. Der Verband der Bayerischen Privaten Milchwirtschaft e.V. wird daher in Kürze ein neues Vorstandsmitglied in das dreiköpfige Gremium entsenden. Zudem wird Dr. Karl Kunz nach Eintritt in den Ruhestand bis Dezember aus dem Vorstand ausscheiden, sodass auch der Genossenschaftsverband Bayern e.V. noch einen Nachfolger zu benennen hat.Zum Jahresende beendet auch Geschäftsführer Dr. Christian Baumgartner nach über 26 Jahren seine Tätigkeit beim mpr. Aktuell läuft die Ausschreibung für seinen Nachfolger.


Dr. Baumgartner skizzierte in seinem Geschäftsbericht die aktuelle Lage und Herausforderungen für den mpr in den kommenden Jahren. Der mpr sei wirtschaftlich gesund, fachlich und organisatorisch gut aufgestellt, habe allerdings auch wichtige Aufgaben auf dem Tisch, die jetzt bewältigt werden müssten. Dies betreffe sowohl die Umsetzung der Rohmilchgüteverordnung als auch den internen organisatorischen Bereich, z.B. im Zusammenhang mit der Digitalisierung aller Geschäftsprozesse.
Eine kontroverse Diskussion ergab sich im Zusammenhang mit der Tätigkeit der verschiedenen Tochtergesellschaften sowie mit der geplanten Satzungsänderung, wodurch die Bedürfnisse der Mitgliedsorganisationen noch besser abgebildet werden sollen.


Nach Darlegung der verschiedenen Standpunkte konnte Konsens für die weitere Vorgehensweise erzielt werden. Die Versammlung sprach Vorstand und Geschäftsführung sowie der gesamten mpr-Belegschaft für die geleistete Arbeit Dank und Anerkennung aus. Dem Vorstand und dem Geschäftsführer wurde für das abgeschlossene Geschäftsjahr 2020 bei einer Gegenstimme die Entlastung erteilt und ebenfalls für die engagierte Arbeit in bewegten Zeiten gedankt.

Energie- und Umweltbericht – Rückblick auf das Jahr 2020

Die Umwelt schonen und Energie effizient einsetzen – das steht in den Unternehmenszielen des Milchprüfring Bayern e.V. weit oben auf der Agenda. So wird jährlich ein Bericht zum Energie- und Umweltmanagement erstellt, der alle relevanten Daten zu Strom, Wärme, Energieeffizienz und Abfallentsorgung enthält.

Strom aus 100 % regenerativen Energien

Seit 2019 bezieht der mpr Öko-Strom, welcher ausschließlich erneuerbare Energien als Energieträger erfasst. Zusammen mit der hauseigenen PV-Anlage und der externen Biowärme besteht der Gesamtenergieverbrauch zu 100 % aus regenerativen Energien und ist damit nachhaltig und umweltfreundlich geregelt - was gleichzeitig zu einer erheblichen CO²-Einsparung führt.

Die hauseigene PV-Anlage leistet mittlerweile einen beachtlichen Beitrag zur Stromversorgung. Mit einem Eigenstromverbrauch von etwa 91 % kann der mpr knapp 26 % seines Jahresstromverbrauchs durch eigenen Strom decken. Erfreulich ist auch, dass der mpr letztes Jahr seinen Energieverbrauch im Vergleich zum Vorjahr nochmals um
10 % senken konnte. Hierfür gab es vor allem einen Grund: Die Umrüstung von 160 Lampen durch energiesparendere LED-Beleuchtung im gesamten Laborbereich!

Logistik

Im Zuge der Umstrukturierung im Jahr 2015 wurde unter anderem die Probenabholung bei den Molkereien neu geordnet. Seitdem werden die Proben in allen Molkereien täglich abgeholt. Die täglichen Touren wurden mit Hilfe eines Tourenoptimierungsprogrammes optimiert, sodass letztendlich die Kilometer nicht dupliziert wurden, sondern nur 1,5mal so viel gefahren werden musste. Im Jahr 2019 wurden insgesamt fast 20.000 km weniger gefahren. Neben der Umstrukturierung der Abholung wurde als zweite Maßnahme die bestehende Flotte durch kleinere und flexibler einsetzbare Sprinter ersetzt. Durch diese Maßnahme werden jährlich über 80.000 Liter Diesel eingespart, was einem CO²-Wert von 250 t entspricht.

Abfall

Die sparsame Nutzung von Ressourcen ist eine wesentliche Grundlage für unser Leben. Jedes Produkt besteht aus einer Vielzahl von Rohstoffen, deren Beschaffung und Aufbereitung Energie verbraucht und somit CO2 freisetzt. Durch Abfallvermeidung, Recycling und energetischer Verwertung werden CO2-Emissionen gespart. Somit besteht auch im Bereich der Entsorgung die Möglichkeit dem Klimawandel entgegenzuwirken. Der mpr produzierte im Jahr 2020 11,9 t Abfall, welcher getrennt der Verwertung zugeführt wird.  Im Bereich der Abfallwirtschaft konnten gegenüber 2019 3,7 % Plastikabfälle und 5,6 % an Papier- und Kartonagen eingespart werden.

 

Zukünftige Entwicklungen

Die Umwelt schonen und Energie effizient einsetzen wird auch in den kommenden Jahren auf der Agenda des mpr zu finden sein. Als einer der größten Energieverbraucher soll mittelfristig die Klimaanlage im Labor unter die Lupe genommen werden. Nicht nur um weiter Energie zu sparen, sondern auch um die Qualität am Arbeitsplatz zu verbessern.

Wie sicher ist mein Betrieb wirklich?

Unter SVLFG bietet die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) eine kostenlose Web-App an. Sie führt Unternehmer in nur 30 Minuten durch ihren Betrieb und gibt ihnen ein umfassendes Bild vom Niveau der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes in ihrem Betrieb. Ludwig Burgmayr aus Valley hat die Web-App getestet.

Zusammen mit seiner Ehefrau, seinem Vater und einer Auszubildenden bewirtschaftet Burgmayr einen Familienbetrieb mit 50 Milchkühen plus Nachzucht, rund 40 Hektar Weide- und Ackerland sowie 30 Hektar Wald. Seinem Unternehmen entsprechend hat der Landwirtschaftsmeister für seinen Selbstcheck die Kategorie „Landwirtschaft – bis 10 Beschäftigte“ ausgewählt.

Burgmayr hat den Test auf dem Tablet durchgeführt. „Die Web-App ist schnell und sauber gelaufen, der Aufbau ist klar und übersichtlich, die Handhabung war einfach“, so sein erster positiver Eindruck. Zu neun Themengebieten bietet der Selbstcheck jeweils drei bis sieben Fragen mit Beispielen an. Auf einer Skala von 0 bis 3 bewertet der Unternehmer seinen Betrieb. Auch wenn Burgmayr das Gefühl hat, dass nicht jede Frage genau auf seinen Betrieb zugeschnitten ist, konnte er trotzdem alle beantworten. Burgmayr hat hohe Erwartungen an sich. Trotzdem erreicht er bei vielen Fragen die volle Punktzahl, bei anderen ist er nahe dran. Kein Wunder, denn Sicherheit, Gesundheitsschutz und die Begeisterung aller Mitarbeitenden für den Beruf haben für den Unternehmer einen sehr hohen Stellenwert. „Wenn alle motiviert und gesund sind, wirkt sich das direkt auf das Betriebsergebnis aus“, weiß er. Gerade in den Bereichen Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie Kommunikation und Mitarbeiterführung zeigte der Check dann auch, dass Burgmayr mit seiner Philosophie auf dem richtigen Weg ist. „Es ist schön, in der Auswertung schwarz auf weiß zu sehen, dass man schon immer vieles intuitiv richtig gemacht hat“, sagt er.

Natürlich funktioniert der Test nur, wenn man ehrlich zu sich ist. Burgmayr ist die Web-App deshalb einmal alleine und einmal gemeinsam mit seiner Auszubildenden durchgegangen. „Das war eine gute Übung für sie“, sagt er. Im Gespräch mit der Mitarbeiterin konnte der Unternehmer zudem abgleichen, ob seine Einschätzung mit ihrer übereinstimmt. 

Ein Netzdiagramm zeigte Burgmayr zum Abschluss des Selbstchecks an, wie sein Betrieb in den jeweiligen Bereichen aufgestellt ist. Der Selbsttest hat ihn in seinem Handeln bestätigt und ihm gezeigt, wo es noch Optimierungsmöglichkeiten gibt. „Mit dem Betrieblichen Eingliederungsmanagement hatte ich mich zum Beispiel bislang nicht beschäftigt“,  spricht der Landwirtschaftsmeister das einzige Thema an, zu dem er nur wenig sagen konnte. Denn zum Glück war noch keiner seiner Beschäftigten von einer so langen Arbeitsunfähigkeit betroffen. Sollte dieser Fall eintreten, dann weiß Burgmayr jetzt, dass es für das Betriebliche Eingliederungsmanagement festgelegte Verfahren gibt und dass die SVLFG ihm dafür eine Handlungshilfe zur Verfügung stellt. Alles in allem beurteilt Burgmayr die Web-App als ein einfach zu nutzendes Werkzeug, das die Gefährdungsbeurteilung sinnvoll ergänzt, aber nicht ersetzt. Der Selbstcheck hat ihm gezeigt, dass er mit dieser Philosophie auf dem richtigen Weg ist.

 

Hintergrundinformation

Der SVLFG-Selbstcheck „Sicherheit und Gesundheit im Betrieb“ ist ein Angebot im Rahmen der Präventionskampagne „kommmitmensch – SICHER. GESUND. MITEINANDER“.  Der Selbstcheck betrachtet folgende Themen: Wahrnehmung von Arbeitssicherheit und Gesundheit; Standards und Vorgaben; Arbeitsgestaltung; Partizipation und Kooperation; Kommunikation; Führungsverantwortung; Soziale Unterstützung der Mitarbeiter durch die Führungskraft; Betriebliches Eingliederungsmanagement. Zu allen Themen bietet die SVLFG weiterführendes Informationsmaterial sowie Weiterbildungsangebote an.

Auskünfte erteilen die SVLFG-Präventionsfachleute telefonisch unter 0561 785-10010 oder per Mail an
bgf-koordinierungsstelle@svlfg.de.

 

 

 

Text: Petra Stemmler-Richter (SVLFG); Bild (o. r.): SVLFG

Jahresergebnisse der DLG-Qualitätsprüfung für Euterhygienemittel 2021

(DLG). Das Testzentrum Technik und Betriebsmittel der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e. V.) hat die Ergebnisse der jährlich wiederkehrenden Qualitätskontrollen für Euterhygienemittel bekannt gegeben. Die Bewertung der Jahreskontrollergebnisse durch DLG-Prüfungskommission ergab keine Beanstandungen. Insgesamt nehmen 22 Unternehmen mit 76 Produkten an der kontinuierlichen Produktüberwachung teil. Der kleinere Produktbereich der Melkfette und Melkemulsionen ist mit 7 Produkten von 6 Unternehmen im DLG-Gütezeichen vertreten, während die Zitzentauchmittel mit 19 Herstellern und 69 Produkten die größte Gruppe innerhalb des Produktbereichs darstellen. Von letzteren sind 6 Produkte von drei Herstellern zusätzlich auch als Tierarzneimittel zugelassen. Im Rahmen der Jahreskontrolle wurden Proben aller überwachten Produkte beim Hersteller genommen oder im Markt gekauft und auf ihre qualitätsrelevanten, wertbestimmenden Merkmale hin untersucht.

