Teil 7: Zelldifferenzierung, was ist das?

Dass im Rahmen der Milchkontrolle (MLP) die Zellzahl in der Milch mit Hilfe von Hochdurchsatzgeräten kontinuierlich kontrolliert wird, wissen Sie bereits. Seit geraumer Zeit können aber mit einer neuen Gerätegeneration (FM 7 DC) die Zellen nicht nur gezählt, sondern gleichzeitig auch unterschieden, also differenziert werden. Für ein Projekt wurden beim mpr deshalb vor einiger Zeit fünf FM 7 DC-Geräte der Firma Foss in Betrieb genommen.

 

Zelldifferenzierung – Was bedeutet das genau?

Allgemein wird angenommen, dass die Eutergesundheit bei einer Gesamtzellzahl von < 100.000 Zellen/ml Milch ungestört ist. Ist die Eutergesundheit gestört, steigt die Zahl der somatischen Zellen an und die Anteile der Leukozyten (verschiedene Zellen des Immunsystems), welche für die erfolgreiche Bekämpfung von Euterinfektionen von wesentlicher Bedeutung sind, verändern sich.

Drei unterschiedliche Typen von Leukozyten lassen sich in der Milch unterscheiden: Makrophagen, polymorphkernige neutrophile Granulozyten (PMN) und Lymphozyten. Diese unterschiedlichen Immunzellen übernehmen nicht nur spezifische Aufgaben bei der Abwehr von Erregern, sie weisen auch charakteristische morphologische Unterschiede (Größe, Form, Beschaffenheit) auf und lassen sich dadurch mit Farbstoffen charakteristisch anfärben. Die Unterschiede macht man sich bei der Zelldifferenzierung zunutze. Unter Zelldifferenzierung versteht man, dass parallel zur Gesamtzellzahl auch die Anteile der unterschiedlichen Zellarten bestimmt werden.

 

Das Projekt ZellDiX

 

ZellDiX ist ein Verbundprojekt des DLQ (Deutscher Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen e.V.) und der Freien Universität Berlin.

 

 

Ziel von ZellDiX ist es, routinemäßig mit jeder Milchkontrolle den Zelldifferenzierungsindex (ZDI %) zu erheben. Der ZDI gibt Informationen darüber, wie sich die Gesamtzellzahl der somatischen Zellen in der Milch aus den verschiedenen Zellarten zusammensetzt. Mit Hilfe dieser Information sollen im Rahmen von ZellDiX prognostische Werkzeuge etabliert werden die beschreiben, wie sich die Eutergesundheit in Zukunft entwickeln wird. Zurzeit werden dafür von der FU Berlin mehr als 10 Millionen Daten von Messungen am mpr, LKV Nordrhein-Westfalen und LKV Berlin-Brandenburg ausgewertet.

 

Quelle: zelldix.de

 

 

Königlicher Besuch beim Milchprüfring Bayern e.V.

Alle zwei Jahre bekommt der Milchprüfring Bayern e.V. Besuch von den neuen Milchhoheiten. Bereits bei der Wahl laden wir die beiden Repräsentantinnen in unser Labor ein. Denn ein fundiertes Wissen über die hohe Qualität der bayerischen Milch ist für die Aufgabe als Milchkönigin oder Milchprinzessin sehr wichtig. Vertreten sie doch unsere bayerische Milch auf nationalen und internationalen Parkett.

Eine Bildergalerie zum Besuch der Milchkönigin Beatrice Scheitz und Milchprinzessin Miriam Weiß beim Milchprüfring Bayern e.V. finden Sie auf unserer Milchpur-Plattform unter www.milchpur.de

 

 

 

 

Besuchen Sie auch unseren neuen Stellenmarkt auf www.milchpur.de/jobs/. Stellenangebote rund um das Thema Milch sind hier zu finden. Aktuell sind fünf Positionen zu besetzen. Vielleicht lernen wir uns ja schon bald kennen. Bewerben Sie sich!

