Milchpur 1.2021 erschienen

Wir freuen uns, Ihnen wieder eine interessante Zusammenstellung von Themen rund um die Milcherzeugung in unserem Magazin bieten zu können. Die Verteilung über unsere mpr-Logistik hat bereits begonnen, sodass Sie in Kürze auch Ihr persönliches Exemplar in den Händen halten können.

Wir bedanken uns bei den Milchsammelwagenfahrern, die für uns immer zuverlässig die Verteilung an alle Milchbauern in Bayern übernehmen.

Vorab können Sie die neue Ausgabe bereits online lesen.

 

Aus dem Inhalt:

  • Sicher vor Hemmstoffen
  • Tierseuchenbeiträge 2021
  • Forschung bringt Fortschritt
  • mpr-Tochter unterstützt Milchwirtschaft
  • „Guter Käse entsteht im Stall und auf der Weide!“
  • Mensch oder Maschine?
  • Naturnah melken
  • Eutergesundheit und Melken
  • Behandlung von Mastitis ohne Einsatz von Antibiotika
  • Die Milch macht’s!
  • Lebendhefe unterstützt die Pansenentwicklung
  • Online-Klickhits auf www.milchpur.de
  • Schnelle Klauenpflege mit dem Speed-Fix
  • Wellness für die Kuh beginnt beim Stallbau
  • Es werde Licht
  • Füttern mit Kalkül
  • Gut geprüft: Top Silagequalität
  • Steigende Maiserträge dank Präzisionszüchtung
  • Grünland: Schäden beheben!

 

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen! Gerne können Sie auch in den letzten Ausgaben schmökern. Unter Milchpur - Archiv

Aus Milch wird ein Medikament

(DLG). Dr. Hans-Jürgen Heidebrecht, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Lebensmittel- und Bioprozesstechnik unter Leitung von Prof. Dr. Ulrich Kulozik (Technische Universität München), ist jetzt mit dem Innovation Award „Junge Ideen“ der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft)  ausgezeichnet worden. Seine Dissertation „Vom Lebensmittel zum Arzneimittel“ * überzeugte die Experten-Jury, weil darin die Schlüsseltechnologie der Milchproteinfraktionierung entscheidend verbessert wurde. Die neuen prozesstechnischen Voraussetzungen ermöglichen es, Antikörper aus Kuhmilch anzureichern und zu isolieren. Diese können als Ersatz für eine unspezifische Antibiotika-Therapie bei Menschen und Tieren eingesetzt werden. Der mit 2.500 Euro dotierte DLG-Lebensmitteltechnologiepreis fördert herausragende Nachwuchswissenschaftler. Die Verleihung fand im Rahmen der Online-Konferenz DLG-Think Food statt.  

Bei der von Dr. Heidebrecht weiterentwickelten Mikrofiltration wird Milch mit Druck durch leistungsstarke Membranen gepresst und in zahlreiche Einzelkomponenten gespalten. Auf diese Weise lassen sich spezifische Antikörper aus dem Filtrat gewinnen. In einem zweiten Schritt wurde ein neuer Chromatographie-Prozess entwickelt, mit dem die Gewinnung von industriellen Mengen an reinem Antikörper möglich ist. So lassen sich je nach Anwendungsgebiet angereicherte oder isolierte Antikörperpräparate herstellen.

Bei Antikörpern (Immunglobulinen) handelt es sich um Eiweißmoleküle, die vom Immunsystem gebildet werden und der Bekämpfung von Krankheitserregern oder anderen Fremdstoffen dienen. Sie erkennen bzw. markieren in den Körper eingedrungene Krankheitserreger und aktivieren das körpereigene Immunsystem.

Neugeborene Kälber besitzen direkt nach der Geburt noch kein humorales Immunsystem. Für sie ist die erste Milch (Kolostrum) der Mutterkuh deshalb lebenswichtig. Denn das trächtige Tier hat spezifische Antikörper gegen pathogene (Umwelt-)Agenzien gebildet, die mit der ersten Milch an das Neugeborene weitergegeben werden. Das Kalb wird auf diese Weise passiv immunisiert und ist so vor Krankheitserregern geschützt. 