 

Euterhygienemittel wichtig für optimalen Melkprozess

Von der Reinigung über das Vorrüsten bis zum Dippen – über den ganzen Melkvorgang sind Euterhygienemittel ein wichtiger Baustein für einen optimalen Melkprozess bei gleichzeitiger Schonung der Tiere. Hintergrund ist, dass sich eine gepflegte Euterhaut leichter reinigen lässt und somit die Anhaftung von Mastitiserregern wie auch die mechanischen Belastungen für die Tiere beim Melken gehen deutlich zurück. Mit einer erfolgreich bestandenen DLG-Prüfung wird einem Euterhygienemittel bestätigt, dass es die hohen Qualitätskriterien erfüllt, die eine neutrale und unabhängige DLG-Prüfungskommission aus ehrenamtlich tätigen Experten in einem Prüfrahmen festgelegt hat. Hierbei kommt es insbesondere darauf an, dass eine gute Hautpflegewirkung erreicht wird.

Hier finden Sie eine tagesaktuelle Liste der DLG-geprüften Euterhygienemittel.

 

Strenge Anforderungen

„Selbstredend dürfen Euterhygienemittel mit DLG-Gütezeichen keine Mastitiserreger weiterverbreiten, keine Hemmstoffe in der Milch verursachen und auch keine unerwünschten Stoffe enthalten. Die DLG-geprüften Milchzelltests müssen dieselben Ergebnisse liefern, wie sie mit der Routinemethode aus der Milchgüteprüfung gefunden werden“, betont Dr. Michael Eise, der für die Betriebsmittelprüfungen zuständige Projektleiter im DLG-Testzentrum. Getestete technische Produkte, die die umfangreichen Qualitätskriterien erfüllen, erhalten die Auszeichnung DLG-ANERKANNT, Betriebsmittel je nach Produktgruppe das DLG-GÜTEZEICHEN oder DLG-QUALITÄTSSIEGEL. Alle Prüfungen zeichnen sich durch überdurchschnittlich hohe Qualitätsvorgaben aus. Sie orientieren sich an den Anforderungen der Praxis für das jeweilige Produkt und entsprechen neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Mit der Teilnahme an DLG-Betriebsmittelprüfungen verpflichtet sich ein Hersteller zusätzlich zur Vergabeprüfung zu einer dauerhaften neutralen Überwachung der Produkte durch die DLG. Hierzu werden jährlich Überwachungsproben beim Hersteller genommen oder im Markt gekauft und analysiert.

 

Das DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel

Die DLG prüft und zertifiziert seit über 130 Jahren Landtechnik und Betriebsmittel. Mit ihren Prüfungen in den Bereichen Fahrzeugtechnik, Innen- und Außenwirtschaft sowie Betriebsmittel, Forst-, Kommunal- und Gartentechnik zählt das DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel zu den international führenden Prüf- und Zertifizierungsorganisationen mit landwirtschaftlichem Fokus. Das Testzentrum in Groß-Umstadt stellt Praktikern valide Informationen zur Verfügung, die eine wichtige Entscheidungshilfe für Investitionen und den Einsatz in der Praxis sind. Seine mehr als 4.000 Prüfberichte und Testergebnisse geben Landwirten klare Orientierung – über Traktoren und Landtechnik, Stalleinrichtungen bis zu Betriebsmitteln. Für Hersteller bieten die Prüfungen eine neutrale Produktbewertung aus dem Blickwinkel der Praxis. Grundlage der Prüfungen sind die herstellerunabhängig von Prüfungskommissionen erarbeiteten DLG-Standards. Die Prüfungskommissionen setzen sich aus Praktikern, Beratern und Wissenschaftlern zusammen, wodurch eine enge Verzahnung von Wissenschaft und Praxis gewährleistet wird. Neben Prüfungen nach DLG-Standards bietet das Testzentrum umfangreiche Prüf- und Testdienstleistungen im Rahmen von genehmigungsrelevanten Prüfungen nach Normen und Vorschriften, der Qualitätssicherung sowie auf Basis kundenspezifischer Testanforderungen für Forschungs-und Entwicklungszwecke.

 

Quelle: DLG

LfL-Forschungsprojekt: Reduktion von Mähtod bei Wildtieren – jetzt mitmachen!

Die Mahd von Grünland und Feldfutterbaubeständen birgt ein Risiko für einige Wildtiere, wie z. B. Rehkitze. In dem gemeinsamen Forschungsprojekt "Reduktion von Mähtod bei Rehkitzen - Wildbiologische Gefährdungskulisse und Effektivität von Detektions- und Vergrämungsmaßnahmen" von LfL, LWF und der TU München soll die Lebensraumnutzung und die Effektivität von Wildtierrettungsmaßnahmen erforscht werden. Jäger, Landwirte, ehrenamtliche Wildtierretter und alle Interessierten können das Projekt durch Meldungen zu Wildtier- und Rehkitzfunden und zum Einsatz verschiedener Wildtierrettungsmaßnahmen aktiv unterstützen.

Unterstützung bei Datenerhebung

Ziel des Projektes ist es die verschiedenen Methoden und Techniken zur Wildtierrettung auf diversen Grünland- und Feldfutterbauflächen in Bayern zu erproben und testen. Dabei ist es für die Entwicklung der wildbiologischen Gefährdungskulisse immens wichtig, bayernweit zu dokumentieren, wo Rehkitze gesichtet/gerettet wurden, aber auch wo keine Rehkitze gefunden wurden. Daneben werden Daten zu Aufwand und Erfolgsrate durchgeführter Wildtierrettungsmaßnahmen benötigt.

So können Sie sich am Projekt beteiligen:

  • Meldungen von Wildtierfunden insbesondere Rehkitzfunde und Flächen ohne Wildtiere

  • Meldungen zum Einsatz verschiedener Wildtierrettungsmaßnahmen

  • Online Umfrage zu den Wildtierrettungsstrategien in Ihrem Betrieb/Revier

Hier finden Sie die dazugehörigen Datenerhebungsblätter, die Sie herunterladen, ausfüllen und zurücksenden können. Daten zu Kitzfunden können alternativ auch direkt im Wildtierportal Bayern digital erfasst werden.

 

Der LfL-Mähknigge

Der LfL-Mähknigge fasst die wichtigsten Informationen zum Thema Wildtierrettung übersichtlich zusammen. Er enthält darüber hinaus Handlungsempfehlungen und Beispiele, wie eine vorbildliche Wildtierrettung durchgeführt werden kann und beruht auf Praxiserfahrungen und den wenigen derzeit verfügbaren Studien. Bei der Mahd sind zahlreiche Aspekte zu beachten. Neben dem Vermeiden von Futterverschmutzung oder Bodenverdichtung, ist auch die Schonung von Wildtieren immer wieder ein Thema. Daher liegt das Hauptaugenmerk dieser Handlungsempfehlung auf dem Thema "Wildtierrettung bei der Mahd". Denn bei der Mahd kann es in einzelnen Fällen vorkommen, dass Tiere unbeabsichtigt verletzt oder getötet werden. Der Bewirtschafter ist nach Tierschutzgesetz verpflichtet, dort Maßnahmen zu ergreifen, wo bei Mäharbeiten mit dem Tod oder der Verletzung von Wirbeltieren zu rechnen ist. Die Entscheidung, welche Maßnahmen ergriffen werden, liegt jedoch in der Hand des Bewirtschafters der Fläche. Er muss im Einzelfall eigenverantwortlich entscheiden, welche Maßnahme oder Maßnahmenkombination in welcher Situation und Reihenfolge für die jeweilige Fläche geeignet bzw. notwendig ist. Diese Fachinformation stellt keine abschließende Maßnahmenzusammenstellung dar, sondern bezieht sich auf die im Folgenden betroffenen Tiere.

 

Quelle: LfL

SVLFG: Unfallverhütungsvorschrift Tierhaltung überarbeitet

Am 1. April 2021 trat die novellierte Vorschrift für Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Tierhaltung in Kraft. Damit werden Tierbetreuer noch besser geschützt. Die Neuerungen im Überblick.

Rechtsverbindliches Regelwerk

Die Unfallverhütungsvorschriften definieren Schutzziele und geben Hinweise, durch welche Vorsichtsmaßnahmen die Tierbetreuer geschützt werden. So beinhaltet die „VSG 4.1 Tierhaltung“ zum Beispiel Vorgaben für den Bau und Betrieb von Einrichtungen in der Nutztierhaltung sowie für den Umgang mit Tieren. Sie beschreibt, welche baulich-technischen Einrichtungen vorhanden sein müssen, wie diese beschaffen sein sollen und was zur Persönlichen Schutzausrüstung gehört. Die Vorgaben in der VSG sind rechtlich bindend für alle Versicherten der SVLFG. Der Unternehmer ist dafür verantwortlich, dass sie umgesetzt werden.

Die Neuerungen in der VSG 4.1 im Überblick:

Für Rinderhalter:

  • In Anlagen ausreichend Fixier- und Separier-Einrichtungen für Einzeltiere und Gruppen
  • Beim Besamen/Behandeln dürfen sich keine weiteren freilaufenden Tiere in dem Bereich aufhalten

Deckbullen in der Milchviehhaltung:

  • Separate Unterbringung
  • Mitlaufen im Milchviehstall ist unzulässig
  • Fixieren oder Separieren beim Zusammenführen und vor Betreten der Bucht
  • Helfer benötigen Tierkenntnisse zum sicheren Umgang mit Rindern

Für alle Nutztierhalter:

  • Tiere aus dem Bestand entfernen, die sich aggressiv verhalten und Menschen gefährden können, spätestens nach einem Angriff

Übergangsfrist

Um die neuen baulichen Anforderungen umzusetzen, wird den Unternehmern für bestehende Anlagen eine dreijährige Übergangsfrist eingeräumt. Das heißt, die notwendigen Umbauten können bis zum 1. April 2024 erfolgen. Neue Stallbauten müssen bereits ab 1. April 2021 den Neuanforderungen entsprechen.

 

Quelle und Bild: SVLFG;

Neu: DLG-Merkblatt 460 „Arbeitsorganisation in Milchviehställen“

Der DLG-Ausschuss Milchproduktion und Rinderhaltung hat ein neues Merkblatt zum Thema „Arbeitsorganisation in Milchviehställen“ herausgebracht. Das DLG-Merkblatt 460 gibt hilfreiche Tipps, wie Betriebsleitende und ihre Mitarbeiter die Arbeitsorganisation verbessern können. Grundlage für das Merkblatt war des gleichnamigen DLG-Merkblatt 384, das umfassend überarbeitet wurde.