 

 

 

 

Teil 6: Eine eigene Eutergesundheitskennzahl für Erstlaktierende

Im Rahmen der Milchkontrolle (MLP) wird die Zellzahl jeder Kuh kontinuierlich erfasst. Zusätzlich zu den ermittelten tierindividuellen Zellzahlen werden den Landwirten auch sechs daraus berechnete Eutergesundheitskennzahlen zur Verfügung gestellt. Diese Kennzahlen erlauben einen schnellen und dabei doch detaillierten Überblick über die Eutergesundheit der Herde.

Die Kennzahl „Erstlaktierendenmastitisrate“ ist von erheblicher Bedeutung, stellen Erstlaktierende doch das genetische Potential der Herde und die Zukunft des Betriebes dar.  

Eine hohe Erstlaktierendenmastitisrate kann vielfältige Ursachen haben und oft liegt der Infektionszeitpunkt schon vor dem Beginn der Laktation. Für eine geringe Erstlaktierendenmastitisrate sollte den folgenden Bereichen spezielle Aufmerksamkeit gewidmet werden:

  • Die Haltungs- und Fütterungsbedingungen sollten hygienisch einwandfrei (inkl. effektiver Fliegenbekämpfung) und bedarfsgerecht sein.
  • Um Infektionen zwischen den Tieren zu verhindern, sollten Trockensteher und tragende Jungtiere getrennt voneinander aufgestallt werden.
  • Durch das Ansaugen durch andere Tiere, wird der schützende Keratinpfropf im Strichkanal gelöst und Erreger können leichter in die Euterviertel eindringen. Solche Tiere sollten deshalb am Ansaugen gehindert oder aus der Gruppe entfernt werden.

Sie möchten gerne noch mal etwas nachlesen?  Auf den Seiten der milchkontrolle.de und in der Infothek der Seite www.milchkontrolle.de  finden Sie weitere interessante Informationen zu den Eutergesundheitskennzahlen.

In den kommenden Beiträgen werden wir Ihnen einige Projekte rund um die Bestimmung der Zellzahl im Labor vorstellen.

 

Quelle: www.die-milchkontrolle.de

 

Teil 5: Was bedeuten die zwei Eutergesundheitskennzahlen für die Trockenperiode?

Um die Effizienz der Trockenperiode zu beurteilen, sind die folgenden zwei Kennzahlen relevant:

Neuinfektionsrate in der Trockenperiode

Die Neuinfektionsrate in der Trockenperiode beschreibt den Anteil der Tiere, die in der letzten Milchkontrolle vor dem Trockenstellen ≤ 100.000 Zellen/ml hatten, in der ersten Milchkontrolle nach der Kalbung hingegen > 100.000 Zellen/ml aufwiesen. Diese Kennzahl wird durch Faktoren während der Trockenperiode, aber auch während des geburtsnahen Zeitraums beeinflusst. Bei einer erhöhten Neuinfektionsrate in der Trockenperiode sind die Ursachen im Bereich der Stallhygiene (z.B. zu lange Nachstreuintervalle und zu viele Fliegen) und im Trockenstellmanagement (z.B. hohe Milchleistung zum Trockenstellen, Art des Trockenstellens) zu suchen.

 

 

 

 

 

 

 

Heilungsrate in der Trockenperiode

Diese Kennzahl beschreibt die Tiere, die mit > 100.000 Zellen/ml trockengestellt wurden, in der ersten Milchkontrolle nach der Kalbung jedoch einen Zellgehalt von ≤ 100.000 aufweisen und damit erfolgreich ausgeheilt werden konnten. Durch ein gutes Trockenstellmanagement können subklinische Euterentzündungen während der Trockenperiode gut ausgeheilt werden. Ist die Heilungsrate jedoch gering, können folgende Ursachen vorliegen: Verzicht auf geeignete antibiotische Trockensteller, die Neuinfektionsrate während der Trockenperiode ist hoch, es gibt zu viele unheilbar kranke Tier im Bestand oder eine Überbelegung liegt vor.

 

 

 

 

 

 

 

Für eine optimale Interpretation werden diese beiden Kennzahlen im Eutergesundheitsbericht sowohl als Monats- als auch als gleitendes Jahresmittel berechnet.

