Beiträge der Tierseuchenkasse für 2019

Der Landesausschuss der Bayerischen Tierseuchenkasse hat folgende Beiträge für das Jahr 2019 beschlossen:

Als Tierseuchenbeiträge für das Jahr 2019 sind zu entrichten

a) für jedes Rind (auch Kalb) einschließlich
Bison, Wisent, Wasserbüffel je Tier 5,70 €

b) für jedes Pferd (auch Fohlen) je Tier 1,20 €

c) für jedes Schwein (auch Ferkel) je Tier 1,00 €

d) für jedes mindestens zehn Monate alte Schaf je Tier 1,10 €

e) für jedes Huhn und jeden Hahn (auch Küken) je Tier 0,045 €

f) für jedes Truthuhn und jeden Truthahn (auch Küken) je Tier 0,28 €

Tierseuchenbeiträge von insgesamt weniger als 2,50 € werden nicht erhoben.

Wie bereits in den Vorjahren werden die Tierzahlen der Rinder zum 01.01.2019 aus der HIT-Datenbank übernommen. Für Rinder haltende Betriebe bedeutet dies, dass sie den zugesandten Meldebogen 2019 nur zurücksenden müssen, wenn sie außer den Rindern auch noch andere beitragspflichtige Tierarten halten, die Tierhaltung im Jahr 2018 aufgegeben haben oder zu der EU-rechtlichen Frage Angaben machen müssen.

Die Tierbestandsmeldung zum 01.01.2019 kann auch über den Online-Zugang auf der Internetseite der Tierseuchenkasse (www.btsk.de) oder per Smartphone/Tablet über den aufgedruckten QR-Code auf dem zugesandten Meldebogen mit Hilfe eines QR-Code-Readers erfolgen.

Die Bayerische Tierseuchenkasse ist auf die Mithilfe der Tierhalterinnen und Tierhalter angewiesen, um auch in Zukunft eine reibungslose Datenübernahme und damit korrekte Beitragserhebung gewährleisten zu können.

Es wird darauf hingewiesen, dass der Anspruch auf Leistungen der Bayerischen Tierseuchenkasse entfällt, wenn schuldhaft ein Tierbestand nicht oder nicht vollständig angegeben wird oder die Beitragspflicht nicht erfüllt wird.

 

© Bayerische Tierseuchenkasse, Oktober 2018

GVO-freie Fütterung – Neuer Standard ab 01.01.2019

Zum 01.01.2019 werden sich im VLOG-Standard für die GVO-freie Fütterung Änderungen ergeben. Betroffen sind hierbei vor allem „risikobehaftete Futtermittel“. So zählt ab Anfang 2019 Mais (getrocknete Maiskörner) nicht mehr zu den „risikobehafteten Futtermitteln“, wenn dieser in definierten Ländern (Vorgabe VLOG) angebaut wurde. Der Mais darf auch in einer Trocknungsanlage bearbeitet worden sein. Eine entsprechende aussagekräftige Bestätigung (dass keine Vermischung mit GVO-veränderten Futtermitteln stattgefunden hat) muss aber vorliegen.

Ebenso haben sich die KO-Anforderungen geändert - dazu gekommen sind hier der „Umgang mit nicht-konformen Futtermitteln und Tieren“, der Punkt „Rückverfolgbarkeit“ sowie die „Trennung der Warenströme“. Nicht mehr zu den KO-Kriterien zählt der Punkt „Tierbestandsübersicht“.

Die Einstufungskriterien für die landwirtschaftlichen Betriebe in die Risikoklasse 0 sind im Wesentlichen gleichgeblieben. Um in die geringste Risikoklasse 0 eingestuft zu werden müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Nur nicht austauschbare (klar einer anderen Tierart zugeordneten) kennzeichnungspflichtige Futtermittel dürfen sich am Standort befinden, d.h. dass sich z.B. kennzeichnungspflichtiges Futtermittel am Betrieb befinden darf, wenn es klar einer anderen Tierart, z.B. Hühner zugeordnet ist.
  • Anlagen und Fütterungseinrichtungen mit Kontakt zu kennzeichnungspflichtigen Futtermittel sind komplett getrennt zur VLOG-Betriebseinheit
  • Es findet kein Wechsel der Futtermittelqualitäten (hinsichtlich GVO) statt
  • In der VLOG-Betriebseinheit eingesetzte potentiell risikobehaftete Futtermittel sind nach VLOG-Standard zertifiziert und deren VLOG-Status von der Herstellung bis zum Endverbraucher nicht unterbrochen
  • Überbetrieblich genutzte Mahl- und Mischanlagen sind nach VLOG-Standard zertifiziert

Der neue VLOG-Standard 19.01 wurde Anfang Oktober vom VLOG e.V. veröffentlicht und wird zum 01.01.2019 gültig.

2018: Über 200.000 Trächtigkeitsuntersuchungen

Begonnen hat alles im Jahre 2014 mit der Idee, den PAG-Test aus Milch beim mpr zu etablieren. Dazu fanden auch diverse Gespräche mit dem LKV statt. Das Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern e.V. (LKV) ist Kunde beim mpr. So werden alle Milchleistungsproben (MLP) und auch PAG-Proben des LKV beim mpr untersucht. Waren anfangs verschiedene Namen für den Test im Umlauf, so einigte man sich bald auf die Bezeichnung PAG-Test aus Milch. PAG steht für „Pregnancy-Associated Glycoprotein“. Wie der Name schon sagt, werden mit dem ELISA-Labortest Glykoproteine nachgewiesen, welche ausschließlich bei einer Trächtigkeit gebildet werden.