 

Strukturen, Werkzeuge und Erläuterungen kompakt zusammengefasst

Unter anderem wird beschrieben, wie man durch eindeutige Abgrenzung von Zuständigkeiten, mit einer klaren Definition von Aufgaben, mittels Strukturierung und Standardisierung von Arbeitsprozessen, mit einem aufeinander Abstimmen von betrieblichen Abläufen sowie mit einer klaren Kommunikation das Management im Milchviehbetrieb verbessert. Eine verbesserte Arbeitsorganisation kann Betrieben auch die Möglichkeit bieten, durch geregelte Arbeitszeiten und klar umschriebenen Arbeitsplätzen ein attraktiverer Arbeitgeber zu werden. Darüber hinaus kann strukturierte und organisierte Arbeit zu Effizienzsteigerungen und damit zu niedrigeren Produktionskosten führen. Anschauliche Grafiken sowie Beispiele für einen betrieblichen Tagesplan für Routinearbeiten runden das Merkblatt ab.

 

Quelle: DLG

LKV Bayern: Jahresbericht MLP 2020 ist online

Das LKV Bayern führt in der Leistungsprüfung zwei umfangreiche Datenbanken, eine für die Milchleistungsprüfung (MLP) und eine für die Fleischleistungsprüfung.

Allein in der MLP werden pro Jahr ca. 11 Millionen Probemelkergebnisse sowie die produktionstechnischen Daten von ca. einer Million Kühen erfasst. Die Daten reichen 45 Jahre zurück, sodass auch umfassende Stammbäume erstellt oder langfristige Entwicklungen berechnet werden können. Die Milchleistungsprüfung umfasst neben der Messung der Milchmenge auch die Bestimmung des Fett-, Eiweiß-, Laktose- und Harnstoffgehalts der Milch, die Kontrolle der Eutergesundheit und Stoffwechselstabilität, die Bewertung der Melkbarkeit und die Erfassung der biologischen Daten, wie z.B. Belegung und Abkalbung.

Die erfassten Daten dienen in erster Linie der Information der Landwirte über die Leistungen ihrer Tiere, den Nährstoffbedarf, ihrer Gesundheit und Abstammung. Sie stellen aber auch einen wertvollen Fundus für Auswertungen zahlreicher aus der Praxis und Wissenschaft kommenden Fragestellungen dar.

 

Neuer MLP-Bericht 2020 veröffentlicht

Mitte März veröffentlichte das LKV Bayern seinen Jahresbericht der Milchleistungsprüfung für das Jahr 2020. Der MLP-Bericht beinhaltet u. a. die Ergebnisse und Auswertungen der Milchleistungsprüfung sowie zu Eutergesundheit, Kalbungen und Fitness. In einer kurzen Übersicht werden Ihnen alle App-Anwendungen vorgestellt, darunter unter anderem LKV-Rind, LKV-FuLab, LKV-Anpaarung oder LKV-Info. Darüber hinaus erfahren Sie Neues zu den aktuellen Forschungsprojekten.

 

Quelle: LKV Bayern

Neue Studiengänge und Infotage an der HSWT

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) führt zum Wintersemester 2021/22 zwei neue Studiengänge ein. Einer davon nennt sich "Agribusiness" und ist an der Fakultät für Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme beheimatet. Der neue Studiengang löst damit das Vorgängermodell „Wirtschaftsingenieurwesen Agrarmarketing und Management“ ab. Das vollständig überarbeitete Angebot bietet ein noch reicheres Konzept und macht die Studierenden fit in der Verzahnung von Ökonomie, Landwirtschaft und digitaler Technologie.

 

Die Studieninhalte – eine kurze Zusammenfassung

Im neue Studiengang "Agribusiness" dreht sich alles um den vor- und nachgelagerten Bereich der Wertschöpfungskette Nahrungsgewinnung, d.h. von der Erzeugung über die Verarbeitung bis zum Verkauf bzw. Konsum. Der Studiengang vereint Ökonomie, Marketing, nachhaltige Landwirtschaft und Digitalisierung bzw. Technik in einem Fach. Nachhaltiges Denken und Handeln zieht sich als roter Faden durch alle Fächer.

Das im Studium erworbene Verständnis über die landwirtschaftlichen Prozesse hilft, kundenorientierte Lösungen im vor- und nachgelagerten Bereich zu kreieren sowie innovative, gewinnbringende Vorschläge für Unternehmen zu entwickeln. Die wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen in der Landwirtschaft werden anschaulich vermittelt. Interdisziplinäre Kommunikation, Zusammenarbeit und Beratung sind für die Absolvent*innen keine Fremdwörter mehr.

Das Erfassen von Daten zur Dokumentation, der Nachverfolgbarkeit oder des Qualitätsmanagements fordern ein gezieltes Big Data Management. Die praxisnahe Anwendung der Digitalisierung als Unterstützer für die optimierte Steuerung von Prozessen in der Landwirtschaft und im Unternehmen werden an verschiedenen Beispielen im Studium kennen und anwenden gelernt.

Das Studium berücksichtigt im ausgewogenen Verhältnis theoretische und praktische Inhalte. Neben anwendungsorientierten Projektarbeiten wird der Praxisbezug insbesondere im praktischen Studiensemester gewährleistet. Ein vielfältiges Angebot an Wahlfächern runden das Angebot ab. Die Auswahl umfasst betriebswirtschaftliche, landwirtschaftliche, persönlichkeitsbildende und sprachliche Module.

 

Virtuelle Studieninfotage vom 29. März bis 09. April

Vom 29. März bis 09. April 2021 veranstaltet die HSWT virtuelle Studieninfotage, in denen das gesamte Studienangebot vorgestellt wird. Am 30. März können alle Interessenten am virtuellen Infotag der Fakultät für Nachhaltige Agrar- und Energiesysteme teilnehmen. Neben dem Stuiengang "Agribusiness" wird dort auch der zweite Neuling "Bio-Lebensmittel & Business" ein Thema sein.

Anschließend an die Infotage bietet die HSWT die Möglichkeit an einem Schnupper-Studium vom 29.05.-02.06.2021 teilzunehmen.

 

Quelle: HSWT

Ackerbarometer 2021

Was wird auf den Äckern aktuell ausgesät? Welche Pflanzenschutz- und Düngemaßnahmen werden durchgeführt? Und am Ende: Welche Erträge bringen Mais oder Weizen, und wie steht es um deren Qualität? Das Ackerbarometer 2021 liefert ganzjährig aktuelle Informationen für Praktiker. Das Projekt ist eine Initiative von raiffeisen.com, der Firma Adama und der DLG.

Teilen Sie anonym und unverbindlich Angaben zur Aussaat, zu Pflanzenschutzmaßnahmen und zur Ernte mit anderen Landwirten und vergleichen Sie Ihre Angaben mit Ihren Berufskollegen in ganz Deutschland.

Mit den Themen Aussaat der Sommerungen und Pflanzenschutz startet das Ackerbarometer in die Saison. Ab sofort können Landwirte ihre Informationen in die Datenbank eintragen. So lassen sich die Aussaattermine und die Pflanzenschutzmaßnahmen deutschlandweit verfolgen und durch eigene Werte vervollständigen.

Das Ackerbarometer ist über folgende Websites zu erreichen:

Das Ernte-Monitoring für Getreide, Raps und Mais soll in den kommenden Monaten folgen.

Quelle: BW agrar

Jederzeit informiert – die mpr-App macht’s möglich

Die Welt wird digitaler und auch die Landwirtschaft folgt diesem Trend. Warum also nicht auch eine App entwickeln, mit der Sie die Laborergebnisse ihrer Milchproben abrufen können? Der mpr machte sich auf den Weg und im Herbst 2015 war es soweit – die kostenlose App »mpr-mobil« ging online. Seitdem hat sich viel getan. So wurden aus 6.200 Nutzern Anfang 2016 mittlerweile mehr als 10.600 Nutzer.

 

mpr - mobil. praktisch. rund um d‘Uhr

Mit der mpr-App haben Sie von überall Zugriff auf Ihre Sonder-, Güte- und Betriebsproben sowie die Ergebnisse des PAG-Tests aus Milch. Einmal geladen, sind die Daten auch offline verfügbar. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit die App als alleinigen offiziellen Benachrichtigungsweg für Grenzwertüberschreitungen zu wählen. Im Kundenbereich der Homepage des mpr können Sie ganz einfach die bisherigen kostenpflichtigen Benachrichtigungswege über Brief oder E-Mail abbestellen.

 

Die mpr-App überzeugt

Eine push-Mitteilung in der App informiert Sie über die neuen Werte, die Grenzwertüberschreitungen erscheinen in der Übersicht als rot markierter Wert. Die App gibt es für Android- und Apple- Smartphones sowie alle gängigen Tablets und muss einmalig installiert werden.

Nutzen Sie hierfür den Play Store/App Store oder scannen den passenden QR-Code ein. Für die Registrierung nehmen Sie die gleichen Anmeldedaten (Benutzernamen und Passwort), mit denen Sie sich in den Kundenbereich auf der mpr-Homepage einloggen. Die App wird für die zwei marktführenden Betriebssysteme iOS (Apple) und Android (Google) angeboten. Der Großteil der Nutzer, knapp 82 %, nutzen die App über das Android-Betriebssystem. Hier wurde die App bereits über 10.000 Mal heruntergeladen. Die Bewertungen im Google Play Store sprechen für sich: 57 Personen gaben eine Bewertung ab - Gesamtbewertung 4,3. Beim Apple-Betriebssystem konnte aufgrund der bisher geringen Zahl der Bewertungen noch keine Aussage getroffen werden.

 

Sicher vor Hemmstoffen

Seit dem 1. Juli 2020 wird in Bayern empfindlicher auf Hemmstoffe untersucht. Der Beschluss der bayerischen Milchwirtschaft zum Einsatz des Tests »BRT hi-sense« hat im Vorfeld viele Diskussionen ausgelöst. Wie ist die Situation gut acht Monate danach?

 

120.000 Hemmstoffuntersuchungen pro Monat

In Bayern werden aktuell pro Monat ca. 120.000 Hemmstoffuntersuchungen durchgeführt. Dabei kommen von jedem Milcherzeugerbetrieb durchschnittlich 4,6 Anlieferungsmilchen pro Monat zur Untersuchung. Der langjährige Trend zeigt die erfolgreiche Arbeit der bayerischen Milcherzeuger, nach notwendigen Behandlungen ihrer Kühe Rückstände von Antibiotika aus der Anlieferungsmilch fernzuhalten. Im Durchschnitt werden (Stand September 2020) trotz empfindlicheren Tests nur etwa 20 von 100.000 untersuchten Proben als hemmstoffpositiv gefunden – eine Rate von 0,02 %, die in keinem anderen Lebensmittel tierischer Herkunft erreicht wird.

 

Kaum Anstieg hemmstoffpositiver Proben

Da der bisher angewendete Hemmstofftest bei einigen Antibiotikagruppen die gesetzlich erforderlichen Nachweisempfindlichkeiten nicht erreichte, kommt seit 1. Juli 2020 in Bayern der sensiblere Test BRT hi-sense der Firma Analytik in Milch GmbH (München), einer gemeinsamen Unternehmung des Milchwirtschaftlichen Vereins Baden-Württemberg e.V und des Milchprüfring Bayern e.V., zum Einsatz. Auch wenn mit diesem Test möglicherweise vorhandene Rückstände sensibler nachgewiesen werden, zeigen die Zahlen, dass die bayerischen Milcherzeuger die Informationen und Diskussionen im Vorfeld der Einführung gut aufgenommen und in ihre tägliche Routine umgesetzt haben, da gegenüber dem Vorjahr kaum mehr hemmstoffpositive Proben zu verzeichnen sind.