In der kommenden Woche werden wir Ihnen die letzte Eutergesundheitskennzahl für die Erstlaktierenden vorstellen. In der Zwischenzeit erhalten Sie auf den Seiten der milchkontrolle.de und in der Infothek der Seite www.milchkontrolle.de  weitere interessante Informationen zu den Eutergesundheitskennzahlen.

 

Quelle: www.die-milchkontrolle.de

 

Neue Milchpur 01/2019 erschienen!

Wir freuen uns, Ihnen unsere erste Ausgabe 2019 des Magazins Milchpur  präsentieren zu dürfen. Nachdem unser Portal www.milchpur.de Anfang des Jahres online gegangen ist, werden wir unser gedrucktes Magazin nur noch zweimal jährlich herausgeben. Über aktuelle Themen können Sie sich jederzeit unter www.milchpur.de informieren.


Im aktuellen Magazin können Sie bereits vorab schmöckern bis Sie in den nächsten Tagen von Ihrem Milchsammelwagenfahrer ein druckfrisches Exemplar erhalten.


Auf folgende Themen dürfen Sie gespannt sein:

  • PAG-Test nachgefragt
  • Die neue Milchkönigin
  • Welcher Test zu welchem Zweck?
  • Erfolgreich Trockenstellen
  • Melkroutine optimieren
  • Schwachstellen der Eutergesundheit erkennen
  • Spurenelemente kontrolliert ergänzen
  • Belastetes Futter
  • Nicht in den Trog
  • Aus der Not eine Tugend
  • Neues aus Unternehmen
  • Futtertisch beeinflusst
  • Leistung und Gesundheit
  • Frische Luft angesagt
  • Elektrozaun - sicher für die Ewigkeit
     

Alle bisherigen Ausgaben können Sie auf der Homepage abrufen.

Teil 4: Was verraten die Eutergesundheitskennzahlen während der Laktation?

Für den Zeitraum der Laktation sind die folgenden drei Kennzahlen relevant:

 

Anteil eutergesunder Tiere

Diese Kennzahl erfasst den Anteil der Tiere mit einem Zellgehalt ≤ 100.000 Zellen/ml an allen laktierenden Tieren in der aktuellen Milchkontrolle. Die kontinuierliche Überwachung dieser Kennzahl ermöglicht die frühzeitige Erkennung von zunehmenden Neuinfektionen. Durchschnittlich liegt der Anteil der eutergesunden Tiere auf deutschen Betrieben bei mehr als 50 Prozent. Ein niedrigerer Wert ist ein Anzeichen für ein erhöhtes Mastitisrisiko auf dem Betrieb. Ursachen dafür können Managementfehler im Bereich der Tierhaltung, beim Melken und in der Fütterung sein. Chronisch infizierte Tiere dienen zudem als Ansteckungsherd für gesunde Kühe und müssen identifiziert werden. Die Wirksamkeit ergriffener Verbesserungs- und Behandlungsmaßnahmen kann über diese Kennzahl kontrolliert werden.

 

 

 

Neuinfektionsrate in der Laktation

Mit dieser Kennzahl wird der Anteil der Tiere mit einem Zellgehalt > 100.000 Zellen/ml in der aktuellen Milchkontrolle an allen Tieren mit einem Zellgehalt ≤ 100.000 Zellen/ml in der vorherigen Milchkontrolle ausgewiesen. Wenn sich Tiere vermehrt während der Laktation infizieren, deutet dies auf Änderungen der Abläufe im Betrieb hin. Die folgenden Bereiche sollten Sie bei der Ursachenforschung genau unter die Lupe nehmen: Melkroutine und Melkhygiene, Tierhaltung und Fütterung. Eventuell wurden auch neue Produkte auf dem Betrieb eingeführt? Für eine optimale Aussagekraft sollte die Neuinfektionsrate sowohl für Kalender-, als auch für Laktationsmonate beurteilt werden.