Dr. Heidebrecht hat sich das Immunsystem der Mutterkuh zunutze gemacht, indem er sie aktiv immunisiert. Er setzt das Tier menschlichen Krankheitserregern aus, was der Kuh nicht schadet, aber ihr Immunsystem stimuliert, spezifische Antikörper gegen diese humanen Pathogene zu bilden. Sie können mit Hilfe der Membrantechnik aus der Milch gewonnen und mittels eines neu entwickelten Chromatographie-Prozesses isoliert werden. „Wir reichern diese an oder isolieren sie und nutzen sie dann für die passive Immunisierung von Menschen. Das ist wesentlich zielgerichteter als die weitverbreitete, unspezifische Gabe von Antibiotika“, erläutert Dr. Heidebrecht seine anspruchsvolle Dissertation, deren Grundprinzip auf verschiedenste Krankheitsbilder von Mensch und Tier angewendet werden kann – dank neuer verfahrenstechnischer Voraussetzungen. Dieses Pilotprojekt, bei der aus Milch ein Medikament erzeugt wird, könnte ein komplett neues Geschäftsfeld für die Lebensmittelbranche bzw. Milchwirtschaft eröffnen. 

DLG Innovation Award „Junge Ideen“

Der DLG Innovation Award „Junge Ideen“ wird jährlich vergeben und ist mit 2.500 Euro dotiert. Der Preis fördert Forschungsarbeiten junger Wissenschaftler, die sich produkt- und branchenübergreifend mit folgenden Themenbereichen befassen: Lebensmitteltechnologie, Verpackung, Abfülltechnologie, Ingredienzien, Produktentwicklung, Automatisierung, Qualitätssicherung, Hygiene, Gesundheit, Ernährung oder Business-Modelle. Unter den Bewerbern ermittelt der wissenschaftliche Beirat des DLG-Hauptausschusses Lebensmittel den Preisträger.

 

* Titel der Dissertation: Vom Lebensmittel zum Arzneimittel: Prozessentwicklung und Verwendung von funktionalisierten polyklonalen Antikörpern aus Kuhmilch zur Behandlung von Infektionen verursacht durch multiresistente Bakterien

Quelle: DLG - Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft

Große Erfolge bei der Antibiotikaminimierung

Im Juli meldete das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), dass die Menge der in der Tiermedizin abgegebenen Antibiotika in Deutschland im Jahr 2019 erneut zurückgegangen ist. Sie sank im Vergleich zum Vorjahr um 52,2 auf 670 Tonnen, das sind 7,2 Prozent weniger als im Jahr 2018. Die Abgabemenge erreichte damit das niedrigste Niveau seit der ersten Erfassung im Jahr 2011 mit 1.706 Tonnen. Das entspricht einem Rückgang in diesem Zeitraum von 60,7 Prozent. Hervorzuheben ist, dass die abgegebenen Mengen der Fluorchinolone sowie Cephalosporine der 3. und 4. Generation auf den niedrigsten Wert seit 2011 sanken. Seit 2014 wird neben den Abgabemengen auch die Therapiehäufigkeit mit Antibiotika bei Masttieren bestimmt. Landwirte sind verpflichtet, jede Behandlung über die Wirktage des Mittels zu dokumentieren.

Tiergesundheitsmanagement

Um weiterhin aktiv die Entwicklung antimikrobieller Resistenzen zu bekämpfen, sollte Ziel sein, mittels eines umfassenden Tiergesundheitsmanagements Krankheiten vorzubeugen und die Behandlung mit Antibiotika auf das notwendige Maß zu beschränken. Bei den Konzepten zur Prävention von Krankheiten spielen deshalb Impfstoffe und auch immunmodulierende Tierarzneimittel eine bedeutende Rolle. Eine dem Tier angemessene Versorgung mit geeigneter Fütterung und Haltung sowie Diagnostika, die eine frühzeitige Erkennung von Erkrankungen ermöglichen, tragen ebenfalls dazu bei, Tiere gesund zu halten. Maßnahmen zur Infektionskontrolle und Vermeidung eines Resistenztransfers auf dem landwirtschaftlichen Betrieb sowie in vor- oder nachgelagerten Stufen der Lebensmittelkette komplettieren das Bild, um den Verbraucher mit hochwertigen Lebensmitteln vom Tier zu versorgen. Zu beachten bleibt, dass auch bei bester Hygiene und Prävention Tiere nach wie vor krank werden und behandelt werden müssen, wenn erforderlich auch mit Antibiotika.