 

Wie die Grafik zeigt zeigt, kam es zwar durch den Einsatz des BRT hi-sense ab Juli erwartungsgemäß zu einer Erhöhung der positiven Nachweise von Hemmstoffen, das Niveau des Vorjahres wird aber kaum übertroffen und im Vergleich mit den Jahren 2018 und früher wurden trotz sensibleren Testsystems deutlich weniger positive Ergebnisse ermittelt. Ein großer Erfolg für die Qualitätsarbeit der bayerischen Milcherzeuger!

 

Abschließend ist festzuhalten, dass die Ziele der Umstellung bei der Hemmstoffuntersuchung in Bayern erreicht wurden: ein Mehr an Sicherheit durch lückenlosere Untersuchung ohne zusätzliche Belastungen für unsere Milcherzeuger. Die Verbände der bayerischen Milchwirtschaft haben gemeinsam das Image der Milch im nationalen und internationalen Vergleich gestärkt.

 

Quelle: MilchPur

Selektives Trockenstellen von Milchvieh

Die in vielen Betrieben erreichten Verbesserungen im Bereich der Eutergesundheit sowie die gesellschaftliche Debatte zum Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung erfordern einen gezielteren Einsatz. Zu hinterfragen ist die Behandlung aller Kühe in der Trockenstehzeit mit sogenannten „Trockenstellern“, weil hierbei auch eutergesunde Tiere behandelt werden. Eine Alternative bietet das selektive Trockenstellen, das grundsätzlich in jedem Milchviehbetrieb umsetzbar ist. Wichtig ist, das richtige Maß des selektiven Trockenstellens für den jeweiligen Betrieb zu finden.

 

Mastitis – wirtschaftlich bedeutend

Euterentzündungen zählen zu den teuersten Erkrankungen von Milchkühen. Laut BLE beziffern sich die wirtschaftlichen Verluste auf 1,4 Milliarden Euro pro Jahr. Neben bestimmten Krankheitserregern können eine Reihe von weiteren Faktoren, zum Beispiel Haltungsbedingungen, Melkhygiene und -technik sowie die körpereigene Abwehr der Kuh, eine Erkrankung begünstigen.  Umso wichtiger ist es, den Keimdruck im Stall niedrig zu halten. Daher tragen eine gute Stallhygiene sowie helle, gut durchlüftete Ställe mit breiten Laufwegen und optimal gestaltete Liegeflächen positiv zur Eutergesundheit einer Herde bei.

 

Selektives Trockenstellen ohne Antibiotika

Selektives Trockenstellen beschreibt die Beschränkung der Gabe von antibiotischen Trockenstellpräparaten auf infizierte Tiere. Bei eutergesunden Tieren kann auf den Einsatz von Antibiotika verzichtet werden. Das trägt nicht nur zu einer Reduzierung von Antibiotika bei, sondern spart gleichzeitig auch Kosten. Doch wie entscheiden, welche Kuh ohne Antibiotika trockengestellt wird?

Als Entscheidungskriterium kann zum Beispiel der Zellzahlgrenzwert von 100.000 Zellen/ml bei Betrachtung des Gesamtgemelkszellgehaltes der letzten MLP vor dem Trockenstellen betrachtet werden:

  • Kühe mit Zellzahlen unter 100.000 Zellen gelten als eutergesund und werden ohne Antibiotika trockengestellt.
  • Bei Tieren mit Zellzahlen zwischen 100.000 und 200.000 Zellen pro Milliliter wird zum Zeitpunkt des Trockenstellens der Schalmtest durchgeführt. Bei negativen Reaktionen und keinen deutlichen Vierteldifferenzen wird das Tier als eutergesund eingestuft und auch ohne Antibiotikum trockengestellt.
  • Von Tieren mit Zellzahlen über 200.000 Zellen müssen Viertelgemelksproben zur zyto-bakteriologischen Untersuchung genommen werden. Entsprechend dem Ergebnis wird dann weiter gezielt verfahren.

Unter ständigem Abgleich der Ergebnisse der Neuinfektions- und Heilungsrate in der Trockenstehzeit lässt sich dieses Schema einfach auf Betriebsebene umsetzen und in einem zweiten Schritt hinsichtlich des Beurteilungskriteriums „Zellgehalt im Gesamtgemelk“ variieren. Bleibt die Euter­gesund­heit in der Herde stabil, ist beispielsweise eine Anhebung des Grenzwertes auf 150.000 oder 200.000 Zellen/ml möglich.

 

Die Herde im Blick behalten

Das Weglassen antibiotischer Trockensteller kann dann zu einer Verschlechterung der Heilungsrate führen, wenn zu viele infizierte Euterviertel unbehandelt bleiben. Ebenso wird das selektive Trockenstellen erschwert durch eine hohe Neuinfektionsrate auf Herdenebene sowie viele chronisch kranke Tiere. Selektives Trockenstellen setzt eine Optimierung des gesamten Trockenstehermanagements (Gesundheitsüberwachung, Hygiene, Haltung, Fütterung) voraus und erfordert eine aktive Auseinandersetzung mit dem Thema Eutergesundheit in seinen zahlreichen Facetten.

 

Zitzenversiegler – ja oder nein?

Ein Versiegeln der Zitzen zum Zeitpunkt des Trockenstellens soll das Eindringen von pathogenen Keimen und damit Neuinfektionen vermeiden. Dazu wird ein sogenannter Zitzenversiegler in die Zitzenzisterne gespritzt, wodurch die innere Strichkanalöffnung bis zum erstmaligen Melken nach dem Abkalben verschlossen bleibt. Bei gesunden Tieren bildet sich innerhalb von wenigen Tagen ein natürlicher Keratinpfropf, der die Zitze während der Trockenstehzeit vor Mastitiserregern schützt. Eine deutsche Studie hat festgestellt, dass bei etwa 50 % der Kühe, die zu Laktationsende noch mehr 21 kg pro Tag geben, der Zitzenverschluss nach einer sechswöchigen Trockenstehzeit nicht ausreichend ausgebildet ist (Wolter, 2015). Auch bei leichtmelkenden Kühen und bei Zitzen mit Hornhautwucherungen an der Zitzenspitze, sogenannten Hyperkeratosen, ist der Strichkanal oft nicht geschlossen. Somit besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko.

 

Hygiene beachten

Wichtig ist, dass die Anwendung von Trockenstellpräparaten unter Beachtung strenger Hygiene erfolgt, da sonst die Gefahr besteht, dass Erreger beim Einbringen des Präparates eingeschleppt werden. So dürfen Trockenstellertuben nicht in Eimern mit warmen Wasser erwärmt, Tuben nicht ohne sorgsame Vordesinfektion der Zitzen appliziert, nicht auf der Melkstandfläche abgelegt oder die Verschlusskappen nicht mit dem Mund abgezogen werden.

 

Fazit

Bei euterkranken Kühen ist die antibiotische Trockenstelltherapie in der Regel die wirksamere Maßnahme, sofern die Erreger sensibel auf die gewählten Mittel reagieren. Eine Behandlung eutergesunder Tiere ist beim Trockenstellen hingegen nicht zu rechtfertigen. Anstelle antibiotischer Langzeitpräparate stehen für den Schutz vor Neuinfektionen interne Zitzenversiegler zur Verfügung, die bei richtiger Anwendung einen zuverlässigen Schutz liefern. Ziel ist der Erhalt eines hohen Gesundheitsniveaus, bei gleichzeitiger Reduktion des Einsatzes von antibiotisch wirksamen Stoffen auf das notwendige Maß.

 

Kurz erklärt: Zitzenversiegler und antibiotische Trockensteller
Antibiotische Trockensteller töten Mastitiserreger mithilfe von antibiotischen Wirkstoffen im Euter ab. Die meisten Trockensteller wirken etwa vier bis sechs Wochen.
Zitzenversiegler bestehen aus einer viskosen Paste ohne antibiotischen Wirkstoff. Sie soll während der Trockenstehphase in der Zitzenzisterne verbleiben, damit keine Keime in das Euter eindringen können. Der Zitzenversiegler darf nicht hochmassiert werden. Händisches Ausmelken am Laktationsbeginn entfernt den künstlichen Pfropfen.

 

Quelle: DLG, BLE, LK NÖ

Verzicht auf Laktose

Im Rahmen einer Umfrage zum Thema Ernährung befragte das Hamburger Marktforschungsinstitut Splendid Research im Juni 2020 870 in Deutschland lebende Personen, die zumindest gelegentlich auf Laktose verzichten. Die Teilnehmer der Studie waren alle zwischen 16 und 69 Jahren alt. Ziel der Studie war es Einstellungen, Ernährungsverhalten sowie Nutzung von Ersatzprodukten herauszufinden. Ferner gibt die Studie detaillierte Einblicke in die Marktposition von zehn Herstellern laktosefreier Ersatzprodukte.

 

Laktosefreie Marken – welche gibt es?

In den Supermärkten sind mittlerweile viele unterschiedliche Marken gelistet, die Ersatzprodukte mit dem Label „laktosefrei“ anbieten. Sie kosten oft mehr als die herkömmlichen Varianten. Laut Umfrage sind die bekanntesten Marken MinusL (77 %), Rewe frei von (49 %) und Landliebe Laktosefrei (46 %). Unabhängig der jeweiligen Herstellerbewertung bemängeln 52 % der Verbraucher die generelle Preisstruktur der Ersatzprodukte. Hinsichtlich der Produktauswahl zeigt sich die Mehrheit zufrieden, lediglich 37 % kritisieren die aktuelle Auswahl.

 

Nur 21 % verzichten auf Grund von Unverträglichkeit

Laut der aktuellen Studie haben 90 % der auf Laktose verzichtenden Verbraucher bereits Ersatzprodukte gekauft. Interessant ist, dass bei lediglich 21 % dieser Verbraucher eine Intoleranz nachgewiesen wurde. 55 % verzichten aufgrund einer selbst diagnostizierten Unverträglichkeit. Ein weiteres Fünftel ist zudem nur indirekt über ein laktoseintolerantes Haushaltsmitglied betroffen, verzichtet aber dennoch. Ferner vermeiden 9 % laktosehaltige Produkte, um dem aktuellen Trend zu folgen.

 

Hohe Kaufbereitschaft für Ersatzprodukte

Die Kaufbereitschaft für laktosefreie Alternativprodukte ist ausgeprägt: 94 % der Personen, die unter Laktoseintoleranz leiden, haben bereits ein Ersatzprodukt gekauft. Bei Personen ohne Befund liegt die Quote immerhin bei 89 %. Das beliebteste Ersatzprodukt ist mit 87 % die laktosefreie Milch, dicht gefolgt von Joghurt bzw. Quark (71 %) und Käse (51 %). Für 43 % der Befragten ist eine gesteigerte Auswahl im Bereich Backwaren wünschenswert.

 

Schon gewusst?

Laktose ist der in Milch enthaltene Zucker. Je nach Herstellungsprozess kann der Laktoseanteil in den einzelnen Milchprodukten variieren. So wird zum Beispiel bei der Käseherstellung ein Teil der Laktose bereits mit der Molke abgetrennt und durch Milchsäurebakterien während dem Reifeprozess weiter abgebaut. Dadurch haben insbesondere länger gereifte Käsesorten oft einen Laktosegehalt von weniger als 0,1 %. Bevor also zu einem Ersatzprodukt mit dem Label „laktosefrei“ gegriffen wird, tun es in den meisten Fällen auch herkömmliche Hart- und Schnittkäse wie Emmentaler, Bergkäse, Parmesan oder Gouda. 