 

 

 

 

 

Anteil chronisch euterkranker Tiere mit schlechten Heilungsaussichten

Diese Kennzahl definiert sich über den Anteil der Tiere an allen aktuell laktierenden Kühen, die jeweils in den vergangenen drei aufeinanderfolgenden Milchkontrollen einen Zellgehalt > 700.000 Zellen/ml aufweisen. Chronisch euterkranke Tiere stellen ein Infektionsrisiko für die gesamte Herde dar und weitere Behandlungsversuche sind oft nicht zielführend. Es ist wichtig, diese Tiere zusammen mit einem Tierarzt zu identifizieren und konsequente Maßnahmen zu treffen.

 

In den kommenden Wochen werden wir Ihnen weitere Eutergesundheitskennzahlen vorstellen. In der Zwischenzeit erhalten Sie auf den Seiten der milchkontrolle.de und in der Infothek der Seite www.milchkontrolle.de  weitere interessante Informationen zu den Eutergesundheitskennzahlen.

 

Quelle: www.die-milchkontrolle.de

Teil 3: Was machen Zellen in der Milch?

Zellen kommen in jeder Milchdrüse vor und sind deshalb ein natürlicher Bestandteil von Milch. Zellen in der Milch sind hauptsächlich körpereigene Abwehrzellen, die die Milchdrüse gesund erhalten sollen. Aber auch verbrauchte Gewebszellen oder Epithelzellen der Milchgänge werden über die Milch aus dem Euter ausgeschieden. So enthält jede Milch einige Zehntausend Zellen pro Milliliter, auch wenn das Euter völlig gesund ist.

Was macht die Zellzahl so interessant?

Die Zahl der Zellen in der Milch gibt einen Hinweis auf den Gesundheitsstatus des Drüsengewebes, aus dem die Milch stammt. Kommt es im Euter zu einer Entzündung – meist ausgelöst durch eine Infektion mit Keimen, aber auch nach mechanischen Traumata wie Schlägen oder Tritten auf das Euter – so strömen Abwehrzellen aus dem Gewebe und aus dem Blut in die Milch und versuchen die Ursache für die Entzündung zu beseitigen. Dabei folgen die zeitlichen Verläufe der Zellzahlen und auch die Zusammensetzung der Zellarten bestimmten biologischen Mustern, je nach Ursache und Dauer der Entzündung.

Euterentzündungen können hoch akut und mit ausgeprägten Symptomen wie Schwellung, Rötung der Euterhaut, Schmerzen oder erhöhter Temperatur auftreten. Dabei ist die Milch meist sinnfällig verändert und weist Klumpen auf oder ist wässrig bzw. blutig. Derartige Euterentzündungen (Fachausdruck = Mastitiden) werden als klinische Mastitis bezeichnet.

Sind mit normalen menschlichen Sinnen keine derartigen Veränderungen erkennbar, so werden Euterentzündungen als subklinisch bezeichnet, also als „unter der Wahrnehmungsgrenze“. Subklinische Mastitiden können nur mit Hilfsmitteln erkannt werden. Das wichtigste dieser Hilfsmittel ist die Zellzahl in der Milch.

 

Geht die Zellzahl wieder zurück?

Ist die Zellzahl erhöht und liegen keine offensichtlichen Gründe für eine Störung der Eutergesundheit vor, so stellt sich die Frage, ob die Zellzahl aufgrund einer chronischen Veränderung des Eutergewebes dauerhaft erhöht bleibt oder ob mit einer völligen Ausheilung und damit mit einer Normalisierung der Zellzahl bis unter 100.000 Zellen pro Milliliter zu rechnen ist. Grundsätzlich gilt, dass mit zunehmend längerer Krankheitsgeschichte, also mit zunehmender Dauer einer Zellzahlerhöhung, die Aussicht auf Heilung abnimmt. Bei derartigen chronischen Verläufen ist nicht mehr mit einer dauerhaft niedrigen Zellzahl zu rechnen, auch nicht bei entsprechender tierärztlicher Behandlung. Moderne Statistik-Werkzeuge ermöglichen es, eine Prognose zum künftigen Zellzahlverlauf zu erstellen und dadurch Managemententscheidungen im Betrieb zu unterstützen. Das LKV Bayern wird dazu in Zusammenarbeit mit seinen Projektpartnern bis zum Jahresende 2019 entsprechende Anwendungen anbieten (siehe www.zellDix.de).