In den Anfangsjahren war für den PAG-Test aus Milch noch sehr viel „Handarbeit“ nötig. Bald stellte sich heraus, dass durch die steigenden Probenzahlen eine zeitnahe Untersuchung nur noch mit sehr viel Personaleinsatz möglich ist. Eine Teilautomatisierung wurde vorgenommen. Im Jahre 2015 wurden über 144.000 Untersuchungen durchgeführt, dies steigerte sich im Jahre 2016 auf knapp 160.000. Als im Jahre 2017 die 200.000 PAG-Proben nur noch knapp unterschritten wurden, ist die Entscheidung für eine Vollautomatisierung bereits gefallen.

Die weltweit einzigartige Anlage, die aus mehreren Komponenten besteht und in dieser Kombination einmalig ist, wurde Anfang des Jahres 2018 in Wolnzach aufgebaut. Nach umfangreichen Tests und Softwareoptimierungen begann die Validierungsphase, welche mittlerweile abgeschlossen ist. Mit dieser Anlage ist es möglich, deutlich mehr Proben mit gleichem Personaleinsatz als bisher abzuarbeiten. Aktuell werden bis zu 2.250 Proben pro Tag untersucht. „Wir sind mit der Anlage mehr als zufrieden, durch die Vollautomatisierung stellt sich für uns eine große Arbeitserleichterung dar. Dadurch können wir noch effizienter arbeiten und weiterhin kostengünstig die Untersuchung anbieten“, berichten Christine Habel und Kerstin Karl, zuständige Bereichsleiterinnen für den PAG-Test.

Der PAG-Test aus Milch wird beim LKV in vier verschiedenen Varianten angeboten. Bei den Programmen HerdePlus und HerdeComfort erfolgt die PAG-Untersuchung je nach Trächtigkeitsstadium automatisch und der Landwirt kann den Status seiner Kühe jederzeit abrufen. Detaillierte Informationen hierzu bietet das LKV auf seiner Homepage (www.lkv.bayern.de/mlp/pagtest).
 

Nicht-LKV-Mitglieder können Einzelröhrchen direkt beim mpr anfordern. Ein 10er-Set kostet 65 EUR (zzgl. MwSt.), bei größeren Abnahmemengen ist ein Rabatt möglich. Weitere Infos unter www.mpr-bayern.de/de/Labor/PAG-Test-aus-Milch

 

Wie wirkt sich die Kälte auf Rinder aus?

Kälber, Jungtiere und auch ausgewachsene Kühe leiden häufig unter temperaturbedingtem Stress, sei es nun hitze- oder kältebedingt.

Prinzipiell bevorzugen Kühe tiefere Lufttemperaturen gegenüber Sommerhitze, doch kann auch Kälte vor allem bei Kälbern einige Probleme mit sich bringen.

Zuerst sollte zwischen „trockener“ und „nasser“ Kälte unterschieden werden. Trockene Kälte wird von Kühen oft als positiv wahrgenommen, da die bei der Milchbildung produzierte Wärme im Winter leichter abgeführt werden kann. Die optimale Temperatur für Hochleistungskühe liegt zum Beispiel um 0 °C. Der Temperaturbereich für gute Milchleistung liegt zwischen 7 °C und 17 °C, wobei Temperaturen zwischen -5 °C und 15 °C von erwachsenen Milchkühen als passend angesehen werden. Die temperaturneutrale Zone (=gleich viel Wärme wird produziert wie verloren) ist stark abhängig vom Alter des Tieres. Kältestress für ausgewachsene Kühe kann nur dann entstehen, wenn feuchte Stallluft vorherrscht. Dadurch wird die isolierende Wirkung des Fells vermindert. Zusätzlich kann hier Zugluft einen negativen Beitrag leisten.

 

 

 

Nasse Kälber nicht an die Kälte

Für Kälber ist Kälte deutlich problematischer, da sie aufgrund ihrer großen Körperoberfläche im Verhältnis zur Masse schneller frieren. Die thermoneutrale Zone bei Kälbern im neugeborenen Alter liegt zwischen 10 °C und 26 °C, d.h. bereits ab 10 °C beginnt für neugeborene Kälber der Kältestress. Der Temperaturbereich, der für Kälber ab einem Monat als angenehm empfunden wird erstreckt sich von 0 °C bis 23 °C. Kälber versuchen sich zu wärmen, indem sie körperliche Nähe zu anderen Tieren suchen. Sie nehmen auch mehr Futter auf um dadurch mehr Stoffwechselwärme zu produzieren. Wenn junge Tiere keimfreier, frischer Luft ausgesetzt sind, machen ihnen niedrige Temperaturen nur wenig aus. Kälbern in z.B. Iglus kann bei der Wärmeproduktion geholfen werden, indem man ihnen eine Kälberdecke anzieht oder die Möglichkeit gibt, ihre eigene kleine „Wärmekuppel“ zu bauen (z.B. durch mehr Stroheinstreu, …).

Auch Wärmelampen und eine erhöhte Kalorienzufuhr können dazu beitragen, dass Kälber gesund durch den Winter kommen. Bei Neugeborenen soll man darauf achten, dass das Fell nicht nass und verklebt ist, da es so nicht isoliert und das Kalb zu viel Energie aufwenden muss um sich zu wärmen.

 

 

 

 

 

Fotoquelle: pixabay.com

Text: smaxtec