Teil 2: Die Zellzahl - wie wird sie bestimmt?

Anhand der Zellzahl kann auf die Eutergesundheit der Milchkühe geschlossen werden. Milch gesunder Euterviertel enthält in der Regel nicht mehr als 100.000 Zellen pro Milliliter. Im ersten Teil unserer Zellzahl-Serie sind wir bereits darauf eingegangen, was unter der Zellzahl zu verstehen ist. Aber wie wird die Zellzahl bestimmt? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Je nach Methode sind diese unterschiedlich genau.

Schalmtest oder California-Mastitis-Test: Dieser Test eignet sich zur unmittelbaren Anwendung im Stall an der Kuh und ist deshalb in der Praxis nicht wegzudenken. Etwas Milch jedes Viertels wird in eine Testschale gemolken und mit der Testflüssigkeit vermischt. Nach einigen Sekunden kann beurteilt werden, ob die Zellzahl erhöht ist und wie ausgeprägt diese Erhöhung ist.

Mikroskopische Zellzahlbestimmung: Bei der mikroskopischen Zellzahlbestimmung wird ein Milchtropfen auf einen Objektträger gegeben, angefärbt und ausgezählt. Das Verfahren ist relativ arbeits- und zeitintensiv und findet deshalb wenig Anwendung. Außerdem besteht je nach Untersucher eine gewisse Schwankungsbreite bei dem Ergebnis.

Automatisierte Verfahren: Im Labor des Milchprüfrings werden die Milchproben vollautomatisch mit Hilfe des Fossomatic-Gerätes untersucht. Dadurch können viele Proben in kurzer Zeit – bis zu 600 Proben pro Stunde – auf die Zellzahl analysiert werden. Die Untersuchung mit dem Fossomatic-Gerät beruht auf der Anfärbung der Zell-DNS mit einem speziellen fluoreszierenden Farbstoff. Eine Mischung aus Milchprobe und Farbstofflösung wird bei der Analyse, umgeben von einem Trägerflüssigkeitsstrom, durch eine Durchflussmesszelle geführt. In der Durchflussmesszelle werden die eingefärbten Milchzellen mit Hilfe eines Lasers gezählt und in die Zellzahl je ml Probe umgerechnet.

Die Zellzahl ist nur ein indirekter Indikator für die Eutergesundheit. Um genau festzustellen, wie es um die Eutergesundheit bestellt ist, kann eine mikrobiologische Untersuchung beim TGD Bayern in Auftrag gegeben werden. Weitere Maßnahmen sollten dann mit dem Hoftierarzt abgesprochen werden.

Bayerische Milchhoheiten gekrönt

Mit Leidenschaft, Charme und Kompetenz werden die frischgewählten Hoheiten in den nächsten beiden Jahren die bayerische Milchwirtschaft bei Messen, Presseterminen sowie Fach- und Verbraucherveranstaltungen im In- und Ausland vertreten und für Milcherzeugnisse aus Bayern werben. Die beiden Milchbotschafterinnen repräsentieren im Auftrag des Verbandes der Milcherzeuger Bayern e.V. (VMB) und des Verbandes der bayerischen Molkereien “milch.bayern e.V.“ die bayerische Milchwirtschaft als wichtigsten und umsatzstärksten Produktionszweig der Ernährungswirtschaft in Bayern.

Bereits am 06. Mai stellten sich die 7 Finalistinnen im Haus der Bayerischen Landwirtschaft in Herrsching am Ammersee den Fragen der Jury. Diese achtete besonders darauf, dass die Kandidatinnen ein fundiertes Fachwissen zur Milcherzeugung und -verarbeitung, aber auch ein sicheres und sympathisches Auftreten aufweisen. Am Ende überzeugten zwei Bewerberinnen besonders: Die 22-jährige Beatrice Scheitz wurde am 07. Mai 2019 offiziell zur neuen Milchkönigin gekrönt. Sie kommt aus Andechs, machte ihre Ausbildung zur Industriekauffrau in der dort ansässigen Molkerei und ist mittlerweile ausgebildete Wirtschaftsfachwirtin. Die neue Milchkönigin wird unterstützt von der 23-jährigen Milchprinzessin Miriam Weiß aus Betzigau im Landkreis Oberallgäu, die als milchwirtschaftliche Laborantin in einer Molkerei tätig ist.

Fotos: VMB

Bayerns Landwirte setzen immer öfter auf den PAG-Test aus Milch

Mitarbeiter von Milchprüfring (mpr) und LKV Bayern feiern eine viertel Million PAG-Tests in Wolnzach. In enger Zusammenarbeit konnten mpr und LKV Bayern zahlreiche Landwirte von der Trächtigkeitsuntersuchung über die Milch überzeugen. Wolfgang Kolbe von IDEXX, Herstellerunternehmen des PAG-Tests sagt am 17. April im Rahmen eines kleinen Empfangs für die Mitarbeiter von mpr und LKV Bayern Danke für diese außerordentliche Leistung.

Der mpr ist weltweit der größte Anwender des PAG-Tests, der auf trächtigkeitsassoziierte Glykoproteine (PAG = pregnancy associated glycoproteine) in der Milch reagiert. Auf Grund des hohen Probenaufkommens haben die Analytik Experten des mpr eine voll automatisierte Untersuchungsanlage entwickelt. Der Roboter setzt Maßstäbe und weckt das Interesse der anderen Milchuntersuchungslabors, deren Mitarbeiter den Test bisher noch manuell durchführen.