In den nächsten Teilen unserer Zellzahlserie informieren wir Sie über die Euterkennzahlen.

Teil 2: Die Zellzahl - wie wird sie bestimmt?

Anhand der Zellzahl kann auf die Eutergesundheit der Milchkühe geschlossen werden. Milch gesunder Euterviertel enthält in der Regel nicht mehr als 100.000 Zellen pro Milliliter. Im ersten Teil unserer Zellzahl-Serie sind wir bereits darauf eingegangen, was unter der Zellzahl zu verstehen ist. Aber wie wird die Zellzahl bestimmt? Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Je nach Methode sind diese unterschiedlich genau.

Schalmtest oder California-Mastitis-Test: Dieser Test eignet sich zur unmittelbaren Anwendung im Stall an der Kuh und ist deshalb in der Praxis nicht wegzudenken. Etwas Milch jedes Viertels wird in eine Testschale gemolken und mit der Testflüssigkeit vermischt. Nach einigen Sekunden kann beurteilt werden, ob die Zellzahl erhöht ist und wie ausgeprägt diese Erhöhung ist.

Mikroskopische Zellzahlbestimmung: Bei der mikroskopischen Zellzahlbestimmung wird ein Milchtropfen auf einen Objektträger gegeben, angefärbt und ausgezählt. Das Verfahren ist relativ arbeits- und zeitintensiv und findet deshalb wenig Anwendung. Außerdem besteht je nach Untersucher eine gewisse Schwankungsbreite bei dem Ergebnis.

Automatisierte Verfahren: Im Labor des Milchprüfrings werden die Milchproben vollautomatisch mit Hilfe des Fossomatic-Gerätes untersucht. Dadurch können viele Proben in kurzer Zeit – bis zu 600 Proben pro Stunde – auf die Zellzahl analysiert werden. Die Untersuchung mit dem Fossomatic-Gerät beruht auf der Anfärbung der Zell-DNS mit einem speziellen fluoreszierenden Farbstoff. Eine Mischung aus Milchprobe und Farbstofflösung wird bei der Analyse, umgeben von einem Trägerflüssigkeitsstrom, durch eine Durchflussmesszelle geführt. In der Durchflussmesszelle werden die eingefärbten Milchzellen mit Hilfe eines Lasers gezählt und in die Zellzahl je ml Probe umgerechnet.

Die Zellzahl ist nur ein indirekter Indikator für die Eutergesundheit. Um genau festzustellen, wie es um die Eutergesundheit bestellt ist, kann eine mikrobiologische Untersuchung beim TGD Bayern in Auftrag gegeben werden. Weitere Maßnahmen sollten dann mit dem Hoftierarzt abgesprochen werden.

Teil 1: Zellzahl - was ist das genau?

Die Zellzahl in der Milch ist eines der Bewertungskriterien für die Rohmilchqualität. Anhand des Zellgehalts der Milch kann die Eutergesundheit der Milchkühe beurteilt werden.

Bei den somatischen (körpereigenen) Zellen handelt es sich zum Beispiel um Lymphozyten, polymorphkernige neutrophile Granulozyten (sog. PMN) oder Makrophagen, also Zellen des Immunsystems und um Epithelzellen (abgeschilferte Gewebszellen).

Die Zellzahl wird in Zellen pro Milliliter (Zellen/mL) angegeben. Die Zellzahl in der Tankmilch muss laut Milchgüteverordnung und EU-Lebensmittelhygieneverordnung unter 400.000 Zellen/mL liegen. Wird diese Grenze im Durchschnitt über drei Monate überschritten, so erfolgt ein Abzug vom Milchgeld. Bei Überschreitung in mehr als drei Monaten in Folge darf die Milch nicht mehr als Lebensmittel verwendet werden. In Bayern lag 2018 die durchschnittliche Zellzahl (geometrischer Mittelwert) bei 167.000 Zellen/mL, was auf eine vergleichsweise gute Eutergesundheit hindeutet.

