Aktuelle Zahlen zur Milchviehhaltung

Seit 2008 wird zum jeweiligen Stichtag ein Auszug aus dem Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere HIT-Datenbank erstellt und für statistische Zwecke ausgewertet. Zum Stichtag 3. Mai 2020 wurden nun die Zahlen veröffentlicht.

Festzustellen ist, dass die Anzahl der Milchviehhalter im gesamten Bundesgebiet innerhalb eines Jahres (zum Stichtag 3. Mai 2019) um weitere 4,48 % und somit 2.736 Betriebe zurückgegangen ist. Mit 26.899 Milchkuhhaltern ist Bayern weiterhin Spitzenreiter im gesamten Bundesgebiet, jedoch hat sich die Anzahl der Halter im Vergleich zum Vorjahr um weitere 1.306 Betriebe reduziert. Bei der Anzahl der Milchkühe ist innerhalb des letzten Jahres der Bestand in Deutschland um 2,4 Prozent zurückgegangen, das bedeutet eine Reduktion um 97.746 Tiere, in Bayern um 26.970 Tiere (-2,35 %).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Betrachtet man die durchschnittliche Herdengröße der Milchkuhhalter, ist Bayern weiterhin eines der Bundesländer mit kleinstrukturierter Milchviehhaltung. Je Halter werden im Durchschnitt 41,6 Milchkühe gehalten (siehe Abbildung 3), ein leichter Anstieg im Vergleich zum Stichtag 3. Mai 2019 mit durchschnittlich 40,6 Milchkühen je Halter. Im bundesdeutschen Durchschnitt werden 68,0 Milchkühe je Halter gehalten. Insgesamt steigen die durchschnittlichen Herdengrößen im gesamten Bundesgebiet leicht an.

Der Bestand der Kälber und Jungrinder (bis einschließlich 1 Jahr) in Deutschland umfasste zum 3. Mai 2020 insgesamt 3.410.323 Tiere (siehe Abbildung 4). Die Anzahl nahm gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 91.877 Tiere (= 2,62 Prozent) ab. Für Bayern wurde im gleichen Vergleichszeitraum ein Rückgang um 3,05 Prozent ausgewertet.

Statistiken vom mpr mit den entsprechenden Daten aus dem Labor finden Sie unter Monatsstatistik sowie in unserer Infothek unter Jahresauswertungen.

 

Textquelle: VMB

Milchpur 1/2020 erschienen

Wir freuen uns, Ihnen wieder eine interessante Zusammenstellung von Themen rund um die Milcherzeugung in unserem Magazin bieten zu können. Die Verteilung über unsere mpr-Logistik hat bereits begonnen, so dass Sie in Kürze auch Ihr persönliches Exemplar in den Händen halten können.

Wir bedanken uns bei den Milchsammelwagenfahrern, die für uns immer zuverlässig die Verteilung an alle Milchbauern in Bayern übernehmen.

Vorab können Sie die neue Ausgabe bereits online lesen.

Aus dem Inhalt:

  • LKV unterstützt bei der betrieblichen Eigenkontrolle
  • milchZert - Stark durch die Krise
  • Bayerischer Milchförderungsfonds
  • Melkmaschinen brauchen Wartung
  • Neuer Hemmstofftest hi-sense
  • Die Parasiten im Blick
  • Wie giftig sind Gummimatten?
  • Automatisierung und Digitalisierung im Milchviehstall
  • Kostengünstiger Umbau bei kleinen Milchviehbetrieben
  • Einsatz von Entmistungsrobotern
  • Topqualität bei Ballensilage
  • Hält Weidehaltung was sie verspricht?
  • Online-Klickhits auf www.milchpur.de

Ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Das neue Heft ist aufgrund von mehreren Beilagen in Folie eingeschweißt. Die Verteilung erfolgt über unsere mpr-Logistik zu den Molkereien und von hier über die Milchsammelwagenfahrer zu den einzelnen Landwirten. Da die Gefahr besteht, dass die Beilagen über die gesamte Lieferkette verloren gehen würden, haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen.

Wie entwurmen Sie Ihre Rinder?

Parasiten können bei Weiderindern massive Gesundheitsprobleme verursachen und auch zu merklichen Produktionsverlusten führen. Zwar gibt es noch gut wirksame Entwurmungsmittel, doch leider entwickeln sich zunehmend Resistenzen gegen diese Mittel. Wissenschaftler/innen sind mittlerweile in Sorge, da zur Behandlung von Rinderparasiten immer weniger Medikamente zur Verfügung stehen und in absehbarer Zeit auch schwer kranke Tiere unter Umständen nicht mehr behandelt werden können.

Daher haben sich Expert/innen verschiedener Universitäten und anderer Institutionen zusammengeschlossen mit dem Ziel die Entwicklung von Resistenzen gegen Entwurmungsmittel zu verlangsamen und neue nachhaltige Behandlungsstrategien zu entwickeln.

Um ein möglichst genaues Bild über die aktuelle Situation der Entwurmungspraxis in Rinderbeständen zu erfassen, benötigen wir 10 Minuten Ihrer Zeit. Die Umfrage ist komplett anonym.

Zur Umfrage gelangen Sie über folgenden Link:

https://www.umfrageonline.com/s/b369fdb

Mit der Teilnahme leisten Sie einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung einer nachhaltigen Parasitenkontrolle.  Herzlichen Dank!

Info: Das Institut für Parasitologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover beteiligt sich an der europaweiten EU COST-Aktion "Combar" (Combatting anthelmintic resistance in ruminants, https://www.combar-ca.eu). Die Klinik für Wiederkäuer mit Ambulanz und Bestandsbetreuung (Oberschleißheim) der LMU München unterstützt diesen Aufruf.