 

In Deutschland darf Käse nur dann als "laktosefrei" bezeichnet werden, wenn er weniger als 0,1 % Laktose enthält.

 

Quelle: Splendid Research

Jahresauswertungen für 2020

Jedes Jahr werden beim Milchprüfring Bayern e.V. umfassende Daten ausgewertet, um Ihnen einen Überblick zu geben, wie sich z.B. die Zellzahlen in den einzelnen Regierungsbezirken verändert haben. Diese Statistiken stellen wir Ihnen jährlich in unserer Infothek zur Verfügung, sodass Sie sich jederzeit informieren können. Falls Sie spezielle Auswertungen benötigen, können Sie uns über das Kontaktformular kontaktieren.  

Für das Jahr 2020 können Sie folgende Auswertungen einsehen:

Die Jahresauswertungen gehen bis in das Jahr 2010 zurück, sodass umfangreiche Vergleiche möglich sind. Darüber hinaus finden Sie in unserer Infothek Infomaterialien, Broschüren, Flyer und Informationen zur App mpr-mobil.

Aktuelle Auswertungen zum jeweiligen Monat finden Sie unter Monatsstatistik – Jahresfortschreibung.

Milch ist nicht gleich Milch

Verbraucher können Milch mittlerweile nicht mehr nur im Supermarkt kaufen. So erfreuen sich Milchtankstellen oder Milchausgabeautomaten auf dem Hof wachsender Beliebtheit. Doch Milch ist nicht gleich Milch. Da Rohmilch nicht wie Konsummilch einer Wärmebehandlung unterzogen wird, werden krankheitsauslösende Keime nicht abgetötet. Aus diesem Grund sollten empfindliche Personengruppen wegen der Keimbelastung auf Roh- und Vorzugsmilch verzichten.
Als tierisches Lebensmittel kann Milch sogenannte Zoonoseerreger enthalten, die von der Kuh selbst stammen oder über den Melkprozess eingetragen werden. Zoonoseerreger wie zum Beispiel Salmonellen, Campylobacter oder Listerien sind Keime, die vom Tier auf den Menschen übertragen werden und Erkrankungen auslösen können. Die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer kontrollieren daher Milch und Milchprodukte regelmäßig auf ihre Keimgehalte. Lebensmittelrechtlich wird bei Milch zwischen Rohmilch, Vorzugsmilch und Konsummilch unterschieden.


 

Rohmilch

Rohmilch wird nicht über 40°C erhitzt oder einer ähnlich wirkenden Behandlung unterzogen, die Bakterien abtötet. Rohmilch darf nur direkt im milcherzeugenden Betrieb, in dem sie gewonnen wurde mit dem gut sichtbaren Hinweis „Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“ an Verbraucher abgegeben werden („Milch ab Hof“).

 

Vorzugsmilch

Abgepackt darf Rohmilch nur als Vorzugsmilch an Verbraucher verkauft werden. Sie darf nur aus bestimmten, zuvor genehmigten und regelmäßig kontrollierten Milcherzeugungsbetrieben stammen. An den Tierbestand, den Betrieb sowie die Vorzugsmilch werden besondere rechtliche Anforderungen gestellt. Als besonders leicht verderbliches Lebensmittel ist Vorzugsmilch mit einem Verbrauchsdatum und dem Hinweis „Aufbewahren bei höchstens + 8 °C“ zu kennzeichnen. In Proben von Vorzugsmilch wurden in bestehenden Überwachungsprogrammen keine krankmachenden Keime nachgewiesen, sodass die hohen hygienischen Anforderungen die Kontamination der Milch offenbar weitgehend vermeiden.


Rohmilchkäse

Rohmilchkäse wird – wie der Name sagt – aus roher Milch von Kühen, Schafen und Ziegen hergestellt. Konsummilch wird vor der Abgabe an Verbraucher grundsätzlich wärmebehandelt (z. B. durch Pasteurisation oder Ultrahocherhitzung). Rohmilch hingegen lediglich auf maximal 40°C erwärmt, weshalb in ihr eventuell befindliche Bakterien überleben können. Wie Ergebnisse aus einem Zoonosen-Monitoring zeigen, wurden bis zu 1,6 % der Proben von Rohmilchkäse positiv für Salmonella spp., STEC/VTEC und Listeria monocytogenes getestet. In einer Probe von Weichkäse/halbfestem Schnittkäse wurden so hohe Keimzahlen von Listeria monocytogenes nachgewiesen, dass sie eine potenzielle Gesundheitsgefahr für den Menschen darstellten. Typische Beispiel für Rohmilchkäse sind Roquefort, Parmesan, Tilsiter oder Emmentaler.

 

Verzehrsempfehlungen

Salmonellen und Campylobacter sind häufig Auslöser von Magen-Darm-Erkrankungen beim Menschen. Infektionen mit Listeria monocytogenes treten im Vergleich dazu zwar insgesamt seltener auf. Sie können aber schwere Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen auslösen und sogar zum Tode führen. Die Untersuchungsergebnisse unterstreichen daher die Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung, dass empfindliche Verbrauchergruppen wie Kleinkinder, ältere und immunsupprimierte Menschen sowie Schwangere auf den Konsum von nicht wärmebehandelter Rohmilch und Rohmilchkäse verzichten sollten. Diese Empfehlung gilt auch für den Konsum von Vorzugsmilch, da Vorzugsmilch zum direkten Verzehr bestimmt ist und ein Vorkommen von pathogenen Keimen nicht gänzlich ausgeschlossen werden kann.

 

Quelle: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit

In 5 Schritten zum richtigen Zitzengummi

Der technische Fortschritt macht auch vor dem Zitzengummi nicht halt! Was auf den ersten Blick recht banal aussieht, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als sensibles Bauteil. Zu eng, zu kurz, zu weit – die Liste warum ein Zitzengummi nicht passen könnte ist lang. Haben Sie schon einmal versucht mit unpassendem Schuhwerk vom Münchner Hauptbahnhof zum Marienplatz zu laufen? Vielleicht schaffen Sie es die ersten Male problemlos. Bei täglicher Wiederholung ist irgendwann beim Stachus Schluss und vielleicht laufen Sie irgendwann gar nicht mehr los.

Zitzengummis sind das entscheidende Bindeglied zwischen Tier und Melkanlage. Nicht selten sind schlecht sitzende Zitzengummis verantwortlich für verlängerte Melkzeiten, eine schlechte Stimulierung der Zitzen und abfallendes Melkzeug. Darüber hinaus stellt sprödes Material ein erhöhtes Gesundheitsrisiko durch die Übertragung von Krankheitserregern dar. Bei der Wahl des passenden Zitzengummis spielen viele Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel sind auch rassespezifische Unterschiede zu beachten.

Tabelle 1: Rassenabhängige Standardabmessungen von Zitzengummis

Rasse

Durchmesser Kopfloch [mm]

Durchmesser Schaft [mm]

HF, RB, SB

18 – 22

21 – 25

BV

20 – 22

23 – 25

FV

22 – 25

>25

 

Welche Folgen haben schlecht sitzende Zitzengummis?

Bei der Größe des Zitzengummis sind zwei Parameter entscheidend: Kopflochdurchmesser und Schaftdurchmesser. Ein passendes Kopfloch vermeidet Einschnürungen an der Zitzenbasis der Zitze. So schnüren zu kleine Zitzengummis die Zitze ab und verhindern das Öffnen des Schließmuskels. Dies verlangsamt den Melkprozess, beeinträchtigt den Ausmelkgrad und führt dazu, dass sich das Melkzeug nur schwer anstecken und abnehmen lässt. Ein passender Schaft sorgt für eine möglichst lange Haftreibung zur Zitze und verhindert ein vorzeitiges „Klettern“ des Zitzenbechers. Dadurch können überdehnte Zitzen verhindert werden, die wiederum zu Schwellungen und Verhärtungen führen können.

Natürlich haben auch zahlreiche andere Faktoren (Eutervorbereitung, Vakuumhöhe, …) einen Einfluss auf die Euterkondition. Dennoch sollte jede Stellschraube zur Optimierung genutzt werden.

 

In 5 Schritten zum richtigen Zitzengummi

Um die optimale Zitzengummigröße für den eigenen Betrieb zu bestimmen, ist es sinnvoll, in regelmäßigen Abständen eine Zitzenbonitur durchzuführen. Spezielle Schablonen, wie zum Beispiel die Landwirtschaftskammer Oberösterreich anbietet, erleichtern Ihnen hierbei den Arbeitsaufwand.

  1. Führen Sie die Erhebung möglichst kurz von dem Melkvorgang durch.
  2. Stecken Sie die Zitzenspitze durch das Loch der Schablone und führen diese vorsichtig hoch bis kurz vor die Zitzenbasis. Sollte das Loch zu schmal bzw. zu breit sein, führen Sie den Vorgang nochmals mit dem nächstgrößeren/-kleineren Schablonenloch durch. Haben Sie keine Schablone zur Hand notieren Sie Durchmesser und Länge.
  3. Wiederholen Sie den Vorgang an den restlichen 3 Eutervierteln und an möglichst vielen Kühen innerhalb des Bestandes.
  4. Notieren Sie die erhobenen Daten und berechnen Sie den durchschnittlichen Durchmesser der einzelnen Zitzen des Euters (Zitze links bzw. rechts vorne, Zitze links bzw. rechts hinten) und den Gesamtdurchschnitt innerhalb des Milchviehbestandes. Gegebenenfalls kann auch der Durchschnitt des Zitzendurchmessers der vorderen bzw. hinteren Euterhälfte erhoben werden.
  5. Passen Sie den Durchmesser des Zitzengummis an den ermittelten Durchschnittswert des Tierbestandes an. Im Zweifelsfall einen engeren Durchmesser wählen. Gegebenenfalls können für die vordere und hintere Euterhälfte jeweils unterschiedliche Größen verwendet werden. Bei zu starken Abweichungen innerhalb eines Bestandes sollte ein eher weicheres Gummimaterial verwendet werden.

Die gewählte Gummigröße sollte im Idealfall dem Zitzendurchmesser von 80 % des Milchviehbestandes entsprechen, was in der Praxis aber eher schwer zu erreichen ist.

Hier gibt’s nochmal alle Schritte zum Nachlesen und ausdrucken: MilchPur


Material und Wartung

Grundsätzlich wird bei Zitzengummis nach den vier Parametern Größe, Material, Festigkeit und Form unterschieden. Beim Material gibt es standardmäßig zwei marktgängige Gummiarten: Silikon und Kautschuk. Sollte Silikon verwendet werden, ist eine fettfreie Reinigung unbedingt erforderlich. Je unterschiedlicher die Zitzen in einem Betrieb sind, desto weicher sollte das verwendete Zitzengummi-Material sein.

Unabhängig vom Material sollten immer die vom Hersteller empfohlenen Zitzengummis eingesetzt und die vorgeschriebenen Wechselinterwalle eingehalten werden. Das sind in der Regel 750 Stunden bei schwarzen Zitzengummis und 1.500 Stunden bei der Variante aus Silicon.