Mit der neuen EU-Tierarzneimittel-Verordnung verbinden sich weitere Erwartungen. So soll die Verfügbarkeit von Tierarzneimitteln in den Ländern der Europäischen Union größer, der Anreiz für Innovationen gesteigert und der Kampf gegen Antibiotikaresistenzen verstärkt werden. Die Verordnung soll ab dem 28. Januar 2022 zur Anwendung kommen. Sie sieht u.a. vor, dass besonders kritische Antibiotika künftig der Humanmedizin vorbehalten sein sollen.

Experten-Gremium

Ein europäisches Experten-Gremium hat bereits Empfehlungen zu diesen Kriterien und zur Kategorisierung der Antibiotika in vier Gruppen formuliert, nämlich „A: Vermeiden“, „B: Einschränken“, „C: Vorsicht“ und „D: Umsichtig“. Wichtiges Ziel ist es dabei, künftige Therapieoptionen für die Tiermedizin zu erhalten. Experten betonen, dass darüber hinaus neue Antibiotika entwickelt werden müssten. Intensiv arbeiten Wissenschaftler daran, die Mechanismen der Resistenzentwicklung und die Übertragungswege zu verstehen.

Erwartet wird, dass sich hieraus ergebende Ansatzpunkte für neue Antibiotika der Humanmedizin vorbehalten bleiben werden. Das neue Wissen wird aber auch genutzt, um bekannte Wirkstoffe zu optimieren oder andere Konzepte zur Kontrolle oder zu Alternativen weiterzuentwickeln.

Tiergesundheit trägt in entscheidendem Maß zu einer produktiven und damit ressourcenschonenden Tierhaltung in der Landwirtschaft bei. Gesunde Tiere verbrauchen weniger Ressourcen wie Futter, Wasser und damit Fläche mit der Folge, dass weniger Gülle und Emissionen anfallen. Je intensiver die Haltung und je gesünder die Tiere, desto stärker werden die Einspareffekte.

Krankheitsbedingte Verluste

Laut FAO und der Welttiergesundheitsorganisation (OIE) machen krankheitsbedingte Verluste etwa 20 % der Gesamtproduktion aus. Ein Beispiel: Mastitis-Management und Impfung verbessern die Gesundheit und das Wohlbefinden von Milchkühen. So können wirtschaftliche Einbußen von 375 kg Milchertrag bzw. bis zu 182 € pro Kuh/Jahr vermieden werden. Antibiotika sollen jedoch nicht als „billiges Produktionsmittel“ eingesetzt werden, sondern dienen der Behandlung kranker Tiere. Die prophylaktische Anwendung von Antibiotika ist verboten. Auch als sogenannte Leistungsförderer dürfen sie in der Europäischen Union bereits seit 2006 nicht mehr eingesetzt werden.

Der Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT) vertritt die führenden Hersteller von Tierarzneimitteln (Pharmazeutika und Biologika), Diagnostika und Futterzusatzstoffen in Deutschland. Die Mitgliedsunternehmen sind in der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung dieser Produkte aktiv und repräsentieren dabei mehr als 95 % des deutschen Marktes. Der BfT ist korporatives Mitglied im Verband der Chemischen Industrie (VCI), im Weltverband der Tiergesundheitsindustrie (HealthforAnimals) und im europäischen Verband der Tiergesundheitsindustrie (AnimalhealthEurope).

 

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V. (BfT)

Steckbrief zur Milchviehhaltung

Das Thünen-Institut hat eine Status-Quo-Darstellung der deutschen Milchviehhaltung im Jahr 2020 veröffentlicht. Es wird zum einen auf die Versorgungsbilanzen und den Handel Deutschlands mit Milchprodukten im Vergleich zu anderen EU-Mitgliedsstaaten eingegangen. Zum anderen werden die Milchviehbestände sowie Betriebsstrukturen und ihre Entwicklung im Zeitverlauf dargestellt. Weiter werden die unterschiedlichen Haltungs- und Produktionssysteme sowie die Leistungsparameter und die Wirtschaftlichkeit der Milchkuhhaltung in Deutschland abgebildet.