Kreuzkräuter - ein Problem auch für Milchviehbetriebe

Das Wasserkreuzkraut ist in Bayern weit verbreitet und auf Grund seiner biologischen Eigenschaften insbesondere auf ökologisch bewirtschafteten Flächen nur schwer zu bekämpfen. Während Rinder die Aufnahme der Pflanzen auf der Weide meiden, können die Tiere die Pflanzenbestandteile in Heu oder Silage nicht aussortieren. Problematische Inhaltsstoffe sind sogenannten Pyrrolizidinalkaloide, die vorrangig die Leber schädigen, aber auch als möglicherweise erbgutverändernd und krebserzeugend eingestuft werden.

Obwohl man davon ausgeht, dass bei gutem Management keine Kreuzkräuter ins Milchviehfutter gelangen, wurden bei zwei europäischen Untersuchungen von Konsummilch aus dem Handel in 6 % der Proben Pyrrolizidinalkaloide in sehr geringen Konzentrationen nachgewiesen. Unbekannt ist dabei, ob diese Befunde auf einzelne Betriebe zurückzuführen sind oder viele Betriebe eine unterschwellige Belastung aufweisen, die möglicherweise auch auf andere Pflanzen als Kreuzkräuter zurückzuführen sein könnte.

Dieser Frage soll im Rahmen des groß angelegten Projektes „PA-SAFE-FEED“ nachgegangen werden, das aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert wird. Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Bundesprogramms Ökologischer Landbau und anderer Formen nachhaltiger Landwirtschaft.

Hierzu werden in Bayern und Schleswig-Holstein Milchviehbetriebe mit Dauergrünland gesucht, die bereit sind ihre Milch und ggf. Futterproben auf PA-Rückstände untersuchen zu lassen. Ziel ist, konventionell und ökologisch wirtschaftende Betriebe einzubeziehen und sowohl bei Weidehaltung als auch während der Winterfütterung zu beproben.

In weiteren Projektteilen werden unter kontrollierten Bedingungen die Auswirkungen auf die Tiergesundheit geprüft, da es keine zuverlässigen Daten zu unkritischen Dosierungen gibt. Dabei sind am Max Rubner-Institut auf der Versuchsstation Schädtbek (Schleswig-Holstein) auch Versuche an kleinen Wiederkäuern geplant, da diese im Vergleich zu Rindern weniger empfindlich sind und z.B. Schafe die Pflanzen weniger stark meiden. Entsprechende Studien an Rindern finden in Braunschweig auf der Versuchsstation des Friedrich Löffler-Instituts statt. Ein möglicher Transfer von Pyrrolizidinalkaloiden aus dem Futtermittel in die Milch bzw. ins Fleisch soll vom Lehrstuhl für Lebensmittelsicherheit der Ludwig-Maximilians-Universität München untersucht werden.

An dem Projekt sind als Forschungseinrichtungen neben der Ludwig-Maximilian-Universität München das Max-Rubner-Institut in Kiel und Kulmbach, das Friedrich-Löffler-Institut in Braunschweig sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin beteiligt. Unterstützt wird das Projekt aus der Praxis vom Milchprüfring Bayern e.V. sowie der Milcherzeugervereinigung Schleswig-Holstein e.V., dem Bioland-Verband in Schleswig-Holstein und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Eine Bildergalerie zur Bekämpfung von Kreuzkraut ist auf der Seite von agrarheute zu finden.

 

Ansprechpartner:

Florian Kaltner, Lehrstuhl für Lebensmittelsicherheit, LMU München, Tel. 089-2180-78524, florian.kaltner@lmu.de

Dr. Christoph Gottschalk, Lehrstuhl für Lebensmittelsicherheit, LMU München, Tel. 089-2180-78526, christoph.gottschalk@lmu.de

 

Kennen Sie Milchpur online?

Seit über einem Jahr ist unsere Homepage nun online. Über 14.000 Besucher konnten wir seitdem verzeichnen. Unter www.milchpur.de finden Sie regelmäßig neue Beiträge rund um die Milcherzeugung. Viel Interaktion gibt es auf unserer Facebook-Seite. 3.000 Abonnenten haben uns hier bereits ihr Vertrauen geschenkt. Auf unserer Instagram-Seite finden Sie die schönsten Bilder.

Vorschläge für Themen und Beiträge auf www.milchpur.de nehmen wir gerne entgegen. Mit unseren Newsletter sind Sie immer bestens über die neuesten Meldungen informiert. Melden Sie sich gleich an auf milchpur.de.

N- und P-reduzierte Fütterungsverfahren

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft e. V. (DLG e. V.) hat ein neues Merkblatt zum Thema „Berücksichtigung N- und P-reduzierter Fütterungsverfahren bei den Nährstoffausscheidungen von Milchkühen“ veröffentlicht.

Im Hinblick auf die Düngeverordnung ist eine gute fachliche Praxis, in Bezug auf die Senkung der Nährstoffausscheidungen bei Milchkühen wichtig. Das DLG-Merkblatt 444 bietet neue Informationen zu Fütterungsstrategien, Ausscheidungsgrößen und zur Dokumentation der Verfahren. Durch die Anpassung der Fütterung an das Laktationsstadium der Milchkuh werden die Ausscheidungen an Stickstoff (N) und Phosphor (P) gesenkt. Das pdf-Dokument ist unter folgendem Link abrufbar dlg-merkblatt_444.pdf.

 

© https://www.dlg.org/de/landwirtschaft/themen/aktuell/

Lebensmittelversorgung ist systemrelevant – was sonst?