 

Quelle: Landwirtschaftskammer Oberösterreich

Tierseuchenbeiträge 2021

Als Tierseuchenbeiträge für das Jahr 2021 sind zu entrichten:

  • für jedes Rind (auch Kalb) einschließlich Bison, Wisent, Wasserbüffel je Tier 5,90 €
  • für jedes Pferd (auch Fohlen) je Tier 1,40 €
  • für jedes Schwein (auch Ferkel) je Tier 1,10 €
  • für jedes mindestens zehn Monate alte Schaf je Tier 1,10 €
  • für jedes Huhn und jeden Hahn (auch Küken) je Tier 0,03 €
  • für jedes Truthuhn und jeden Truthahn (auch Küken) je Tier 0,16 €

Tierseuchenbeiträge von insgesamt weniger als 2,50 € werden nicht erhoben.

 

Wie bereits in den Vorjahren werden die Tierzahlen der Rinder zum 01.01.2021 aus der HI-Tierdatenbank übernommen. Für rinderhaltende Betriebe bedeutet dies, dass sie den zugesandten Meldebogen 2021 nur zurücksenden müssen, wenn sie außer den Rindern auch noch andere beitragspflichtige Tierarten halten, die Tierhaltung im Jahr 2020 aufgegeben haben oder zu der EU-rechtlichen Frage Angaben machen müssen.

Die Tierbestandsmeldung zum 01.01.2021 kann auch über den Online-Zugang auf der Internetseite der Tierseuchenkasse (www.btsk.de) oder per Smartphone/Tablet über den aufgedruckten QR-Code auf dem zugesandten Meldebogen erfolgen.

Die Bayerische Tierseuchenkasse ist auf die Mithilfe der Tierhalterinnen und Tierhalter angewiesen, um auch in Zukunft eine reibungslose Datenübernahme und damit korrekte Beitragserhebung gewährleisten zu können.

Es wird darauf hingewiesen, dass der Anspruch auf Leistungen der Bayerischen Tierseuchenkasse entfällt, wenn schuldhaft ein Tierbestand nicht oder nicht vollständig angegeben oder die Beitragspflicht nicht erfüllt wird.

 

© Bayerische Tierseuchenkasse

Bakterien mit Superheldenpower!

Wer kennt sie nicht – die Superhelden! Als Hulk, Thor, Captain America oder Iron Man flimmern sie seit Jahren über die Kinoleinwände. Ihre Missionen enden so gut wie immer im finalen Endkampf, bei dem mindestens eine Stadt in Grund und Boden gestampft wird. Wenn Ihnen diese Superhelden zu laut sind, versuchen Sie es doch mal mit den guten alten Bakterien. Sie werden erstaunt sein, welche verborgenen Superkräfte diese kleinen Winzlinge besitzen. 

Bakterien – wahre Alleskönner

Bakterien zählen zu den Mikroorganismen und die sind wahre Künstler, wenn es um die Herstellung von Lebensmitteln geht. Egal ob Molkereien, Brauereien, Bäckereien oder Metzgereien, sie alle setzen Mikroorganismenkulturen bei ihren Herstellungsprozessen ein. Zum Beispiel wandelt das Lactobacillus bulgaricus vereinfacht gesagt Milch in Joghurt um und sorgt für eine stichfeste Konsistenz. Und schon mal was von Oenococcus oeni, Bacillus coagulans oder Bifidobacterium bifidum gehört? Wenn nicht, ist das nicht weiter verwunderlich, denn die Liste der lebensmittelmikrobiologischen Bakterien ist wirklich sehr lang.

 

Kleine Superhelden aus Dänemark

Doch wo kommen die ganzen Bakterien her? Die Antwort ist im dänischen Hørsholm zu finden. Dort sitzt das Biotechnologieunternehmen Chr. Hansen A/S und liefert Lebensmittelkulturen und Enzyme für die Lebensmittelindustrie sowie mikrobielle Lösungen für die Tier- und Pflanzengesundheit. Die Herstellung von Lebensmittelfarbstoffen rundet das Portfolio ab. Der Kunde kann aus einer Vielzahl von Mikroorganismenkulturen wählen und so den passenden Partner für sein Produkt finden.

Galileo zu Gast bei Chr. Hansen

Das Pro7-Wissensmagazin Galileo war kürzlich in der Zentrale der dänischen Firma Chr. Hansen zu Gast. Heraus kam ein achtminütiger Beitrag, der spannende Einblicke in die Welt der Bakterien zeigt. Thomas Schäfer, der „Herr über mehr als 40.000 Bakterienstämme“ erläutert unter anderem, was Bakterien in Lebensmitteln alles leisten können und wie die Chr. Hansen deren Superheldenkräfte im Sinne ihrer Kunden gezielt nutzt. Raten Sie mal, wie die Bakterien in großer Zahl zu den Kunden kommen! Kleiner Tipp: Geflogen kommen sie nicht.

 

Mit einem Klick gelangen Sie hier zum Video: Beitrag_Galileo

Quelle: Chr. Hansen Holding A/S

Corona-Infektionsrisiko selbst berechnen

Die Weihnachtsfeiertage sind vorbei und Sylvester steht vor der Tür. Noch ein „Event“, das viele von uns gewohnt sind groß zu feiern. Eigentlich! Denn dieses Jahr sollten wir ernsthaft überdenken, wie wir den Jahreswechsel verbringen. Haben wir Weihnachten bereits im kleinen Kreis verbracht, so werden wir auch Sylvester ohne große Party überstehen!

Die bayerische Staatsregierung hat die Zahl der Feiernden ohnehin auf maximal 5 Personen aus 2 Haushalten begrenzt sowie weitere Einschränkungen erlassen, wodurch Sylvester, so wie wir es kennen, definitiv nicht stattfinden wird.

Und denken Sie bitte dran, dass jeder, der sich am 2. Weihnachtsfeiertag infiziert hat, an Sylvester am ansteckendsten ist und damit zum hochinfektiösen Viren-Verteiler wird.

 

Keine Feier – Was gut daran ist?!

Nicht groß zu feiern hat auch etwas Gutes. Neben der Tatsache aktiv die Ausbreitung der Pandemie zu verhindern, zeigen sich unter anderem folgende Vorteile: Müll und Feinstaub werden reduziert, Sachschäden an Fahrzeugen oder Gebäuden bleiben aus und der ein oder andere Finger dort wo er hingehört, an Ihrer Hand nämlich. Allein die Stadt München räumte am 1. Januar 2020 55 Tonnen Müll weg. Die Feinstaubbelastung am Stachus erreichte einen Wert von 165 µg/m³ und lag damit deutlich über dem Grenzwert von 50 µg/m³ pro Tag. Zum Vergleich der Wert vor dem Feuerwerk am 31.12.2019: 18 µg/m³.

 

Risikorechner – berechnen Sie Ihre individuelle Ansteckungsgefahr

Wollen Sie dennoch nicht auf das Feiern im kleinen Kreis verzichten, rechnen Sie doch einmal für sich aus, wie hoch die individuelle Ansteckungsgefahr ist, falls einer der Feiernden hochansteckend ist. Am Max-Planck-Institut für Chemie wurde dafür ein Rechen-Tool entwickelt, mit dessen Hilfe die Aerosol Übertragung von COVID-19 und dessen Ansteckungsgefahr in Innenbereichen berechnet werden kann. Die Berechnungen zur Abschätzung von Infektionsrisiken basieren auf wissenschaftlichen Annahmen und Formeln aus dem Artikel „Aerosol transmission of COVID-19 and infection risk in indoor environments“ von Lelieveld et al. 2020.

 

Eins sei zum Schluss noch gesagt: Sylvester läuft nicht davon, es wird nächstes Jahr wieder eines geben, und zwar genau am 31. Dezember!

 

Quellen: Max-Planck-Institut für Chemie, Süddeutsche Zeitung, Umweltbundesamt

Strukturwandel in der deutschen Milchwirtschaft

Die Milcherzeugung und Milchverarbeitung war in Deutschland in den vergangenen Jahren durch große strukturelle Veränderungen gekennzeichnet. Während sich die Zahl der milcherzeugenden Betriebe bis heute kontinuierlich verringert hat, haben die verbliebenen Betriebe bei ihren Milchkuhbeständen ein kontinuierliches Wachstum verzeichnet. Ebenfalls konnten die Milcherzeuger die Milchleistung ihrer Kühe infolge von Verbesserungen in der Tierhaltung und durch Zuchtausrichtung erhöhen. Aber auch der Konzentrationsprozess der deutschen Molkereiwirtschaft setzt sich zunehmend fort. Fusionen bestimmen die Molkereilandschaft.

 

Steigende Milchleistung bei sinkenden Betriebszahlen

Strukturwandel in der MilcherzeugungIn den letzten Jahrzehnten hat sich der Bestand an Milchkühen in Deutschland kontinuierlich verringert. Waren es 1980 noch 5,5 Millionen Milchkühe, nahm die Zahl bis Mai 2020 auf rund 4 Millionen ab. Auch die Anzahl der Milcherzeuger in Deutschland ist stetig zurückgegangen. Von fast zwei Millionen Erzeugern in den 1950er-Jahren reduzierte sich die Zahl bis Mai 2020 auf 58.351 Erzeuger, wobei vor allem kleinere Betriebe vom Strukturwandel betroffen waren. Es zeigt sich, dass der Trend zu immer größeren Milchproduktionsbetrieben geht.

Obwohl die meisten Kühe in Bayern (1,2 Millionen Tiere) stehen, ist es mit im Schnitt 39 Tieren pro Betrieb das Bundesland mit den kleinsten Milchkuhherden. Ganz anders sieht es dagegen in den „neuen“ Bundesländern aus. Im Mittel stehen hier zwischen 150 und 200 Milchkühe pro Betrieb. Durch Faktoren wie zum Beispiel eine verbesserte Züchtung oder verbessertes Management konnte die Jahresmilchleistung über die Jahrzehnte gesteigert werden. Lag 1970 die Milchmenge pro Kuh bei 3.280 kg Rohmilch pro Jahr, erzeugt eine Kuh heute im Durchschnitt 8.200 kg Rohmilch pro Jahr.

 

 

Milchverarbeitende UnternehmenDie Molkereien im Wandel – Der Trend zu größeren Molkereien

Auch die Anzahl der Molkereien blieb vom Strukturwandel nicht verschont und verringerte sich vor allem durch Fusionen. Bei einer stetigen Steigerung der verarbeiteten Milchmenge ist gleichzeitig ein Rückgang der Betriebsstätten zu verzeichnen. Von 3.400 milchverarbeitenden Betrieben im Jahr 1950 sind es heute nur noch 155. Hauptgrund für diesen Konsolidierungsprozess sind zum einen Fragen der betriebswirtschaftlichen Effizienz und ein verbessertes Marketing, zum anderen aber auch Investitionen in Innovationen in einem zunehmend globalisierten und wettbewerbsorientierten Markt. Es ist abzusehen, dass dieser Prozess auch in den kommenden Jahren anhalten wird.