Zum Steckbrief

Sojadrink bleibt Sojadrink

Dies bedeutet, dass die Milch und Milcherzeugnissen vorbehaltenen Bezeichnungen zukünftig auch vor jeder direkten oder indirekten kommerziellen Verwendung der Bezeichnung für vergleichbare Produkte oder Produkte, die als ersetzbar eingestuft werden und nicht der entsprechenden Definition entsprechen, geschützt sind. Darüber hinaus werden Milch und Milchprodukte gegen jeden Missbrauch, Nachahmung oder Anspielung geschützt, selbst wenn die Zusammensetzung oder die wahre Natur des Produktes angegeben ist oder von einem Ausdruck wie „Stil“, „Typ“, „Methode“, „wie hergestellt in“, „Nachahmung“, „Geschmack“, „Ersatz“, „wie“ oder ähnliches begleitet wird. Ferner werden Milchbezeichnungen gegen alle anderen kommerziellen Angaben oder Praktiken, die den Verbraucher hinsichtlich der wahren Natur oder Zusammensetzung des Produkts irreführen könnten, geschützt.

„Das ist nach der Tofu-Town-Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs aus 2017, in dem er den Bezeichnungsschutz für Milch und Milcherzeugnisse eindrucksvoll bestätigt hat, ein weiterer Meilenstein, mit dem auch eine effektivere Durchsetzung des Bezeichnungsschutzes für Milch und Milcherzeugnisse nachhaltig gestärkt wird“, so Dr. Jörg Rieke, Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbandes.

Wie die heute vom Europäischen Parlament verabschiedete Ergänzung zum Bezeichnungsschutz Milch am Ende aussehen wird, bleibt abzuwarten, da hierüber noch im ausstehenden Trilog zwischen Rat, Europäischem Parlament und der EU-Kommission eine Verständigung zu erzielen ist.

Quelle: MIV

Trächtigkeitsuntersuchungen weiter gefragt

Im Labor des Milchprüfring Bayern e.V. (mpr) wurden bis dato 1,15 Millionen PAG-Tests aus Milch untersucht. Weltweit wurde somit die größte Anzahl der PAG-Proben im mpr-Labor in Wolnzach analysiert. Auch die vollautomatische PAG-Anlage zur Untersuchung der Proben ist international einmalig. Damit hat der mpr ein Novum im Bereich Trächtigkeitsuntersuchung geschaffen.

Der PAG-Test aus Milch ist innerhalb kurzer Zeit zum Erfolgsmodell geworden und erhält von den Landwirten größten Zuspruch. Bereits ab dem 28. Tag nach der Besamung und 60 Tage nach der letzten Abkalbung kann die Trächtigkeit einfach und unkompliziert über die Milch bestimmt werden.

Der größte Anteil der Proben (95 Prozent) läuft über die Milchleistungsprüfung des LKV Bayern e. V. Das Landeskuratorium bietet den PAG-Test in vier Varianten an:

•        KuhPM (Test für einzelne Kuh innerhalb des Probemelkens (PM)),

•        KuhEinzel (Test für einzelne Kuh außerhalb des PM),

•        HerdePlus (automatischer Frühträchtigkeitstest + Bestätigungstest) und

•        HerdeComfort (automatischer Frühträchtigkeitstest + Bestätigungstest sowie zusätzlichem Spätträchtigkeitstest ab dem 160. Trächtigkeitstag).

Der Milchprüfring Bayern e.V. bietet den Landwirten zusätzlich Einzelproben zur Untersuchung im 10er-Set an. Der PAG-Test ist auch für Ziegen und Schafe geeignet.

Seit 2014 bieten der Milchprüfring Bayern e. V. und das LKV Bayern e.V. den PAG-Test aus Milch an. Der PAG-Test aus Milch ist ein Labortest (ELISA) zum Nachweis von Glykoproteinen (Pregnancy-Associated Glycoprotein = PAG) in Kuh-, Ziegen- und Schafmilch. PAG´s werden ausschließlich in der Trächtigkeit gebildet. Alle Informationen rund um den PAG-Test aus Milch finden Sie auf der Homepage des Milchprüfring Bayern e.V. sowie auf der Seite des Lan­des­ku­ra­to­ri­um der Er­zeu­ger­ringe für tier­i­sche Ver­e­de­lung in Bayern e.V..