Der Zellgehalt der Anlieferungsmilch wird in Bayern mindestens 4 x monatlich untersucht. Der Großteil der Molkereien gibt aber mehr Proben im Auftrag, so dass bei vielen Landwirten von jeder Abholung eine Probe vorliegt.

Auf Einzeltierebene bedeutet ein erhöhter Zellgehalt immer eine eingeschränkte Milchleistung. Der Zellgehalt eines gesunden Euters liegt bei unter 80.000 bis maximal 100.000 Zellen/mL. Bereits Zellgehalte von über 100.000 Zellen/mL weisen auf eine Störung der Eutergesundheit hin. Bei Zellzahlen von 400.000 Zellen/mL und darüber ist mit einer Leistungsminderung von 10 % und mehr zu rechnen.

In den nächsten Wochen informieren wir Sie über rund um das Thema Zellzahl. Haben Sie noch Fragen? Dann nutzen sie einfach unser Kontaktformular.
 

Was sind Antibiotikaresistenzen?

Unter Antibiotikaresistenz versteht man die Fähigkeit von Mikroorganismen, antimikrobiellen Behandlungen zu widerstehen. Auftreten und Verbreitung solch resistenter Mikroorganismen werden auf eine übermäßige oder falsche Anwendung antimikrobieller Wirkstoffe zurückgeführt. Diese hat zur Folge, dass Antibiotika-Behandlungen wirkungslos bleiben, was ein ernst zu nehmendes Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellt.

Resistente Bakterien können sich über verschiedene Wege ausbreiten. Tritt die Antibiotikaresistenz bei Zoonose-Bakterien auf, die in Tieren und Lebensmitteln vorkommen, kann sie auch die wirksame Behandlung infektiöser Erkrankungen beim Menschen beeinträchtigen.

Was heißt Multiresistenz?

Multiresistenz bedeutet, dass Bakterien gegenüber mehreren Antibiotika, die zur Therapie von Infektionen benötigt werden, unempfindlich geworden sind. Dabei kann das Bakterium über einen Resistenzmechanismus verfügen, der bei vielen verschiedenen Antibiotika wirkt. Ebenso kann ein Bakterium über mehrere Resistenzmechanismen verfügen und auf diese Weise multiresistent sein. Ein bekanntes Beispiel für ein Bakterium, das inzwischen gegen mehrere Antibiotika resistent ist, ist das Methicillin-resistente Bakterium Staphylococcus aureus (MRSA).

Wie kann der Einsatz reduziert werden?

In nachfolgender interaktiven Grafik wird angezeigt, wie der Einsatz von Antibiotika bei Lebensmittel liefernden Tieren reduziert werden kann.

https://www.efsa.europa.eu/de/interactive_pages/Antimicrobial_Resistance

 

 

 

 

 

 

Info: Die European Food Safety Authority (efsa) beschäftigt sich mit der Lebens- und Futtermittelsicherheit. Ein Aufgabengebiet ist auch die Tiergesundheit und der Tierschutz.

Wussten Sie schon...?

Im Jahr 2017 stieg der Anteil von Rind- und Kalbfleisch auf 10 kg pro Person. Der Schweinefleischkonsum ging auf 35,86 kg zurück, dafür stieg der Anteil von Geflügelfleisch auf 12,46 kg pro Person in Deutschland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland lag beim Fleisch bei 116,7 kg und bei der Milch bei 112,8 kg. Wir sind in diesen Bereichen überversorgt und exportieren die Überschüsse ins Ausland.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Erntemengen im Überblick bei Weizen, Gerste, Kartoffeln, Äpfel und Birnen. Sehr deutlich wird der Rückgang der Ernte aufgrund der langanhaltenden Trockenheit im Jahr 2018. Bei den Äpfel und Birnen konnte 2018 von einem guten Erntejahr gesprochen werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Anteil der Öko-Betriebe steigerte sich 2017 auf 11 Prozent mit knapp 30.000 Betrieben. Die Öko-Anbaufläche stieg 2017 auf knapp 1,4 Mio Hektar. Dies ergibt einen Anteil von 8,2 Prozent der Gesamtanbaufläche.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

© Tabellen mit freundlicher Genehmigung des BZL – landwirtschaft.de

 

Neues Jahr - neue Homepage: Milchpur geht online!