 

Quelle: Milchindustrieverband (MIV) und BLE

Die Lahmheit im Blick – Machen Sie sich fit für die Bewegungsbeurteilung

Gesunde Klauen sind das Fundament jeder Milchkuh und sorgen für Vitalität und Langlebigkeit. In 90 % der Fälle führen Klauenerkrankungen zu Lamheiten, die erhebliche Verluste in Milchviehbetrieben verursachen können. Das Förderprojekt „KLAUENfitnet“ nimmt sich seit 2015 diesem Thema an und erweitert sein Angebot nun um ein digitales Hilfesystem und ein E-Learning-Programm. So können Landwirtinnen und Landwirte die Klauengesundheit ihrer Milchkühe noch besser fördern und Lahmheiten effektiver behandeln. Auf welche Anzeichen Sie achten müssen, um Veränderungen des Gangbildes bei Kühen rechtzeitig zu entdecken, erläutert anschaulich das neue E-Learning Modul von KLAUENfitnet.

Häufig werden Lahmheiten zu spät entdeckt. Schwerwiegende und schmerzhafte Klauenerkrankungen sind die Folge, die enorme finanzielle Verluste nach sich ziehen. Entscheidend für eine gute Klauengesundheit ist das frühzeitige Erkennen lahmer Tiere und eine rasche Behandlung. Erste Anzeichen für eine beginnende Lahmheit sind mit etwas Übung leicht zu erkennen. Mit Hilfe der Bewegungsbeurteilung (Locomotion Scoring), ein bewährtes Verfahren nach Sprecher et al., lassen sich Veränderungen in der Körperhaltung und der Bewegung der Tiere auf einer fünfstufigen Skala bonitieren.

Klauengesundheit nachhaltig verbessern

Das Projektteam von KLAUENfitnet hat sich zum Ziel gesetzt, die Klauengesundheit in der Milchviehhaltung nachhaltig zu verbessern und im bereits bestehenden E-Learning KLAUENfitnet ein neues Modul zur Lahmheitsfrüherkennung entwickelt. In dem Modul „Bewegungsbeurteilung bei Kühen“ werden die Veränderungen im Bewegungsbild der Kühe erläutert und in kurzen Videoeinheiten anschaulich dargestellt. Zum Abschluss haben die Nutzer die Möglichkeit, selbst Kühe zu bewerten, sich in der Bewegungsbeurteilung zu testen und das Gelernte direkt anzuwenden. Ein Merkblatt sowie ein Erfassungsbogen runden das Angebot ab und ermöglichen einen direkten Einsatz im Stall.

Das E-Learning ist kostenfrei unter Klauenfitnet aufrufbar. In verschiedenen Modulen steht den Nutzern dort umfangreiches Wissen zur Klauenpflege sowie zu verschiedenen Klauenerkrankungen und dem Klauengesundheitsmanagement zur Verfügung. Viel Spaß beim Anschauen und Lernen!

Hintergrund und Förderung

Die Entwicklung des innovativen Betriebshelfers und des E-Learning Tools ist auf zwei Forschungsprojekte aufgeteilt: Das Projekt KLAUENfitnet wurde im Programm zur Innovationsförderung des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und des Zweckvermögens des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert. Die Förderung des Folgeprojekt KLAUENfitnet 2.0 erfolgt über die Deutsche Innovationspartnerschaft Agrar (DIP) mit Mitteln aus dem BMEL-Programm zur Innovationsförderung. Beide Projekte werden bzw. wurden vom Projektträger Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (ptble) fachlich betreut. Der Verbund besteht aus dem Deutschen Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen e. V. (DLQ), der Data Service Paretz GmbH (DSP), der Freien Universität Berlin, der Lemmer-Fullwood GmbH, dem Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e.V. und den Vereinigten Informationssystemen Tierhaltung w. V. (vit).
Die Deutsche Innovationspartnerschaft (DIP) Agrar fördert neue Ideen aus der Forschung und Entwicklung mit dem Ziel, die Marktreife zu erlangen und damit den Eingang in die landwirtschaftliche Praxis zu finden. Die vom BMEL eingerichtete Geschäftsstelle in der BLE koordiniert die DIP-Arbeit.

 

Quellen: Pressemeldung DLQ 08.12.2020 und BLE

Aus Milch wird ein Medikament

(DLG). Dr. Hans-Jürgen Heidebrecht, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Lebensmittel- und Bioprozesstechnik unter Leitung von Prof. Dr. Ulrich Kulozik (Technische Universität München), ist jetzt mit dem Innovation Award „Junge Ideen“ der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft)  ausgezeichnet worden. Seine Dissertation „Vom Lebensmittel zum Arzneimittel“ * überzeugte die Experten-Jury, weil darin die Schlüsseltechnologie der Milchproteinfraktionierung entscheidend verbessert wurde. Die neuen prozesstechnischen Voraussetzungen ermöglichen es, Antikörper aus Kuhmilch anzureichern und zu isolieren. Diese können als Ersatz für eine unspezifische Antibiotika-Therapie bei Menschen und Tieren eingesetzt werden. Der mit 2.500 Euro dotierte DLG-Lebensmitteltechnologiepreis fördert herausragende Nachwuchswissenschaftler. Die Verleihung fand im Rahmen der Online-Konferenz DLG-Think Food statt.  

Bei der von Dr. Heidebrecht weiterentwickelten Mikrofiltration wird Milch mit Druck durch leistungsstarke Membranen gepresst und in zahlreiche Einzelkomponenten gespalten. Auf diese Weise lassen sich spezifische Antikörper aus dem Filtrat gewinnen. In einem zweiten Schritt wurde ein neuer Chromatographie-Prozess entwickelt, mit dem die Gewinnung von industriellen Mengen an reinem Antikörper möglich ist. So lassen sich je nach Anwendungsgebiet angereicherte oder isolierte Antikörperpräparate herstellen.

Bei Antikörpern (Immunglobulinen) handelt es sich um Eiweißmoleküle, die vom Immunsystem gebildet werden und der Bekämpfung von Krankheitserregern oder anderen Fremdstoffen dienen. Sie erkennen bzw. markieren in den Körper eingedrungene Krankheitserreger und aktivieren das körpereigene Immunsystem.

Neugeborene Kälber besitzen direkt nach der Geburt noch kein humorales Immunsystem. Für sie ist die erste Milch (Kolostrum) der Mutterkuh deshalb lebenswichtig. Denn das trächtige Tier hat spezifische Antikörper gegen pathogene (Umwelt-)Agenzien gebildet, die mit der ersten Milch an das Neugeborene weitergegeben werden. Das Kalb wird auf diese Weise passiv immunisiert und ist so vor Krankheitserregern geschützt. 

Dr. Heidebrecht hat sich das Immunsystem der Mutterkuh zunutze gemacht, indem er sie aktiv immunisiert. Er setzt das Tier menschlichen Krankheitserregern aus, was der Kuh nicht schadet, aber ihr Immunsystem stimuliert, spezifische Antikörper gegen diese humanen Pathogene zu bilden. Sie können mit Hilfe der Membrantechnik aus der Milch gewonnen und mittels eines neu entwickelten Chromatographie-Prozesses isoliert werden. „Wir reichern diese an oder isolieren sie und nutzen sie dann für die passive Immunisierung von Menschen. Das ist wesentlich zielgerichteter als die weitverbreitete, unspezifische Gabe von Antibiotika“, erläutert Dr. Heidebrecht seine anspruchsvolle Dissertation, deren Grundprinzip auf verschiedenste Krankheitsbilder von Mensch und Tier angewendet werden kann – dank neuer verfahrenstechnischer Voraussetzungen. Dieses Pilotprojekt, bei der aus Milch ein Medikament erzeugt wird, könnte ein komplett neues Geschäftsfeld für die Lebensmittelbranche bzw. Milchwirtschaft eröffnen. 

DLG Innovation Award „Junge Ideen“

Der DLG Innovation Award „Junge Ideen“ wird jährlich vergeben und ist mit 2.500 Euro dotiert. Der Preis fördert Forschungsarbeiten junger Wissenschaftler, die sich produkt- und branchenübergreifend mit folgenden Themenbereichen befassen: Lebensmitteltechnologie, Verpackung, Abfülltechnologie, Ingredienzien, Produktentwicklung, Automatisierung, Qualitätssicherung, Hygiene, Gesundheit, Ernährung oder Business-Modelle. Unter den Bewerbern ermittelt der wissenschaftliche Beirat des DLG-Hauptausschusses Lebensmittel den Preisträger.

 

* Titel der Dissertation: Vom Lebensmittel zum Arzneimittel: Prozessentwicklung und Verwendung von funktionalisierten polyklonalen Antikörpern aus Kuhmilch zur Behandlung von Infektionen verursacht durch multiresistente Bakterien

Quelle: DLG - Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft

Große Erfolge bei der Antibiotikaminimierung

Im Juli meldete das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), dass die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika in Deutschland im Jahr 2019 erneut zurückgegangen ist. Sie sank im Vergleich zum Vorjahr um 52,2 auf 670 Tonnen, das sind 7,2 Prozent weniger als im Jahr 2018. Die Abgabemenge erreichte damit das niedrigste Niveau seit der ersten Erfassung im Jahr 2011 mit 1.706 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang in diesem Zeitraum von 60,7 Prozent. Hervorzuheben ist, dass die abgegebenen Mengen der Fluorchinolone sowie Cephalosporine der 3. und 4. Generation auf den niedrigsten Wert seit 2011 sanken. Seit 2014 wird neben den Abgabemengen auch die Therapiehäufigkeit mit Antibiotika bei Masttieren bestimmt. Landwirte sind verpflichtet, jede Behandlung über die Wirktage des Mittels zu dokumentieren.

Tiergesundheitsmanagement

Um weiterhin aktiv die Entwicklung antimikrobieller Resistenzen zu bekämpfen, sollte Ziel sein, mittels eines umfassenden Tiergesundheitsmanagements Krankheiten vorzubeugen und die Behandlung mit Antibiotika auf das notwendige Maß zu beschränken. Bei den Konzepten zur Prävention von Krankheiten spielen deshalb Impfstoffe und auch immunmodulierende Tierarzneimittel eine bedeutende Rolle. Eine dem Tier angemessene Versorgung mit geeigneter Fütterung und Haltung sowie Diagnostika, die eine frühzeitige Erkennung von Erkrankungen ermöglichen, tragen ebenfalls dazu bei, Tiere gesund zu halten. Maßnahmen zur Infektionskontrolle und Vermeidung eines Resistenztransfers auf dem landwirtschaftlichen Betrieb sowie in vor- oder nachgelagerten Stufen der Lebensmittelkette komplettieren das Bild, um den Verbraucher mit hochwertigen Lebensmitteln vom Tier zu versorgen. Zu beachten bleibt, dass auch bei bester Hygiene und Prävention Tiere nach wie vor krank werden und behandelt werden müssen, wenn erforderlich auch mit Antibiotika.

Mit der neuen EU-Tierarzneimittel-Verordnung verbinden sich weitere Erwartungen. So soll die Verfügbarkeit von Tierarzneimitteln in den Ländern der Europäischen Union größer, der Anreiz für Innovationen gesteigert und der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen verstärkt werden. Die Verordnung soll ab dem 28. Januar 2022 zur Anwendung kommen. Sie sieht u.a. vor, dass besonders kritische Antibiotika künftig der Humanmedizin vorbehalten sein sollen.