Tierhaltung weiterhin ein Unfallschwerpunkt

Jahr für Jahr gehen die Unfallzahlen zurück – im Schnitt um rund fünf Prozent pro Jahr. 2019 lag der Rückgang im Vergleich zum Vorjahr sogar bei rund 7,5 Prozent. „Eine sehr erfreuliche Entwicklung, die jedoch nicht darüber hinweg täuschen darf, dass die absolute Zahl der Tierhalter, die während der Arbeit verunglückten, nach wie vor erschreckend hoch ist“, so der SVLFG-Vorstandsvorsitzende Arnd Spahn. 16.100 Personen erlitten im vergangen Jahr einen meldepflichtigen Arbeitsunfall in der Tierhaltung. Meldepflichtig bedeutet, dass die betroffene Person sich in ärztliche Behandlung begeben hat und für mehr als drei Tage arbeitsunfähig war. Am häufigsten verletzten sich Menschen zwischen 50 und 65 Jahren. In dieser Altersgruppe ereigneten sich 6.000 und damit fast 40 Prozent aller Unfälle sowie neun der Unfälle mit tödlichem Ausgang.

Tritte, Stöße, Quetschungen
Mehr als ein Drittel der Arbeitsunfälle und nahezu alle der tödlich verlaufenden Unfälle in der Tierhaltung ereigneten sich im direkten Umgang mit den Tieren, vor allem mit Rindern und Pferden. Die meisten Unfälle werden durchs Melken, Treiben und Behandeln verursacht, tödliche Unfälle oft durch Angriffe von Bullen. In der Pferdehaltung liegen die Unfallursachen schwerpunktmäßig im Reiten und Führen.

Typische Risiken kennen und vermeiden
Die meisten Unfälle folgen bestimmten Mustern. Tiere verletzen Menschen nicht aus böser Absicht. Ihr Verhalten ist von Instinkten geprägt. Pferde stürmen los, wenn sie sich erschrecken, Bullen greifen an, um die Herde zu schützen oder Rangkämpfe auszutragen, Fersen sind in ihrem Verhalten noch ungestüm und Mutterkühe besch
ützen ihren Nachwuchs. Unfälle lassen sich durch angepasste Haltungsformen mit baulich-technischen Einrichtungen, zum Beispiel Separier- und Fixiereinrichtungen, mit einer durchdachten Arbeitsorganisation und durch die richtige Persönliche Schutzausrüstung vermeiden.
Die SVLFG hält entsprechende Praxishilfen bereit. Neben Broschüren gibt es Muster-Betriebsanweisungen (auch fremdsprachig), Muster-Gefährdungsbeurteilungen und Unterweisungshilfen. Weil auch der richtige Umgang und das Verständnis für die natürlichen Verhaltensweisen von Tieren wichtig sind, bietet die SVLFG Kurse für Rinder- und Pferdehalter an.

Den Arbeitsalltag besser organisieren
Fast die Hälfte aller Arbeitsunfälle ereilen Tierhalter, weil sie ausrutschen, stolpern, hinfallen, sich verrenken, umknicken, sich schneiden oder sich stechen. Auch um solche Unfälle zu vermeiden, helfen eine bessere Arbeitsorganisation, eine angepasste Persönliche Schutzausrüstung und strukturiertes, vorausschauendes Arbeiten. Eine Gefährdungsbeurteilung für jeden Arbeitsbereich im Betrieb und eine verbindliche Unterweisung der Beschäftigten schaffen Klarheit, wie welche Arbeiten ausgeführt werden müssen, damit niemand zu Schaden kommt.

 

Weitere Informationen
Die SVLFG informiert detailliert zur Arbeitssicherheit für Tierhalter auf ihrer Internetseite, zum Beispiel unter www.svlfg.de/rinderhaltung sowie mit Filmen auf ihrem YouTube-Kanal
unter www.youtube.com (Suchbegriff SVLFG).

Quelle: SVLFG

Grüne Branche drittgrößter Wirtschaftsfaktor in Bayern