Seit im Herbst 2002 die erste Ausgabe von Milchpur erschienen ist, hat sich viel getan. Wir haben mittlerweile 66 Hefte produziert und unser Magazin ist ein fester Bestandteil des Informationsangebotes für Milcherzeuger und die gesamte Branche geworden.

Längst hat aber genauso die Digitalisierung Einzug in die Landwirtschaft gehalten. PC, Smartphone und Tablet sind fester Bestandteil des Arbeitsalltags in einem Milcherzeugerbetrieb. Ob automatisierte Technologien, intelligente Roboter für die Tierhaltung oder Smart Farming – laut einer aktuellen Studie des DBV planen mehr als die Hälfte der befragten Landwirte, in naher Zukunft Digitalisierungsvorhaben umzusetzen. Auch wir haben uns entschlossen, unser Medium Milchpur zu digitalisieren, um zusammen mit unseren Partnern den nächsten Schritt in die Zukunft zu gehen. Wir werden Milchpur zu einem umfassenden Fachthemenportal für Milcherzeuger ausbauen und so unser Angebot weiter entwickeln, erweitern und noch viel präsenter sein.

Aktuell wird die Ausgabe 4/2018 an alle Milcherzeuger in Bayern verteilt. Diese enthält auch einen Infoflyer zum neuen Konzept Milchpur online und print. Die neue Online-Präsenz wird das gedruckte Heft, das künftig noch zweimal im Jahr erscheinen wird, mehr als ergänzen.

Vorschläge für Themen und Beiträge auf www.milchpur.de nehmen wir gerne entgegen. Mit unseren Newsletter sind Sie immer bestens über die neuesten Meldungen informiert. Melden Sie sich gleich an auf milchpur.de.

 

Schalmtest – so wird´s gemacht!

Um Zellzahlerhöhungen und Mastitis gezielt zu bekämpfen stehen dem milchwirtschaftlichen Betrieb verschiedene Mittel zur Verfügung. Auffällige Werte im MLP-Zwischenbericht können bereits auf eine Eutererkrankung hinweisen. Als einfaches Mittel, um festzustellen, welches Euterviertel betroffen ist, kann ein Schalmtest verwendet werden.

Mit Hilfe einer Testflüssigkeit und einer Melkschale für den Schalmtest kann ein sehr einfacher Schnelltest durchgeführt werden. Reagiert die Milch mit der Testflüssigkeit zu einem schlierigen oder gelartigen Gemisch, so ist ratsam, eine Milchprobe von diesem Tier zu nehmen. Soll die genaue Zellzahl eines Euterviertels bestimmt werden, kann eine Betriebsprobe zur Untersuchung beim Milchprüfring in Auftrag gegeben werden. Der Milchsammelwagenfahrer wird eine entsprechende Probeflasche zur Verfügung stellen. Nach dem Abfüllen der Probe wird der Fahrer die Probe zur Untersuchung ins Labor weiterleiten. Die Werte der Betriebsprobe werden – wie gewohnt – zur Verfügung gestellt.

Bei gehäuftem Auftreten von Mastitisfällen kann mit Hilfe einer mikrobiologischen Untersuchung und eines Resistenztests der Erreger frühzeitig identifiziert und hinsichtlich möglicher Behandlungswege beurteilt werden. Das weitere Vorgehen sollte dann mit dem Hoftierarzt besprochen werden. Auch der TGD Bayern e.V. ist ein wertvoller Ansprechpartner, wenn es um die Diagnostik und die Bearbeitung von Bestandsproblemen geht.

Ein interessantes Lehrvideo über die Durchführung des Schalmtests finden Sie unter https://www.youtube.com/watch?v=A55xST7lAXc

 

Quelle: Herz/mpr

Enthornte Kälber können einfacher vermarktet werden!