Experten-Gremium

Ein europäisches Experten-Gremium hat bereits Empfehlungen zu diesen Kriterien und zur Kategorisierung der Antibiotika in vier Gruppen formuliert, nämlich „A: Vermeiden“, „B: Einschränken“, „C: Vorsicht“ und „D: Umsichtig“. Wichtiges Ziel ist es dabei, künftige Therapieoptionen für die Tiermedizin zu erhalten. Experten betonen, dass darüber hinaus neue Antibiotika entwickelt werden müssten. Intensiv arbeiten Wissenschaftler daran, die Mechanismen der Resistenzentwicklung und die Übertragungswege zu verstehen.

Erwartet wird, dass sich hieraus ergebende Ansatzpunkte für neue Antibiotika der Humanmedizin vorbehalten bleiben werden. Das neue Wissen wird aber auch genutzt, um bekannte Wirkstoffe zu optimieren oder andere Konzepte zur Kontrolle oder zu Alternativen weiterzuentwickeln.

Tiergesundheit trägt in entscheidendem Maß zu einer produktiven und damit ressourcenschonenden Tierhaltung in der Landwirtschaft bei. Gesunde Tiere verbrauchen weniger Ressourcen wie Futter, Wasser und damit Fläche mit der Folge, dass weniger Gülle und Emissionen anfallen. Je intensiver die Haltung und je gesünder die Tiere, desto stärker werden die Einspareffekte.

Krankheitsbedingte Verluste

Laut FAO und der Welttiergesundheitsorganisation (OIE) machen krankheitsbedingte Verluste etwa 20 % der Gesamtproduktion aus. Ein Beispiel: Mastitis-Management und Impfung verbessern die Gesundheit und das Wohlbefinden von Milchkühen. So können wirtschaftliche Einbußen von 375 kg Milchertrag bzw. bis zu 182 € pro Kuh/Jahr vermieden werden. Antibiotika sollen jedoch nicht als „billiges Produktionsmittel“ eingesetzt werden, sondern dienen der Behandlung kranker Tiere. Die prophylaktische Anwendung von Antibiotika ist verboten. Auch als sogenannte Leistungsförderer dürfen sie in der Europäischen Union bereits seit 2006 nicht mehr eingesetzt werden.

Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) vertritt die führenden Hersteller von Tierarzneimitteln (Pharmazeutika und Biologika), Diagnostika und Futterzusatzstoffen in Deutschland. Die Mitgliedsunternehmen sind in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung dieser Produkte aktiv und repräsentieren dabei mehr als 95 % des deutschen Marktes. Der BfT ist korporatives Mitglied im Verband der Chemischen Industrie (VCI), im Weltverband der Tiergesundheitsindustrie (HealthforAnimals) und im europäischen Verband der Tiergesundheitsindustrie (AnimalhealthEurope).

 

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT)

Steckbrief zur Milchviehhaltung

Das Thünen-Institut hat eine Status-Quo-Darstellung der deutschen Milchviehhaltung im Jahr 2020 veröffentlicht. Es wird zum einen auf die Versorgungsbilanzen und den Handel Deutschlands mit Milchprodukten im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsstaaten eingegangen. Zum anderen werden die Milchviehbestände sowie Betriebsstrukturen und ihre Entwicklung im Zeitverlauf dargestellt. Weiter werden die unterschiedlichen Haltungs- und Produktionssysteme sowie die Leistungsparameter und die Wirtschaftlichkeit der Milchkuhhaltung in Deutschland abgebildet.

Zum Steckbrief

Sojadrink bleibt Sojadrink

Dies bedeutet, dass die Milch und Milcherzeugnissen vorbehaltenen Bezeichnungen zukünftig auch vor jeder direkten oder indirekten kommerziellen Verwendung der Bezeichnung für vergleichbare Produkte oder Produkte, die als ersetzbar eingestuft werden und nicht der entsprechenden Definition entsprechen, geschützt sind. Darüber hinaus werden Milch und Milchprodukte gegen jeden Missbrauch, Nachahmung oder Anspielung geschützt, selbst wenn die Zusammensetzung oder die wahre Natur des Produktes angegeben ist oder von einem Ausdruck wie „Stil“, „Typ“, „Methode“, „wie hergestellt in“, „Nachahmung“, „Geschmack“, „Ersatz“, „wie“ oder ähnliches begleitet wird. Ferner werden Milchbezeichnungen gegen alle anderen kommerziellen Angaben oder Praktiken, die den Verbraucher hinsichtlich der wahren Natur oder Zusammensetzung des Produkts irreführen könnten, geschützt.

„Das ist nach der Tofu-Town-Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs aus 2017, in dem er den Bezeichnungsschutz für Milch und Milcherzeugnisse eindrucksvoll bestätigt hat, ein weiterer Meilenstein, mit dem auch eine effektivere Durchsetzung des Bezeichnungsschutzes für Milch und Milcherzeugnisse nachhaltig gestärkt wird“, so Dr. Jörg Rieke, Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes.

Wie die heute vom Europäischen Parlament verabschiedete Ergänzung zum Bezeichnungsschutz Milch am Ende aussehen wird, bleibt abzuwarten, da hierüber noch im ausstehenden Trilog zwischen Rat, Europäischem Parlament und der EU-Kommission eine Verständigung zu erzielen ist.

Quelle: MIV

Trächtigkeitsuntersuchungen weiter gefragt

Im Labor des Milchprüfring Bayern e.V. (mpr) wurden bis dato 1,15 Millionen PAG-Tests aus Milch untersucht. Weltweit wurde somit die größte Anzahl der PAG-Proben im mpr-Labor in Wolnzach analysiert. Auch die vollautomatische PAG-Anlage zur Untersuchung der Proben ist international einmalig. Damit hat der mpr ein Novum im Bereich Trächtigkeitsuntersuchung geschaffen.

Der PAG-Test aus Milch ist innerhalb kurzer Zeit zum Erfolgsmodell geworden und erhält von den Landwirten größten Zuspruch. Bereits ab dem 28. Tag nach der Besamung und 60 Tage nach der letzten Abkalbung kann die Trächtigkeit einfach und unkompliziert über die Milch bestimmt werden.

Der größte Anteil der Proben (95 Prozent) läuft über die Milchleistungsprüfung des LKV Bayern e. V. Das Landeskuratorium bietet den PAG-Test in vier Varianten an:

•        KuhPM (Test für einzelne Kuh innerhalb des Probemelkens (PM)),

•        KuhEinzel (Test für einzelne Kuh außerhalb des PM),

•        HerdePlus (automatischer Frühträchtigkeitstest + Bestätigungstest) und

•        HerdeComfort (automatischer Frühträchtigkeitstest + Bestätigungstest sowie zusätzlichem Spätträchtigkeitstest ab dem 160. Trächtigkeitstag).

Der Milchprüfring Bayern e.V. bietet den Landwirten zusätzlich Einzelproben zur Untersuchung im 10er-Set an. Der PAG-Test ist auch für Ziegen und Schafe geeignet.

Seit 2014 bieten der Milchprüfring Bayern e. V. und das LKV Bayern e.V. den PAG-Test aus Milch an. Der PAG-Test aus Milch ist ein Labortest (ELISA) zum Nachweis von Glykoproteinen (Pregnancy-Associated Glycoprotein = PAG) in Kuh-, Ziegen- und Schafmilch. PAG´s werden ausschließlich in der Trächtigkeit gebildet. Alle Informationen rund um den PAG-Test aus Milch finden Sie auf der Homepage des Milchprüfring Bayern e.V. sowie auf der Seite des Lan­des­ku­ra­to­ri­um der Er­zeu­ger­ringe für tier­i­sche Ver­e­de­lung in Bayern e.V..

Tierhaltung weiterhin ein Unfallschwerpunkt

Jahr für Jahr gehen die Unfallzahlen zurück – im Schnitt um rund fünf Prozent pro Jahr. 2019 lag der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr sogar bei rund 7,5 Prozent. „Eine sehr erfreuliche Entwicklung, die jedoch nicht darüber hinweg täuschen darf, dass die absolute Zahl der Tierhalter, die während der Arbeit verunglückten, nach wie vor erschreckend hoch ist“, so der SVLFG-Vorstandsvorsitzende Arnd Spahn. 16.100 Personen erlitten im vergangen Jahr einen meldepflichtigen Arbeitsunfall in der Tierhaltung. Meldepflichtig bedeutet, dass die betroffene Person sich in ärztliche Behandlung begeben hat und für mehr als drei Tage arbeitsunfähig war. Am häufigsten verletzten sich Menschen zwischen 50 und 65 Jahren. In dieser Altersgruppe ereigneten sich 6.000 und damit fast 40 Prozent aller Unfälle sowie neun der Unfälle mit tödlichem Ausgang.

Tritte, Stöße, Quetschungen
Mehr als ein Drittel der Arbeitsunfälle und nahezu alle der tödlich verlaufenden Unfälle in der Tierhaltung ereigneten sich im direkten Umgang mit den Tieren, vor allem mit Rindern und Pferden. Die meisten Unfälle werden durchs Melken, Treiben und Behandeln verursacht, tödliche Unfälle oft durch Angriffe von Bullen. In der Pferdehaltung liegen die Unfallursachen schwerpunktmäßig im Reiten und Führen.

Typische Risiken kennen und vermeiden
Die meisten Unfälle folgen bestimmten Mustern. Tiere verletzen Menschen nicht aus böser Absicht. Ihr Verhalten ist von Instinkten geprägt. Pferde stürmen los, wenn sie sich erschrecken, Bullen greifen an, um die Herde zu schützen oder Rangkämpfe auszutragen, Fersen sind in ihrem Verhalten noch ungestüm und Mutterkühe besch
ützen ihren Nachwuchs. Unfälle lassen sich durch angepasste Haltungsformen mit baulich-technischen Einrichtungen, zum Beispiel Separier- und Fixiereinrichtungen, mit einer durchdachten Arbeitsorganisation und durch die richtige Persönliche Schutzausrüstung vermeiden.
Die SVLFG hält entsprechende Praxishilfen bereit. Neben Broschüren gibt es Muster-Betriebsanweisungen (auch fremdsprachig), Muster-Gefährdungsbeurteilungen und Unterweisungshilfen. Weil auch der richtige Umgang und das Verständnis für die natürlichen Verhaltensweisen von Tieren wichtig sind, bietet die SVLFG Kurse für Rinder- und Pferdehalter an.

Den Arbeitsalltag besser organisieren
Fast die Hälfte aller Arbeitsunfälle ereilen Tierhalter, weil sie ausrutschen, stolpern, hinfallen, sich verrenken, umknicken, sich schneiden oder sich stechen. Auch um solche Unfälle zu vermeiden, helfen eine bessere Arbeitsorganisation, eine angepasste Persönliche Schutzausrüstung und strukturiertes, vorausschauendes Arbeiten. Eine Gefährdungsbeurteilung für jeden Arbeitsbereich im Betrieb und eine verbindliche Unterweisung der Beschäftigten schaffen Klarheit, wie welche Arbeiten ausgeführt werden müssen, damit niemand zu Schaden kommt.

 

Weitere Informationen
Die SVLFG informiert detailliert zur Arbeitssicherheit für Tierhalter auf ihrer Internetseite, zum Beispiel unter www.svlfg.de/rinderhaltung sowie mit Filmen auf ihrem YouTube-Kanal
unter www.youtube.com (Suchbegriff SVLFG).

Quelle: SVLFG

Grüne Branche drittgrößter Wirtschaftsfaktor in Bayern